All for Joomla All for Webmasters
EBEL

EBEL-Kaderbewertung: Moser Medical Graz99ers (10/12)

Traditionell blickt Hockey-News auch heuer wieder auf die Teams der Erste Bank Liga. Neben einem Blick auf die Kaderbewegungen und einer Analyse aller Mannschaftsteile wagt die Hockey-News Redaktion auch eine Einschätzung der Stärke des jeweiligen Teams.

Playoffs. So lautet das Ziel der Graz99ers. Und das schon seit Jahren. Doch erstmals seit der Saison 2012/13 gelang den Steirern vergangenes Jahr wieder der Einzug in die Post-Season. Ein entscheidender Faktor war damals der neu verpflichtete und Ivo Jan beerbende Headcoach Doug Mason. Unter seiner Führung fanden die Murstädter wieder in die Spur und sicherten sich nach einem Krimi im letzten Spiel der Zwischenrunde gegen Dornbirn das heiß ersehnte Playoff-Ticket. Entsprechend hoch sind auch heuer die Erwartungen an die Grazer Mannschaft, hatte doch der Trainer freie Hand bei der Zusammenstellung seines Teams. Ob dieses Mal der direkte Sprung unter die Top 6 gelingt, bleibt abzuwarten. HN wagt eine Prognose bezüglich der neuen alten Mannschaft der Graz99ers.

 

Doug Mason ist bereit. (www.sport-bilder.at)


DER COACH

Doug Mason gilt als Trainerfuchs und zudem als Bezugsperson für seine Spieler. Neben der Art mit den Cracks umzugehen (Zitat Thomas Pöck: „Der beste Trainer, den ich in Europa je hatte…“) besticht er vor allem mit taktischen Raffinessen und Variabilität im Überzahlspiel. Während man zumeist unter den vorherigen Trainern mit zwei Verteidigern im Powerplay agierte, so setzt der 62-jährige Kanadier auf ein Umbrella-System mit nur einem Defender. Kapitän Setzinger wurde im Zuge dessen immer mehr von der Halfwall in den Slot oder hinters Tor verlagert, was das Grazer Powerplay noch unberechenbarer macht. Doch nicht nur das spricht für Masons taktische Feinheiten, auch neue Bully-Systeme etablierte er in der steirischen Landeshauptstadt. Masons Kombination aus taktischem Verständnis und Menschlichkeit sichertem ihm den Ruf „der beste Trainer zu sein“, den die 99ers seit Jahren hatten. Eine echte Feuertaufe wird es allerdings erst geben, wenn es einmal nicht rund läuft. Dann wird sich zeigen wie gut der Kanadier mit holländischem Pass seine Cracks wirklich motivieren kann.

Punkte: 7/10

DIE TORHÜTER

Um das Loch, das ein Sebastian Dahm hinterlassen hat, schließen zu können, mussten die 99ers tief in die Trickkiste greifen. Immer wieder war zu hören, man suche nach einem gleichwertigen Ersatz. Doch den wird man nicht finden, zu gut agierte der ehemalige Schlussmann aus Dänemark. Im Gegenteil: Mit Hannu Toivonen hat man einen Tormann mit NHL Erfahrung an die Mur gelockt, der vom Niveau her näher an Backup Thomas Höneckl liegt. Ein Umstand der vielleicht im ersten Moment etwas nachteilig erscheint. Aber: Bedenkt man, das zwei Torhüter , die ungefähr auf demselben Level agieren, sich gegenseitig mehr pushen und so ein echter Konkurrenzkampf entstehen könnte, so erscheint diese Wahl schon nachvollziehbarer. Denn: Diesen angesprochenen Kampf hat es zwischen und Dahm und Höneckl nie wirklich gegeben.

