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NHL

NHL: Das sind die Schweizer Top Stars, Rookies und Legenden in der NHL

Die nordamerikanische National Hockey League, kurz NHL, gilt unangefochten als die beste Profiliga überhaupt. Mit Ken Baumgartner trat vor 30 Jahren zum ersten Mal ein Schweizer Staatsbürger auf dieses hochkarätige Parkett und blieb der Liga bis zu seinem Karriereende im Jahre 1999 erhalten. Ein Blick in seine Vita weist ihn als begehrten Spieler aus, der in insgesamt 5 verschiedenen kanadischen und US-amerikanischen Teams sein Können zeigte. Doch Baumgartner steht als Schweizer in der NHL längst nicht mehr allein da.

Quelle: Berend Stettler (CC BY-SA 2.0)

Ken Baumgartner trat auf dem Spielfeld als Enforcer auf, in mehr als 700 Partien sammelte er auf dieser Position über 2000 Strafminuten. Dies ist zwar nicht gerade rühmlich, zeigt aber deutlich die starke Aktivität des gelernten Bänkers auf, der seinen Job, die Stürmer zu schützen, sichtlich ernstnahm. Er besaß sowohl die schweizerische als auch die kanadische Staatsangehörigkeit und feierte sein NHL-Debüt bei den Los Angeles Kings. Sein erstes Ligator erzielte er 1988 gegen die Detroit Red Wings, zu diesem Zeitpunkt war er gerade einmal 22 Jahre alt.

Als erster Schweizer Spieler, der die Trophäe des Stanley Cups in Händen hielt, darf sich David Aebischer rühmen. Der 1978 in Genf geborene Torwart erlebte diesen Karrierehöhepunkt im Jahr 2001 gemeinsam mit der Colorado Avalanche, einer US-amerikanischen Mannschaft. Sein erstes NHL-Spiel absolvierte er im Jahr davor, und bereits in der Saison 2003/04 avancierte er zum Stammtorhüter seines Teams. Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin teilte er sich seinen Job mit Landsmann Martin Gerber, die beiden Keeper trugen maßgeblich zum erfolgreichen Abschneiden des Schweizer Teams bei. Sowohl Aebischer als auch Gerber gelten als echte NHL-Raritäten: bislang gab es außer diesen Ausnahmetalenten keine weiteren Schweizer Torhüter, die sich über einen längeren Zeitraum in der NHL etablieren konnten. 2012 verließ Aebischer Nordamerika und gesellte sich zum HC Lugano. Nach einem kurzen Abstecher zu den Rapperswil-Jona Lakers beendete er im Jahr 2015 seine Karriere.

 

Auch Martin Gerber durfte diesen außergewöhnlichen Moment erleben, den Stanley Cup für sich und seine Mannschaft zu gewinnen. Das war im Jahr 2006, als Gerber sich bereits seit etwa 2 Jahren Stammtorwart der Carolina Hurricanes nennen durfte. Im Anschluss wechselte er zu den Ottawa Senators und gewann mit ihnen gemeinsam die Prince of Whales Trophy. 2007 fand er sich abermals im Finale des Stanley Cups wieder, unterlag mit seiner Mannschaft aber den Anaheim Ducks und musste sich mit einem zweiten Platz begnügen. Die Weltmeisterschaft 2013 brachte ihm und seiner Schweizer Mannschaft die Silbermedaille ein, nur Schweden bekam den Puck besser in den Griff. Eine kleine Randnotiz: Martin Gerber und David Aebischer traten im Jahr 2002 auch einmal gegeneinander an, als die Colorado Avalanche auf die Mighty Ducks of Anaheim trafen. Ein einzigartiger Moment, denn zwei Schweizer Torhüter standen sich in der NHL niemals zuvor – und auch nicht danach – beim Bully gegenüber. Gerber hängte erst vor Kurzem, in der Saison 2016/17, seinen Schläger an den Nagel.

 

Quelle: 5of7 – https://www.flickr.com/photos/53936799@N05/5541029912 (CC BY-SA 2.0)

 

Was bei Martin Gerber just endete, hat bei Nico Hischier jetzt erst richtig begonnen: mit gerade mal 18 Jahren gelang ihm im Juli 2017 der Sprung in die NHL, nun gleitet er mit den New Jersey Devils über das Eis. Der NHL Entry Draft 2017 brachte die Entscheidung, der begabte Rookie wurde als First Overall Draft Pick ausgewählt. 2016 wechselte er bereits von Bern nach Kanada und brachte es dort in seiner ersten Saison auf 38 Tore, 48 Vorlagen und 86 Scorerpunkte. Damit übertraf er alle anderen Rookies bei Weitem und erhielt für seine Leistungen die Trophée Michel Bergeron. Die Canadian Hockey League kürte ihn zudem als CHL Rookie of the Year, mit großer Wahrscheinlichkeit steht Hischier also noch eine glänzende Karriere bevor. Wie sich die Chancen der New Jersey Devils mit dem Einkauf dieses Schweizer Talents entwickeln, lässt sich hervorragend beim Onlinebuchmacher BetStars nachvollziehen, der Wetten auf die verschiedenen NHL-Teams entgegennimmt. Die Quoten der Partien sehen hier die New Jersey Devils häufig recht gut aussehen, sodass auch die Buchmacher dem hiesigen Talent viel Potenzial bescheinigen. Der junge Mann darf sich jedenfalls jetzt schon der »am höchsten ausgewählte Schweizer Spieler der gesamten NHL-Geschichte« nennen. Hoffentlich lastet dieses Gewicht nicht allzu schwer auf den sportlichen Schultern, sondern gibt ganz im Gegenteil dazu Anlass, jetzt erst richtig durchzustarten!

