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Ask the Ref

Ask the Ref: Die Auflösung und die Gewinner unseres Regelquiz:

Zwei Wochen lang haben wir den Regelexperten unter der HN-Usergemeinde gesucht und nun gefunden. Der ehemalige EBEL-Headreferee Georg Veit stellte die Fans dem Hockey-News Regelquiz und dass es die Schiedsrichter tatsächlich alles andere als leicht haben und dass man als Fan schnell mal daneben liegen kann belegte das Ergebnis.

185 User nahmen am Quiz teil und es hat tatsächlich nur ein einziger geschafft alle richtigen Fragen zu beantworten. Hier ein kleiner Überblick zur Statistik um zu belegen wie schwierig es eigentlich ist alle Regelfragen richtig zu beantworten:

RICHTIGE ANTWORTENANZAHL USERPROZENTUELLE AUFTEILUNG
1011%
911%
853%
743%
61610%
52718%
42919%
32718%
22617%
1106%
064%

Nicht mal 20% der User schafften es mehr als die Hälfte der Fragen richtig zu beantworten was zeigt wie knifflig das Regelwerk zu nachvollziehen ist.

Der Gewinner heißt Christoph Thorwartl, darf sich über ein von EASports gesponsertes Ausgabe von NHL18 für die Xbox One freuen und wird per E-Mail benachrichtigt. Eine weitere Ausgabe des brandneuen Games für die Playstation 4, die unter allen Teilnehmern verlost wurde geht an Katrin Feichtner. Wir gratulieren herzlich!

Georg Veit löst nun die Fragen auf und erklärt detailliert den Hintergrund:

Liebe Fans, nun also die Auflösung unseres Regeltests, einige Erläuterungen, die euch die Regeln ein bisschen vereinfachen sollen, da die Regeltestfragen und die Regeln selbst doch eher technisch gehalten sind. Zum letzten habe ich euch noch die jeweilige Regelnummer zum erweiternden und vertiefenden Studium ergänzt. Viel Spaß beim Lesen…

  1. Richtige Antwort: Kein Icing, 2 Minuten wegen Spielverzögerung. Regel 135: Der Puck überquert zwar zuerst die rote Torlinie, erfüllt damit prinzipiell die Bedingung für eine Icing-Entscheidung. Da aber nicht entschieden werden kann, wer zuerst am Puck sein würde, wendet man hier die Regel „Delay of game, shooting the puck out of play“ an.
  2. Richtige Antwort: A 14 von der Strafbank. Regel 114 „Delayed penalty call“. Diese Regel wird erst wieder seit einigen Jahren angewandt bzw. wurde dahingehend geändert, dass man wieder logischer vorgeht, und die neue Strafzeit auch „jungfräulich“ auf die Spieluhr bringt. In diesem Fall ist die Strafe des Spielers auf der Strafbank beendet.
  3. Richtige Antwort: Halten. Regel 144 „Holding“ beschreibt schlicht und ergreifend, dass für das Vergehen „Halten“ nur eine kleine Strafe möglich ist. Für die Vergehen „Behinderung“, „Stockschlag“ und „Haken“ können je nach Heftigkeit, Gefährlichkeit und eventueller Verletzung mit 2 Minuten, 5+Spieldauer oder einer Matchstrafe geahndet werden.
  4. Richtige Antwort: Strafschuss für Team A, Spieler A19 muss antreten. Regel 225 „PENALTY SHOTS/FOULS BY A GOALTENDER” legt dar, dass diese Aktion mit einem Penalty Schuss bestraft warden muss. Die Tatsache, dass der gefoulte Spieler selber spielen muss, findet ihr unter Regel 176 – PENALTY-SHOT PROCEDURE/OVERVIEW.
  5. Richtige Antwort: Es wird mit 4 gegen 5 weitergespielt. Insgesamt sitzen 3 Spieler. Regel 112 „COINCIDENT PENALTIES“. Zusammenfallende Strafen werden prinzipiell nach 3 Gesichtspunkten behandelt. Erstens will man so viele Spieler wie möglich am Eis haben. Zweitens sollen so wenige Spieler wie möglich auf der Strafbank sitzen. Und drittens sollen so wenige Strafen wie möglich auf der Spieluhr stehen. In diesem Fall werden jeweils 2 Strafminuten gekürzt. Damit scheint eine 2 Minutenstrafe für Team A auf. Da A6 aber insgesamt 4 Minuten sitzen muss (2 davon „still“), muss ein Ersatzmann diese 2 Minuten verbüßen, der im Falle eines Tors dann auch aufs Eis darf.
  6. Richtige Antwort: Wenn dies in den letzten beiden Spielminuten oder der Verlängerung geschieht. Regel 173 – AWARDING A PENALTY SHOT/LAST TWO MINUTES OF REGULATION/OVERTIME erläutert eindeutig, dass in den letzten beiden Spielminuten bzw. der Overtime im Falle des absichtlichen Torverschiebens ein Strafschuss verhängt werden muss.
  7. Richtige Antwort: Kleine Strafe für Goaltender Interference. Regel 151 – INTERFERENCE ON A GOALTENDER. Diese Strafe läuft nicht unter dem begriff „Roughing“, sondern unter Torhüter Behinderung.
  8. Richtige Antwort: Check mit dem Knie. Seite 132 des Regelbuchs, nicht zu verwechseln mit „Check gegen das Knie“.
  9. Richtige Antwort: 4. Regel 56 besagt, dass es in folgenden Situationen ein Faceoff am Mittelpunkt gibt. Logisch sind der Start eines Drittels und nach einem Tor. Weiters kennt ihr sicher den Fall, dass die Linesmen bei einem Icing falsch lagen. Und die 4. Möglichkeit? Für den Fall, dass ein Team seinen Torhüter gegen einen weiteren Spieler tauscht und dieser Wechsel außerhalb der Wechselzone erfolgt, dann wird keine Strafe ausgesprochen, aber das Spiel unterbrochen und am Mittelpunkt angespielt. Das habt ihr nicht erraten, richtig? 😀
  10. Richtige Antwort: Boarding, Elbowing, Check gegen den Kopf, Check von hinten und Charging. Hier gab es heuer eine Regeländerung (NUR in der EBEL), mit der schmutzige Spielzüge aus dem Spiel genommen werden sollen. Für die folgenden Vergehen werden ab heuer sofort mindestens 2+2 Strafminuten ausgesprochen: Kniecheck, Ellbogencheck, Unerlaubter Körperangriff (Charging), Bandencheck, Check gegen den Kopf und Check von hinten (für die beiden letztgenannten Vergehen entfallen demnach die zusätzlichen 10 Minuten Strafen).

