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EBEL-Saisonanalyse: Das war die Saison des Dornbirner EC
Von: Lorenz Feierle Am: 23 Feb, 2017 | Kategorien: Dornbirner EC, EBEL, zSlideshow

Der Dornbirner EC blickt nach dem „Showdown“ in Graz auf eine durchwegs turbulente Saison zurück. Es war von Anfang bis Ende der sogenannte „Wurm“ drin. Nur wenige Spieler konnten die Konstanz der letzten erfolgreichen Saison beibehalten. Dass die Bulldogs allemal das Zeug für die Playoffs gehabt hätten, zeigten die vergangenen Wochen. Warum es schlussendlich doch nicht gereicht hat, beleuchtet Hockey-News nun.

Das Spiel gegen Ljubljana als Schlüsselspiel? Credit: DEC/cdmediateam)

Überforderte Defensive:

Dornbirn machte vor allem in der Hintermannschaft keinen gefestigten Eindruck. Die Abgänge von D’Aversa und MacKenzie konnten zu keiner Zeit kompensiert werden. Die Messestädter spielten meist mit nur vier Verteidigern. Crawford, Magnan, Caruso und Schmidt. Allesamt sind gute EBEL Verteidiger, doch wurden sie mit Fortdauer der Saison mit zu viel Eiszeit ausgestattet. Hier ist wahrscheinlich auch Dave MacQueen mitverantwortlich. Doch wer das Eishockey in Österreich kennt, der weiß, dass ein Trainer nur diese Spieler aufs Eis lässt, mit der er maximalen Erfolg garantieren kann.  Brian Connelly wurde aufgrund der “Transferproblematik” zu dieser Zeit, wohl zu spät geholt.

 

Torhütergespann

Mit Florian Hardy hatte und hat man einen soliden Tormann, wenngleich auch der Franzose nicht ganz an die letzte Saison anknüpfen konnte. Zu Beginn der Saison, wirkte auch er teilweise unsicher. Trotzdem lag es gegen Ende mit Sicherheit nicht an ihm, dass man nun das Faschingswochenende feiern darf/muss. Thomas Stroj hält bei sechs gespielten Partien. So verwöhnt wie letztes Jahr, als David Madlener der „Backup“ hieß, wurde man diese Saison jedoch nicht.

 

Das Team

“Eishockey passiert in Dornbirn” lautet der Slogan. Doch die Bulldogs kassierten zunächst und galten nicht immer als eingeschworene Mannschaft. Die Gerüchteküche brodelte heiß. Die Cracks standen wohl nicht immer vollkommen hinter dem Trainer. Einen kleinen Rückschritt gab es in Form der Sturmreihen zu beobachten. Man war wieder zu ausrechenbar. Für Tore waren wieder „nur“ D`Alvise und Arniel gut. Dennoch darf man auf keinen Fall den Verletzungsteufel außer Acht lassen. Er zog sich von der Vorbereitung über das ganze Jahr hinweg. Für eine Mannschaft wie Dornbirn kein leichtes unterfangen. Spieler wie Grabher-Meier, McBride, Häußle, Arniel oder die „Neuerwerbung“ Paris waren nicht immer topfit. Andere Teams holten Verstärkungen, bei Dornbirn lautet die positive Devise: Schwarze, bevor rote Zahlen.

 

Qualification Round

Kampfgeist, Emotionen, Leidenschaft, Wille, Mut…… Diese Werte kamen wohl auch zu spät zum Vorschein. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Man bedenke das Heimspiel gegen Ljubljana oder das letzte Spiel gegen Graz. Man startete durchwachsen und steigerte sich enorm. „Leider“ haben es sich die Dornbiner selbst zuzuschreiben. Die Lage war teils aussichtslos, ans aufgeben haben die Bulldogs allerdings nie gedacht.

Das entscheidende Tor in Graz (Photo: GEPA pictures/ Michael Riedler)

Aussicht

Bringt die neue Saison einen Umbruch? Wahrscheinlich nicht. Auf der „Scouting-Transfer-Ebene“ haben die Bulldogs einen Neuzugang präsentiert. Rick Nasheim wurde für diese Aufgabe verpflichtet. Die Mannschaft aus dem Ländle wird den Stamm halten. Mit Kevin Schmidt verlässt laut den VN, ein weiterer Top-Verteidiger die Vorarlberger. Dave MacQueen wird heftig kritisiert, doch auch er wird nächstes Jahr wieder hinter der Bande stehen. Die Kritik sieht der Verein gelassen “Wir reflektieren uns ständig, wir wollen immer das Beste”. Alex Kutzer wünscht sich natürlich alte bekannte Vorarlberger Namen zurück, nur ist dieser Wunsch aufgrund der hohen Nachfragen eher nicht zu erfüllen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dornbirn trotz wenig finanziellen Möglichkeiten, bis zum Schluss um die Playoff-Plätze ein mächtiges Wörtchen mitreden konnte. Die Fans dürfen nach den letzten positiven Jahren, den Anspruch nicht zu hoch ansetzen.