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EBEL-Interview: Andreas Kristler: „Roger Bader ist ein Typ den das österreichische Eishockey gebraucht hat“
Von: Markus Rinner Am: 18 Apr, 2017 | Kategorien: EBEL, EC Red Bull Salzburg, zSlideshow

Andreas Kristler blickt auf eine wechselhafte Saison zurück. Nach der kurzzeitigen „Versetzung“ ins Salzburger Farmteam in die AlpsHL kämpfte er sich sportlich zurück, ehe ihm ein Kreuzbandriss in den Playoffs erneut zum Zuschauen verdammte, weshalb er auch die WM verpassen wird. Im Hockey-News-Interview klärt er über den Stand seiner Reha auf, gibt Einblick über den Stand seiner Vertragsverhandlungen und was er an Teamchef Bader schätzt.

Jubelt Kristler statt gegen bald wieder für den VSV? (Bild: Red Bull/GEPA Pictures/Roittner)

Andreas, du hast dir kurz vor Saisonende einen Kreuzbandriss zugezogen. Die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es dir und deinem Knie?

Die Operation ist sehr gut verlaufen. Vor vier Wochen habe ich mit der Reha in Salzburg angefangen, wo ich täglich mit den Physiotherapeuten arbeite. Ich merke jeden Tag dass es vorwärts geht und das stimmt mich äußerst positiv.

Bis wann wirst du wieder voll belastbar sein und zu 100% ins Training einsteigen können?

Zum jetzigen Zeitpunkt kann man den Heilungsprozess schwer abschätzen, aber wie gesagt ist bisher alles optimal verlaufen. Ich habe diese Situation schon ein paar Mal durchgemacht und weiß genau, dass es sehr viel harte Arbeit braucht um noch stärker zurück zukommen.

Dein Vertrag ist ausgelaufen und du blickst auf eine sagen wir mal „wechselhafte“ Saison zurück. Neben deiner Verletzung gab es da auch noch die Degradierung in die ALpsHL für drei Spiele. Lass uns nochmal deine Saison und die damaligen Ereignisse Revue passieren lassen.

Am Anfang der Saison konnte ich das Trainerteam am Eis leider nicht überzeugen, das war natürlich eine sehr schwierige Zeit für mich. Daraufhin habe ich einfach in der Kraftkammer extra Einheiten gemacht und ich konnte dann auch im Nationalteam zeigen was in mir steckt, danach habe ich auch mehr Vertrauen vom Trainer bekommen und bin dann in der Zwischenrunde richtig in Fahrt gekommen.

Sechs Saisonen absolvierte Kristler in Salzburg (Bild: Red Bull/GEPA Pictures/Roittner)

Der Zeitpunkt deiner Verletzung könnte wohl nicht ungünstiger sein. Immerhin verpasst du nun die Chance dich bei der WM zu empfehlen. Auf der anderen Seite wurdest du im EBEL-Punktesystem mit nur 2 Punkten eingestuft. Vereine gehen somit was diesen Aspekt betrifft „wenig Risiko ein“ wenn man so möchte. Wie siehst du deine aktuelle Situation?

Für eine Verletzung gibt es nie einen guten Zeitpunkt. Natürlich hätte ich gerne mein Team in den Playoffs und auch das Nationalteam gerne unterstützt aber man muss diese Situation einfach akzeptieren und weiter machen. Ab jetzt gibt es für mich nur ein Ziel: so schnell wie möglich wieder auf EBEL-Eis zu stehen.

Du absolvierst deine Reha in Salzburg, nutzt dabei die RBS-Einrichtungen. Aber deine sportliche Zukunft dürfte wohl eher nicht in Salzburg liegen. Gibt es schon Anfragen oder konkrete Angebote von Teams?

Salzburg gibt mir die Möglichkeit die Reha in der Akademie zu absolvieren, dafür bin ich sehr dankbar. Zur Zukunft kann ich derzeit noch nichts Konkretes sagen. Mein Manager Bernd Brückler und ich sind bemüht eine Lösung zu finden. In den nächsten Tagen und Wochen werden entscheidende Gespräche geführt und dann wird man mehr wissen.

Österreich steht in der finalen Phase der Vorbereitung zur B-WM in Kiev. Du wärst – sofern fit – wohl sicher mit dabei gewesen. Wie gerne wärst du dabei gewesen?

Für Österreich zu spielen und den Adler auf der Brust zu tragen ist für mich immer eine große Ehre. Deshalb ist es natürlich doppelt bitter, aber ich werde natürlich den Jungs die Daumen drücken.

Für Teamchef Bader findet Kristler nur lobende Worte (www.sport-bilder.at)

Roger Bader schwingt seit nunmehr einem halben Jahr das Zepter und steht vor seiner ersten WM. Wie schätzt du seine Arbeit ein, vor allem im Vergleich zu seinen Vorgängern von denen du ja als jahrelanger Teamspieler auch einige erlebt hast?

Roger Bader ist ein Typ den das österreichische Eishockey gebraucht hat. Gemeinsam mit seinen Assistenten zieht er sein Ding durch und gibt jedem Spieler das Gefühl “wichtig” für das Team zu sein. Wir haben das in den bisherigen Turnieren gezeigt und als Einheit perfekt funktioniert.

Was traust du dem Team bei der WM zu? Werden wir nächstes Jahr wieder eine A-Nation sein?

Natürlich ist die B-WM kein Selbstläufer, aber ich weiß dass wir sehr viel Qualität besitzen und die Jungs werden um jeden Zentimeter kämpfen.

Vielen Dank! Wir wünschen dir eine erfolgreiche Reha und dass man dich zu Saisonstart wieder auf EBEL-Eis sieht.

Dankeschön.