 

Weitere Änderungen, die das Spielgeschehen in der EBEL beeinflussen und euch vielleicht interessieren, sind die folgenden:

Regel 62 „Overtime Period“. Diese wird heuer wieder auf 5 Minuten begrenzt und mit jeweils 3 Feldspielern ausgetragen.

Regel 96 „Goals with skates“… Hier gibt es an sich keine Regeländerung, aber es wurde in einem Memo festgehalten, dass die Mehrzahl der Tore, die mit dem Schlittschuh erzielt werden regulär sind. Um die Regel klarer zu gestalten wurde betont, dass nur Tore, die in Form einer „Fussballstoss“-Bewegung erzielt werden, abzuerkennen sind. Worauf die Referees hierbei achten sollen? 1) Ob der Schlittschuh im Zuge der Bewegung das Eis verlässt. 2) Wie hoch ist die Geschwindigkeit des Pucks? Je langsamer, desto eher handelt es sich um einen Kick, der den Puck auch beschleunigt. Schnelle Pucks werden eher abgefälscht, was legal ist. 3) Bewegt sich der Schlittschuh in Richtung Tor, obwohl der Puck eine andere Richtung hatte. Natürlich handelt es sich hier um interne Entscheidungshilfen, aber man arbeitet am Thema und versucht die Referees zu sensibilisieren.

Regel 136 „Spielverzögerung, Spielertausch nach einem Icing“. Für die heurige Saison wird hier eine verschärfung eingeführt, die dafür sorgen soll, dass Teams nach einem Icing nicht versuchen auf Zeit zu spielen und so den Spielern am Eis eine längere Pause zu gewähren. In den folgenden beiden Fällen wird zunächst eine (pro Spiel) Verwarnung ausgesprochen, jeder weitere Verstoß muss zu einer Bankstrafe führen. 1) Ein Trainer (oder das Team auf eigene Faust) versucht durch einen Spielertausch eine längere Verzögerung ergo Pause für die Spieler am Eis zu erzielen. 2) Ein Spieler, der das Faceoff aus demselben Grund verzögert und sich nicht sofort an den Faceoffspot begibt.  Diese Strafen werden in den letzten beiden Spielminuten NICHT ausgesprochen, es handelt sich also quasi um eine erzieherische Maßnahme.

Interessant bei den Regeländerungen in der EBEL sind prinzipiell zwei Details. Erstens erfolgen diese immer in naher Absprache mit den Trainern der Teams, das heißt die Liga arbeitet hier eng zusammen, um das Spiel zu verbessern. Zweitens ist die EBEL von Saison zu Saison flexibel und versucht auf durchaus kreative Wege (2+2 Strafen), das Spiel positiv zu verändern.

Ich wünsche euch wieder viel Spaß bei den Spielen und möchte mich für eure rege Teilnahme an unserem Regeltest bedanken. Ich hoffe ich konnte euch dadurch einen kleinen Einblick in die Welt des Regelwerks zu geben. Abschließend möchte ich aber noch betonen, dass Regeln und besonders deren Auslegungen prinzipiell auch gedehnt werden dürfen. Getreu Lyle Seitz‘ Motto „Learn the rulebook and then throw it away!”

Gut Pfiff, Veiti

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