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Europa

International: Verurteilter Schiedsrichter-Mörder ist zurück im Profieishockey!

Ein wegen Mordes an einem Schiedsrichter verurteilter ehemaliger Nachwuchsteamspieler aus der Slowakei schaffte nun den Sprung zurück in die höchste Spielklasse seiner Heimat.

(Symbolfoto)

Wir erinnern uns noch an die Story um Mike Danton, der 2004 wegen des Versuchs einen Mord in Auftrag gegeben zu haben, zu 7,5 Jahren Haft verurteilt wurde und 2012 rehabilitiert für Orli Znojmo in der EBEL auflief. Doch die Story um Ladislav Scurko ist noch um einiges heftiger.

Der heute 31-jährige Slowake galt als Riesentalent in seiner Heimat, wurde 2004 in der sechsten NHL-Draftrunde von den Philadelphia Flyers gezogen und war in allen Nachwuchsauswahlen seines Landes aktiv. Doch 2008, als Scurko gerade mal 22 Jahre alt war, kippte seine Karriere schlagartig. Mit 19 Messerstichen brachte er den Schiedsrichter Marek Liptaj um und wurde dafür rechtsgültig verurteilt.

Die Story liest sich wie aus einem Schocker-Drehbuch: Liptaj erschlich sich mit einer erfundenen Krebserkrankung das Mitleid Scurko’s, worauf hin er den Offiziellen bei sich einziehen ließ. Auch hohe Geldsummen sollen geflossen sein, die Liptaj nicht zurückzahlen konnte, wurde zumindest später spekuliert. Als Scurko erfuhr dass die Krebserkrankung nur vorgetäuscht war, eskalierte die Situation.

Im Dezember 2008 wurde der Leichnam Liptaj’s in einem Wald verscharrt aufgefunden. Doch erst Monate später, direkt nach der Meisterfeier des Cracks mit seinem Team HC Kosice wurde Scurko verhaftet. Dieser gestand schnell, widerruf dann aber sein Geständnis mit der Begründung zum Geständniszeitpunkt auf Grund der Feierlichkeiten stark alkoholisiert gewesen und dabei massiv unter Druck gesetzt worden zu sein zu gestehen.

Nach zwei Jahren Untersuchungshaft wurde er 2011 freigesprochen. Doch der Prozess wurde neu aufgerollt und im Sommer 2012 folgte das Urteil zu acht Jahren Gefängnis, welches später auf fünf Jahre reduziert wurde obwohl der Staatsanwalt 15 Jahre forderte.

Letztendlich saß Scurko, drei Jahre und neun Monate und wurde im Dezember 2015 vorzeitig entlassen. Später gab er an, dass er auf Grund seines Gewissendrucks schon eher zur Polizei gehen wollte, aber der Wille die Saison noch unbedingt zu Ende zu spielen größer war.

Nach seiner Enthaftung wagte er sich wieder aufs Eis und schaffte über die unteren Ligen das Comeback auf höchster Ebene. Mit dem HC Detva spielt er nun in der slowakischen Tipsport Liga und ist dort sogar assistant captain seines Teams. Die ersten beiden Meisterschaftsspiele gingen jedoch verloren und er blieb noch ohne Scorerpunkt, hält dafür bei 16 Strafminuten.

Zu seiner Zeit im Gefängnis äußerte sich der 31-jährige Stürmer auch öffentlich und gab an dass die ersten drei Monate in Haft die härtesten waren, ehe man sich an den Tagesablauf und das Leben in Gefangenschaft gewöhnt. Geholfen hat ihm aber dass seine Freundin, die er zwei Jahre vor der Verhaftung kennenlernte, über all die Zeit zu ihm stand und es immer noch tut.

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