 

Quelle: Kaiser matias (CC-BY-SA 4.0)

 

Denis Malgin heißt ein weiterer der jüngsten Schweizer Neuzugänge, der just die NHL enterte, als Martin Gerber seinen Abschied vom Eishockey verkündete. Der 1997 in Otten geborene Center Player steht seit 2016 bei den Florida Panthers unter Vertrag, ein echter Rookie also mit einem glänzenden Karrierestart. Die NLA zeichnete ihn 2014/15 als vielversprechendsten Nachwuchsspieler des Jahres aus, zuvor zeigte er sein Können jahrelang in der Schweizer Nationalmannschaft, stets in der passenden Altersstufe bis zur U20. Als im Jahr 2015 der Nachwuchs an der Weltmeisterschaft teilnahmen, gelangte er bis ins All-Star-Team. Die Florida Panthers haben sich den Newcomer nun für drei Jahre gesichert, inklusive Einsatzmöglichkeiten im zugehörigen Farmteam und bei den Springfield Thunderbirds. Sein erstes NHL-Tor liegt bereits hinter ihm, es fiel Ende 2016 im Spiel gegen die Boston Bruins.

 

Quelle: Fabien Perissinotto (CC-BY-SA 4.0)

 

Auch das Naturtalent Timo Meier macht aktuell von sich Reden, er fand bereits ein Jahr zuvor, 2015, in die NHL und macht sich nun für das Farmteam der San Jose Sharks verdient. Der junge Mann wurde im Herbst 1996 in Herisau im Kanton Appenzell Ausserrhoden geboren und vertrat die Schweiz als Junior-Stürmer bei vielen internationalen Eishockey-Wettbewerben. Die Saison 2014/15 brachte Meier einen Platz in der U20-Nationalmannschaft ein, die er als einer der besten Scorer der folgenden U20-WM würdig vertrat. Sein Platz im Team blieb selbstverständlich weiter reserviert, sodass er zur nächsten WM 2016 in Helsinki wieder einmal auf dem Eis stand, um den Puck ins gegnerische Tor zu jagen. Noch einmal schaffte er es auf eine Top-Position in der Scorerliste, insgesamt erzielte er während seiner zwei U20-Jahre 9 eigene Tore und 21 Scores. Kein Wunder also, dass die US-Amerikaner beherzt zugriffen und sich die Schlagkraft dieses frischen Stürmers sicherten.

 

Auch Kevin Fiala gehört ganz sicher zu den erwähnenswerten Newcomern, er stammt aus St. Gallen und besitzt tschechische Wurzeln. Geboren wurde er im selben Jahr wie Timo Meier. Fialas Weg durch die Nachwuchs-Mannschaften zeichnet sich durch jede Menge Erfolgserlebnisse aus, seine Pässe aus dem linken Flügel führten regelmäßig zu Toren, daneben verzeichnete er zahlreiche direkte Treffer. Im Team kamen in 28 Partien 34 Tore und 18 Assists zusammen, in den entsprechenden Playoffs erzielte er 6 Tore und 8 Assists. 2014 nahm er in ein und demselben Jahr an drei verschiedenen Weltmeisterschaften in unterschiedlichen Altersgruppen teil, ein Unikum, das nur zwei andere Spieler in ihrer Karriere jemals erleben durften. Seit Sommer 2014 steht er bei den Nashville Predators in der NHL unter Vertrag und kommt auch für deren Farmteam, die Milwauki Admirals, zum Einsatz. Den größten Teil seiner Spielzeit verbrachte er bis zur Saison 2016/17 in der AHL, dann kämpfte er sich ins NHL-Stammaufgebot der Predators vor. Ein bisschen Zeit hat er wohl noch gebraucht, um sich warmzuspielen für die Zukunft.

 

Bislang ist es noch keinem Schweizer Eishockeyspieler gelungen, den NHL Award für besondere Leistungen in Empfang zu nehmen. Die aktuellen Neueinsteiger besitzen jedoch alle Voraussetzungen, sich zumindest Hoffnungen auf diese Auszeichnung machen zu dürfen – ihre Karriere hat schließlich gerade erst begonnen. Wahrscheinlich werden ihnen auch die alten Hasen kräftig die Daumen drücken, die sich ganz sicher noch gut daran erinnern, wie es war, in Saft und Kraft zu stehen, mit glühender Leidenschaft im Herzen und voller Hoffnungen darauf, einmal zu den ganz Großen zu gehören!

 

 

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