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DEL: Bundesweiter Fanprotest gegen die Einführung von Donnerstagsspielen!

Die Fans in Deutschland gehen auf die Barrikaden. Grund dafür sind die immer höhere Anzahl der Spieltage unter der Woche, die eine enorme Belastung für die Fans in Bezug auf Auswärtsfahrten mit sich bringt. Nicht weniger als 74 Fanclubs aus elf DEL-Standorten haben sich nun vereint um gegen den Spielplan zu protestieren. Folgend die Aussendung des bundesweiten Protestes gegen die Einführung von Donnerstagspielen in der DEL, in Form eines offenen Briefes der uns zugesandt wurde:

Die Fans in der DEL steigen auf die Barrikaden! (copyright: DEL / City-Press GmbH)

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Tag der Spieltags-Veröffentlichung ist für tausende Eishockey-Fans in Deutschland normalerweise ein Festtag. Nach einem langen Sommer können es alle kaum abwarten sofort die Saison zu planen um ihr Team sowohl zuhause als auch auswärts zu unterstützen. Gerüchteweise hatte man in den Monaten und Wochen vorher bereits mitbekommen, dass aufgrund der TV-Übertragungen noch deutlich mehr Spiele unter der Woche stattfinden sollen. Bereits im letzten Jahr war die Belastung aller Fans durch die neue Bullyzeit am Sonntag um 19:00 Uhr enorm. Dementsprechend machte sich in weiten Teilen der deutschen Fanlandschaft Ernüchterung breit, als man feststellen musste, dass die Anzahl der Spiele unter der Woche noch einmal extrem zugenommen hatte.

Wir sprechen uns hier ausdrücklich gegen Spielverlegungen auf Wochentage alleinig zum Zweck der Fernsehübertragung aus, nicht gegen die aufgrund der deutlich verlängerten Länderspielpause normalen Spieltage unter der Woche. Grundsätzlich ist eine vernünftige TV-Präsenz selbstverständlich im Interesse aller Eishockeyfans und wird von uns auch begrüßt.

Allerdings sind Verlegungen einzelner Spiele von Freitag auf Donnerstag zur Erhöhung der Einschaltquoten mit massiven Einschränkungen für diejenigen Fans verbunden, die ins Stadion gehen und aus diesem Grund wird hier eine rote Linie überschritten.

Durch den im Eishockey im Vergleich zu anderen Sportarten von Grund auf schon anspruchsvollen Spielplan (Spieltage Freitag, Sonntag, regelmäßig unter der Woche), wird es für viele Fans, insbesondere Gästefans, nahezu unmöglich sein den Spielen in gewohnter Regelmäßigkeit beizuwohnen. Gleichzeitig sind wir der Meinung, dass die im Vergleich zur letzten Saison vorgenommenen Änderungen in ihrer Gesamtbetrachtung auch keinen wirtschaftlichen Vorteil für die Liga bringen werden. Im Folgenden möchten wir Ihnen deshalb stellvertretend für sehr viele deutsche Eishockeyfans unsere Argumente gegen Spielverlegungen auf Donnerstage zugunsten der TV-Anstalten darlegen.

Keine Entzerrung des Spielplans

Die Verlegung eines einzelnen Spiels pro Spieltag von Freitag auf Donnerstag bewirkt in keinster Weise einen zeitlichen Vorteil bei der Spielplangestaltung, da hierbei de facto kein zusätzlicher Spieltag gewonnen wird. Die Erhöhung der allgemeinen Wochenspieltage aufgrund der Olympiapause im Februar ist für die Fans bereits eine zusätzliche Bürde, aber in diesem Jahr wohl nicht zu vermeiden. Zusätzliche Wochenspiele bieten somit ausschließlich den Übertragungsdiensten und Fernsehzuschauern einen Vorteil, während sie allen Stadiongängern, die seit Jahren die Basis des deutschen Eishockeys bilden, große Steine in den Weg legen.

Sinkende Zuschauerzahlen

Auswärtsfahrten an Donnerstagen sind für Gästefans in der Regel ohne zwei Urlaubstage nicht zu bewerkstelligen. Dieses Urlaubskontingent ist bereits ohne diese Partien durch die hohe Dichte an Freitags-, Dienstags- und Mittwochsspielen ausgereizt. Selbiges gilt bei Wochenspieltagen aber auch für Anhänger der Heimmannschaft. Aufgrund beruflicher oder schulischer Verpflichtungen wird der Spieltag unter der Woche für sehr viele Fans zu einer großen Herausforderung und in vielen Fällen gar unmöglich. Nicht nur der direkte Spielbesuch sondern auch das damit verbundene „Rahmenprogramm“ (Treffen mit Freunden vor/nach dem Spiel, Besuch der Stadiongaststätten, …) fällt damit aus. Die Attraktivität des Eishockeysports leidet dadurch für alle Fans in erheblichem Maße und trägt sicher nicht zu einer Stärkung der Zuschauerbindung bei.

Finanzielle Nachteile für Vereine

Konnte man bereits im letzten Jahr einen Rückgang der Zuschauerzahlen aufgrund der TelekomÜbertragungen feststellen, so wird sich dieser Trend in dieser Saison wie oben angeführt mit Gewissheit noch massiv verstärken. Darunter haben v.a. die Vereine aufgrund von ausbleibenden Ticketeinnahmen zu leiden. Des Weiteren sind die Erlöse durch die damit verbundenen

Einnahmequellen wie Catering und Fanshop bei Spielen unter der Woche im Vergleich zum Wochenende deutlich geringer. Insbesondere kleinere Vereine sind aber stark von eben diesen aus dem Fanaufkommen generierten Geldern abhängig.

