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EBEL Playoff-Preview: Linz gegen Bozen – wer gewinnt das dritte Aufeinandertreffen?
Von: Martin Muhrer Am: 25 Feb, 2017 | Kategorien: Black Wings Linz, EBEL, HC Bozen, zSlideshow

Zum dritten Mal in der Geschichte der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) kommt es zum Playoff-Duell zwischen den EHC Liwest Black Wings Linz und den HCB Südtirol Alperia. Beide Male konnten die Oberösterreicher die Oberhand behalten – das wollen die Füchse aus Bozen heuer ändern und die „Ewige Serie“ zum ersten Mal für sich entscheiden.

(Photo: sport-bilder.at/Harald Dostal)

Direkte Duelle

DatumHeimteamAuswärtsteamErgebnis
28.09.2016HCB Südtirol AlperiaEHC Liwest Black Wings Linz0:5
28.10.2016EHC Liwest Black Wings LinzHCB Südtirol Alperia4:3
27.11.2016HCB Südtirol AlperiaEHC Liwest Black Wings Linz5:4
13.01.2017EHC Liwest Black Wings LinzHCB Südtirol Alperia4:3 OT
20.01.2017EHC Liwest Black Wings LinzHCB Südtirol Alperia4:2
19.02.2017HCB Südtirol AlperiaEHC Liwest Black Wings Linz6:2

Siege: 4:2 Black Wings, Tore: 23:19 Black Wings

Sowohl die Black Wings aus Oberösterreich, als auch die Füchse aus Südtirol qualifizierten sich nach 44 Spielen für die Playoffs und trafen somit auch in der Pickround zwei Mal aufeinander. Das erste Saisonduell konnten die Black Wings in der Bozener Eiswelle ganz klar mit 0:5 für sich entscheiden, die folgenden vier Partien wurden immer nur durch einen Treffer entschieden. Die Südtiroler konnten Spiel 4 in OT und das letzte Spiel am vergangenen Sonntag für sich entscheiden – die Linzer setzten sich in der „season series“ mit 4:2 durch. Beim Live Pick blieb nach den Picks von Wien, Salzburg und dem KAC nur mehr diese Paarung über, erneut treffen die beiden Teams aufeinander. Da sich beide in der Zwischenrunde etwas mühten, darf man gespannt sein, wie sich diese Serie entwickeln wird.

Key Factors

Konstanz ist das große Zauberwort

Beginnen wir mit den Linzern: ein einziger Crack konnte bisher alle 54 Saisonspiele absolvieren, sechs weitere verpassten zumindest nur eine Partie. Der kanadische Defender Brett Pallin darf sich zum “Iron Man” der Oberösterreicher ernennen lassen. Schlussendlich ist das aber ein Zeugnis davon, dass sich die Linzer in dieser Saison mit vielen Verletzungen herumplagen mussten.Offensiv-Motor Brett McLean verpasste 15 Spiele, Rob Hisey, der vor einen Vertrag in der DEL unterschrieben hat, aber auch die Lukas-Brüder blieben von Verletzungen nicht verschont. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Linzer nach dem Grunddurchgang mit 168 Toren die meisten Treffer erzielt haben. In der Zwischenrunde präsentierte man sich nicht in Form und konnte nur 29 Tore erzielen – Platz 5, nur der Konkurrent aus Bozen war mit 28 Treffern „erfolgloser“.

Ähnliches Bild bot sich heuer in Bozen, denn auch in Südtirol kämpfte man gegen den Verletzungsteufel. Das letzte Opfer, Nick Palmieri, musste gestern seine Saison vorzeitig beenden. Im Grunddurchgang zählte Bozen zu den defensivstärksten Teams, in der zehn Spiele umfassenden Zwischenrunde brach man völlig auseinander und kassierte nicht weniger als fünf Gegentore pro Spiel.

(Photo: sport-bilder.at/Harald Dostal)

Die Devise für beide Teams ist klar: mehr Tore erzielen, weniger kassieren. Über die ganze Saison hinweg konnte keines der beiden Teams zu einer konstant zufriedenstellenden Form finden.  Schlussendlich wird es aber auch darauf ankommen, wer mit den Ausfällen besser zurecht kommt.

