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INL: Dolinsek vs. Lenes: HN-Experte Georg Veit klärt die Situation auf!

Aufregung kam gestern auf, als sich die Kitzbühel Adler durch einen ihrer Meinung nach gezielten Angriff durch Jesenice-Crack Jure Dolinsek auf Adler-Topscorer Peter Lenes benachteiligt fühlten. Höhepunkt war, dass Dolinsek danach für die Gastgeber auch noch ein Tor erzielte (wir berichteten ausführlich). Hockey-News versucht die Situation aufzuklären, indem wir uns die Expertenmeinung von einem, der es wissen muss einholten.

(Pic: Gerhard Nöckler)

(Pic: Gerhard Nöckler)

 

Ex-EBEL-Referee Georg Veit ist auch in der INL in der Funktion des Supervisors tätig und hat sich der Situation anhand des von den Kitzbühlern veröffentlichten Videos angenommen: 

 

5. Play Off Spiel Jesenice – Kitzbuhel

Posted by Sonja West on Donnerstag, 3. März 2016

Grundsätzlich ist vorab zu sagen, dass anhand der Szene natürlich nur diese als Einzelsituation isoliert betrachtet werden kann, da vorheriges Spielgeschehen nicht zu sehen und somit nicht beurteilbar ist. Da der KEC in seiner Behauptung, Jesenice versuche den KEC Spielmacher aus der Serie zu nehmen, sich nur auf dieses Video stützt, ist jedoch anzunehmen, dass es keine eklatanteren Szenen in diesem Spiel gab, die diese These stützen.

Anhand der Gestik ist im Video erkennbar, dass der Szene eine beidseitige verbale Provokation vorausgeht. Beide Spieler provozieren sich hier gegenseitig, es kann NICHT eindeutig erkannt werden, wer sich in der Täter bzw. Opferrolle befinde. Wenn man weiters anerkennt, dass der primäre physische Kontakt von Lenes mit dessen rechter Hand hergestellt wird, ist die These von Lenes als Opfer in dieser Situation nicht haltbar.

Weiters gab einer der vier Schiedsrichter an, dass Peter Lenes auf die Frage durch den slowenischen Spieler „You wanna go?“ eindeutig mit „Yes“ antwortete.Dadurch ergibt sich die Situation, dass es sich bei den Beiden um „willing combattants“ (siehe ERKLÄRUNG) handelte, also zwei Spielern die in einen Kampf einwilligen. Warum Peter Lenes in der Folge dann plötzlich seine Hände schützend über sich hält und nicht auf den vereinbarten Kampf eingeht lässt Raum für Spekulationen, ist aber zumindest unorthodox.

Weiters muss der Darstellung widersprochen werden, dass ungerechterweise beide Spieler 4 Minuten wegen Roughings erhielten, da aus dem Spielbericht klar hervorgeht, dass Lenes 2 min für Roughing und 2 min für Holding erhielt. Das heißt: Dolinsek WURDE für den Kampf tatsächlich mit 2 Minuten mehr bestraft.

Wenn, wie gefordert, der Spieler aus Jesenice 5+SPD erhalten hätte sollen, dann hätte dies auch für Lenes gelten müssen, da er sich, wie gesagt, auf den Kampf einließ.

Ich bitte noch zu beachten, dass in der INL andere Regeln gelten als in der EBEL, einen Instigator (EBEL 2+5+SPD) gibt es zwar auch im IIHF Regelwerk, die vorgesehene Strafe ist hier aber nur eine kleine Strafe (zusätzlich zu anderen ausgesprochenen Strafen). Dazu muss aber einer der beiden Spieler EINDEUTIG als „Stänkerer“ ausgemacht werden, was man in diesem Video Dolinsek NICHT nachsagen kann. Zusätzlich sei noch bemerkt, dass es für „dropping the gloves“ in KEINEM Fall eine Spieldauerdisziplinarstrafe geben kann, höchstens eine Disziplinarstrafe. Das heißt in dieser Situation wären auch zusätzlich zu den 4 Minuten jeweils eine Disziplinarstrafe vertretbar gewesen. Eine für Lenes, fürs Fordern, aber Nichteingehen des Kampfes und eine für den slowenischen Spieler fürs Handschuhe ausziehen.

 

Zum Nachlesen (gekürzt aus dem IIHF Regelbuch):

RULE 141 – FIGHTING 

iii.
A player who removes his glove(s) or helmet with the intention of engaging in a confrontation with an opponent will be assessed a misconduct penalty in addition to any other penalties.
iv.
If there is a clear instigator and aggressor in a fight, that player will be assessed a minor penalty as the aggressor in addition to any other penalties he may incur.

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