Punkte: 7/10 

Robin Weihager hat einen neuen Linemate. (www.sport-bilder.at)


DIE DEFENSE

Um die Löcher, die Thomas Pöck, Matt Pelech und Sven Klimbacher hinterlassen haben, zu stopfen, kursierten bereits von Beginn an Namen durch die Eishockey-Foren Österreichs. Einer davon wechselte nun wirklich wieder zurück nach Graz: Florian Iberer. Der 34-Jährige Routinier soll zusammen mit den beiden Neuzugängen Aleksi Laakso und Jonathan Carlsson für Ruhe in der Abwehr der 99ers sorgen. „Wir haben eine homogene Truppe heuer“, erzählt Iberer. „Vor allem in punkto Linienzusammenstellung komplementieren wir uns ziemlich gut!“ Ein Umstand, der Doug Mason geschuldet ist. So wird der mit Übersicht und Passing-Skills ausgestattete Iberer mit dem zweikampf- und laufstarken Jonathan Carlsson auflaufen. Abwehrchef Weihager gepaart mit Eigenbau Strohmeier und Unterweger mit dem Finnen Laakso komplettieren die Abwehr. Auffällig hier: Jedes Paar verfügt über Scoring Punch, der Defensiv-Part bleibt jedoch nicht außer Acht.

Punkte: 7/10 

Urgstein Woger spielt mit Heimkehrer Daniel Oberkofler. (sport-bilder.at)


DIE OFFENSE

Während im letzten Jahr das Hauptaugenmerk auf Kapitän Oliver Setzinger und Kyle Beach gelegen ist, so ist man heuer im Sturm etwas breiter aufgestellt. „Ehrliche, harte Arbeiter mit Torgefährlichkeit“ wollte Doug Mason in seinen Reihen sehen. Justin Buzzeo und Brock Higgs verkörperten diese Eigenschaften zumindest schon in den Testspielen. Ihnen zur Seite steht Youngster Zusevics, dessen Stern im letzten Jahr so richtig aufgegangen ist. Die Quirligkeit von Letzterem gepaart mit dem präzisen Snap-Shot von Buzzeo könnte eine echte Entlastung für die 1. Linie werden. Diese besteht wie zu erwarten aus Setzinger und McLean, dazu kommt noch Neuzugang Nixon, der als Vollstrecker gilt und in den letzten Partien der Vorbereitung immer besser in Fahrt kam. Dahinter agiert Graz-Urgestein Daniel Woger mit Evan Brophey und Heimkehrer Daniel Oberkofler, der noch nicht ganz auf Betriebstemperatur agierte. Brophey, dessen kämpferische Qualitäten unbestritten sind, gepaart mit dem Speed der beiden Österreicher könnte viele Gegner vor wahre Problem stellen. Luxus ist aber heuer in Graz vor allem die vierte Linie: Markus Pirmann, Ken Ograjensek mit Daniel Natter oder Niki Zierer. Zwei routinierte Spieler in der Destroying-Line spielen zu lassen, entlastet die Reihen davor ungemein. Und zudem ist das Trio definitiv für den einen oder anderen Treffer gut. Das Material im Sturm ist also vorhanden, jetzt gilt es die Chemie zu finden und den Schwung der Testspiele mit in die Meisterschaft zu nehmen.

Punkte: 7/10 

Alle Transferaktivitäten un den Kader der 99ers gibts hier

FAZIT

Bei genauerer Betrachtung ergeben die Maßnahmen von Coach Mason und die Transfers absolut Sinn. Dennoch könnte bei etwaigen Verletzungen die Personaldecke bedenklich dünn werden.  Vor allem in der Abwehr könnten die 99ers gezwungen sein, noch einmal nachzurüsten. Dennoch: Schaffen es die Steirer das Mason-System eine ganze Saison durchzuziehen und die Fans für ihr Hockey zu begeistern, so ist man sicher nicht schlechter aufgestellt als im Vorjahr.

Gesamtpunkte: 28/40

RANGTEAMPUNKTEBERICHT
1.Vienna Capitals36Bewertung
1.EC Red Bull Salzburg36Bewertung
3.EC KAC33Bewertung
3.EHC Black Wings Linz33Bewertung
5.HC Bozen Südtirol29Bewertung
5.HC Innsbruck "Die Haie"29Bewertung
7.Graz99ers28Bewertung
8.Medvescak Zagreb27Bewertung
9.EC Dornbirn Bulldogs25Bewertung
9.Fehervar AV1925Bewertung
11.EC VSV23Bewertung
11.HC Orli Znojmo23Bewertung

To Top