Wer stoppt das 30 Tore-Duo?

53 Partien, 31 Tore, 70 Punkte – Dan DaSilva darf auf eine traumhafte Saison zurückblicken und wird auch im 1st Round Duell mit Bozen die wichtigste Offensiv-Waffe der Stahlstädter sein. Brian Lebler konnte nach seiner Rückkehr aus Ingolstadt erst mit Fortdauer der Saison so richtig einfinden, beendete die „regular season“ mit nicht weniger als 32 Volltreffern und 57 Punkten. Für die Südtiroler Defensive, bestehend aus Ryan Glenn, der mit 31 Zählern punktbester Dman der Bozener war, Routinier Alexander Egger und den Youngstern Max Everson und Clark Seymour werden alle Hände voll zu tun haben, um die Offensiv-Power der Linzer zu bändigen. Aber auch Bozen verfügt über eine solide Offensive, die von Topscorer Brodie Reid, der 48 Punkte in 54 Partien einsammel konnte, angeführt wird. Vergleicht man die beiden Kader miteinander, so muss man den Linzern Vorteile aussprechen, denn sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive verfügen sie über qualitativ über mehr Tiefe. Entscheidend wird der Support vom Backend sein, und hier hat Linz mit Cracks wie Sebastien Piche, Marc-Andre Dorion oder Jonathan D’Aversa stärkere Puckmover, die offensiv wichtige Akzente setzen können.

(Photo: sport-bilder.at/Harald Dostal)

Mit 23,4% haben die Black Wings das beste Powerplay der Liga auf ihrer Seite, Bozen lag mit 40 Überzahltreffern in 213 Versuchen auf Rang 3. Ein weiterer Vorteil für das Team von Rob Daum ist das #1 Penalty-Killing der Erste Bank Eishockey Liga. In 186 Unterzahlspielen blieb man in 160 Situationen ohne Gegentreffer, Bozen beendete die Saison mit nur 76,1% auf dem enttäuschenden elften Platz.

Das Duell Linz gegen Bozen ist auch das Matchup zwischen Michael Ouzas und Marcel Melichercik. Während der 31-jährige Ouzas bereits in seiner vierten Saison mit den Linzern steht, tat sich der 30-jährige Slowake in seinem ersten EBEL-Jahr doch etwas schwerer. Bei den Fangquoten lag Ouzas in der Endabrechnung auf Rang 3, sein Gegenüber mit nur 89,7% Save auf Rang 18. Aber auch die #29 der Linzer hatte heuer mit einer Verletzung zu kämpfen und konnte nicht an die Glanzleistungen der Vorjahre anschließen. Knapp 2,9 Gegentore pro Spiel und eine Fangquote von 91,5% sind seine „schlechtesten“ EBEL-Werte. Man könnte meinen, beide Teams müssen darauf hoffen, dass ihre Goalies in den Playoffs bessere Leistungen an den Tag legen und genau darauf wird es auch hinauslaufen. Keiner der beiden befindet sich zur Zeit in einer Form, wo er eine Serie im Alleingang holen kann.

(Photo: sport-bilder.at/Harald Dostal)

Ausblick

Nüchtern betrachtet: beide Teams sind weit weg von ihrer Form, eine spannende Serie steht den Eishockey-Fans aber dennoch bevor. Sowohl Linz, als auch Bozen verfügen über die Spieler, um die Serie an sich zu reißen und einen positive Ausgang für ihr Team herbeizuführen. Schlussendlich kommt es aber auf wichtige Eckpunkte an: welcher Goalie kann seine Performance in den Playoffs steigern, welches Team bleibt von Verletzungen verschont? Wegen des grundsätzlich qualitativ stärkeren Kaders sind die Black Wings stärker einzuschätzen – man darf gespannt sein, welche Taktiken Rob Daum und Tom Pokel für das spannende Erstrunden-Duell vorbereitet haben.

 

Hockey-News Tipp

Black Wings in sechs Spielen

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