Sinkende Attraktivität der Übertragung

Die übertragenden Medien nutzen bunte Fankurven und die Stimmung auf den Rängen in großem Maße zur Vermarktung ihrer Übertragungen. Choreos und Emotionen im Stadion sind ein gerne genutztes Mittel um Trailer, Zusammenfassungen und Live-Einblendungen aufzuwerten. Laute und lebendige Stadien machen einen entscheidenden Teil der Attraktivität der Übertragung aus. Bei Spielen unter der Woche leidet diese Stimmung extrem, da genau diejenigen, die dafür verantwortlich sind, stark eingeschränkt werden – nämlich die Fans im Stadion. Wir wollen betonen, dass wir uns selbstverständlich nicht als nette Kulisse für die TV-Übertragung verstehen, die beteiligten Medien berauben sich hierbei aber selbst einem ihrer wichtigsten Zugpferde.

Keine Vergrößerung der Fangemeinde

Um neue Fans nachhaltig an den Sport zu binden ist das Stadionerlebnis mit all seinen Facetten unentbehrlich. Wir sind deshalb der Meinung, dass allein eine höhere TV-Präsenz nicht automatisch zu einem langfristig höheren „Fan-Aufkommen“ führt. Besonders Kindern und Jugendlichen, der Gruppe mit dem größten Zukunftspotenzial, bleibt der obligatorische Spielbesuch am Freitag durch die Verlegung meist verwehrt. Hierbei läuft das Eishockey Gefahr, sein großes Potenzial nicht auszuschöpfen was langfristig auch zu einem verkleinerten Markt an Fernsehzuschauern führt. Außerdem bleiben sowieso v.a. diejenigen Fans, die ins Stadion gehen, das Fundament der allermeisten Vereine und des Eishockeysports an sich; durch Dauerkarten- und Ticketkäufe, durch Konsum in Form von Catering und Merchandise und nicht zuletzt als wichtigster Botschafter für den Sport.

Die steigende Bekanntheit unserer Sportart in Deutschland sowie eine Vergrößerung der Anhängerschaft ist trotzdem unbestreitbar in unser aller Interesse. Wir wollen auch gar nicht verneinen, dass Spiele im Free-TV (bspw. Sport1) hier durchaus ihren Beitrag leisten und steigendes Interesse in der Breite der Bevölkerung bewirken können. Da die geplanten Donnerstagsspiele aber nur über Telekom empfangen werden können, wird selbst dieses letzte Argument ad absurdum geführt und rechtfertigt nicht die Beeinträchtigung der Fans im Stadion.

Aus den oben genannten Gründen sind wir der Meinung, dass die negativen Auswirkungen von Wochenspieltagen die wenigen positiven Aspekte für die TV-Übertragung deutlich überwiegen. Aufgrund dessen werden die unten aufgeführten Fanszenen und -gruppen die zusätzlichen Spiele am Donnerstag als aktive Eishockeyfans nicht ohne weiteres hinnehmen und fordern Sie auf dies im Hinblick auf die Saison 2018/19 zu überdenken.

Gezeichnet, die Fanclubs folgender DEL-Standorte:

Berlin
Black Corner 2007, Fanatics Ost 2002, Sport Frei Team Berlin, Young F(o)uture 2012

Bremerhaven
Geest Crew, Seestadtboys

Düsseldorf
Strange Creative Crowd Young Boys

Köln
Club 1972, Iced Sharks, Inferno della Nord, Legio Colonia

Krefeld
Comunanza Seidenstadt, Eisfighter Krefeld, Fanszene Nordtribüne Krefeld, Heiliger Apfel Krefeld, Jongsieen Krieewel, Northside Krefeld, Seidenstädter Jungs

Ingolstadt
A-Team, Blue Panthers, Derek Dinger Fanclub, Die Treuen, 1. ERC Fanclub Austria, Fankurve ERC Ingolstadt e.V., Gioventù, Goaßnpanther, INvictus, Kämpferherz 07, M-Panther, Roland Aumüller Fanclub, Sektion Oberbayern, Szene 64

Iserlohn
Die Sitzplatzkanacken, Fanbeirat der Iserlohn Roosters, Halunken Iserlohn, IEC Fans Ihnetal, Iserlohn Blueliners, Outsiders Iserlohn, Pankratius Erben, Sauerländer Bauerntölpel, Sauerländer Knallketten, Sauerländer Schlittenhunde, Stehplatzmitte Iserlohn, Ultras Iserlohn 2015, Unschuldsengel Iserlohn

Nürnberg
Noris United 2011

Schwenningen
Bauchenberg Jungs, Blue White Patriots, Hockeyholics, Meedale, Neckarfront, Neckarschwäne, Schandmäuler VS, SERC Supporters 1999, Wild Wings Fanprojekt e.V.

Straubing
Blue Front Straubing e.V., Bodycheck Straubing 2004, Fighting Tigers Straubing, FaceOff, Heuwisch Tiger ’95 Waltendorf, Jugendbande, Labertal-Tigers e.V., Missionare des Südens, Nordtigers, Regental Tigers, Rolli Tigers 2014 e.V., Rookies, Szene Straubing

Wolfsburg
Black Orange Supporters, Black Orange Young Supporters, Grizzly Family e.V., 1. Fanclub Grizzly Adams, Reihe 3

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