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NHL Inside Out: Capitals und Wild sind “All-in”
Von: Martin Muhrer Am: 28 Feb, 2017 | Kategorien: N.Amerika, NHL, NHL-Inside Out, zSlideshow

Sowohl die Minnesota Wild, als auch die Washington Capitals zählen dank herausragender Leistungen zu den Topteams der Liga. Beide Mannschaften verstärkten sich aber vor der bevorstehenden Deadline nochmals immens und zählen nun zu den heißesten Titelanwärtern – ist sogar ein Stanley Cup Finale zwischen den Wild und Caps denkbar?

Minnesota General Manager Chuck Fletcher mag in seiner Karriere nicht immer alles zu 100% richtig gemacht haben – wer macht das auch schon – aber eines kann man den Wild nicht vorwerfen: mangelnde Risikobereitschaft. Das Team aus den „Twin Cities“ befindet sich gerade in einem enormen Hoch, Grund genug um den Kader hinsichtlich der Playoffs nochmals aufzuwerten. Schon im Sommer holte man Eric Staal, dieser fand wieder zurück zu alter Stärke, auch Mikael Granlund entwickelt sich immer mehr zu dem was man in ihm gesehen hat: einen potenziellen Top-6 Scorer. Der Finne führt mit 56 Punkten in 60 Spielen die Scoring-Wertung der Wild an.

Mit Staal und Captain Mikko Koivu besaß man bereits zwei starken Center mit Size, mit der Addition von Martin Hanzal wird man zum „big bad monster“ der Western Conference. Große Center mit Härte aber auch Skills sind bekanntlich Trumpf, mit drei in den eigenen Reihen kann nicht mehr viel schief gehen. Mit Ryan White holte man noch Hanzal’s Teamkollege aus Arizona, nun verfügt man in St.Paul über eine enorme Kadertiefe, die etwaige Verletzungen gut abfedern kann. Dies ließ sich Fletcher aber auch einiges kosten, denn insgesamt drei Draftpicks und einen Minor-League Spieler transferierten die Wild zu den Arizona Coyotes – der eigene 1st Round Pick aus dem Jahr 2017, ein Draftrecht der zweiten Runde und ein 4th Round Pick, welcher aber noch an Bedingungen geknüpft ist.

(Bild: 5of7)

In Minnesota erkennt man aber, dass das Stanley Cup Fenster auch dank eines bärenstarken Devan Dubnyk’s weit offen ist. Zusätzlich kann man sich solche Investitionen leisten, denn die Wild verfügen über einen stark besetzten Prospect-Pool der Spieler wie Kirill Kaprizov, Topscorer der vergangenen U20-WM, Alex Tuch, Jordan Greenway, Joel Eriksson Ek und Luke Kunin beinhaltet. Allen genannten Spielern wird Top-Six Potenzial vorhergesagt – somit ist eine solche Pick-Investition durchaus verkraftbar.

In der Saison 2014/15 hat Brian MacLellan den Posten als General Manager der Washington Capitals übernommen. Seit Beginn seiner Amtszeit wurden unter anderem Justin Williams, T.J. Oshie, Matt Niskanen, Brooks Orpik und jetzt auch der wohl dickste Fisch der Deadline, Kevin Shattenkirk nach Washhington geholt. Die Capitals holten 28-jährigen US-Amerikaner aus St.Louis – der Vertrag des 14th Overall Pick aus dem NHL Entry Draft 2007 läuft mit Ende der Saison aus. Die Akquirierung von Shattenkirk wertet die ohnehin starke Defensive der Hauptstädter noch mal auf, wirklichen Impact wird der Zugang aber in der Offensive und im Powerplay haben, denn 471-fache NHLer ist als Puckmoving-Defender bekannt, der in seiner bisherigen Karriere 284 Punkte einsammeln konnte. Mit 203 geschossenen Toren liegt Washington mit Minnesota auf dem geteilten dritten Rang, die Tordifferenz von +70 sucht aber ihresgleichen. Mit Shattenkirk kam noch Goalie Pheonix Copley zurück in die Hauptstadt – er wurde von den Caps im Jahr 2014 als College Free Agent unter Vertrag genommen. MacLellan schickte im Gegenzug ein Paket bestehend aus einem 1st Rounder, einen potenziellen 2nd Rounder aus dem Jahr 2019, sowieo Brad Malone und Zach Sanford nach Missouri.

(Bild: Michael Miller)

Es war ein kluger Schachzug, denn eines muss man ganz klar erwähnen. Die Capitals schnappten den starken Konkurrenten aus dem Osten, wie zum Beispiel den Pittsburgh Penguins oder New York Rangers eine tolle Option vor der Nase weg. Mehrfach wurde berichtet, dass sowohl Pittsburgh als auch die New Yorker ihrer Finger nach dem Defender ausgestreckt haben, nun hat man die vermutlich beste Personale der Deadline in seine eigenen Reihen geholt. Die Konkurrenz muss sich nun nach anderen Verteidigern umsehen, die aber qualitativ nicht an Shattenkirk herankommen.

Ähnlich wie in Minnesota steht auch in Washington D.C. das Fenster ganz weit offen. Superstar Alexander Ovechkin wartet, so wie die Frachise, auf seinen ersten Cup. In den vergangenen Jahren wurden die Caps immer wieder als Favoriten gehandelt, auch heuer muss man sie ganz oben auf der Rechnung haben. Dazu muss man aber vor allem eines: den Fluch des Halbfinals abschütteln und sich gegen die starke Konkurrenz aus New York und Pennsylvania behaupten, was in der „regular season“ oft gelang, in den Playoffs aber bis dato eine fast unlösbare Aufgabe für die Capitals darstellte.

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