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NLA-Playoff: Knapper ZSC Sieg gegen Lugano / Kloten mit Heimschlappe
Von: Ulla Landolt Am: 6 Mrz, 2017 | Kategorien: Europa, NLA

Lugano verliert sein erstes Playoffspiel auswärts gegen die ZSC Lions knapp mit 4:3. Vor über 10‘000 Zuschauern gingen die ZSC Lions im ersten Spiel der Viertelfinal-Playoff Serie gegen Lugano knapp mit 4:3 als Sieger vom Eis. Dabei beklagten aber auch den Verlust ihres Topskorers Nilsson, welcher nach einem Kniecheck von Julien Vauclair nicht mehr aufs Eis zurück kehren konnte und wohl länger ausfallen wird.

Nachdem der HC Lugano nach den ersten 40 Minuten mit 1: 3 in Rücklage lag, wurde es im letzten Spielabschnitt nochmals spannend. Die Lions waren nach dem ersten Drittel mit dem 1:1 den Luganesi zwar hoch überlegen, vermochten ihren Anhang aber nicht vollends zu überzeugen. Der ZSC ging durch Reto Schäppi schon früh in Front und schnürten die Bianconeri danach  richtiggehend ein. In der 8.Minute scheiterte Wick nach einem Pass von Blindenbacher an dem grossartig reagierenden Merzlikins und traf wenig später nach einem offenden Zuspiel von Nilsson, den Puck nicht richtig. Anschliessend scheiterte auch Suter am hervorragenden Lugano Goalie, obwohl ihm dabei die Luganesi zuviele Freiheiten zugestanden hatten. Lugano bekundete zudem im Spielaufbau etliche Probleme und kam nur selten über die rote Linie. In der 10. Minute scheiterte Bürgler bei seinem Versuch, den Ausgleich zu erzielen. Dies gelang dem HC Lugano erst in der 17. Minute nach einer unübersichtlichen Situation vor Flüeler’s Gehäuse. Doch Vauclair hatte die Scheibe ausgegraben und schoss diese gleich zum Ausgleich ein.

Auch im mittleren Abschnitt agierten die ZSC Lions überlegen, wenn auch nicht mehr so stark. Trotz allem war ihr Treffer kurz nach Anpfiff zum 2.Drittel und zur erneuten Führung verdient. Ein Fehler seitens der Luganesi führte dazu, weil sie nach Ablauf einer Strafe der Lions deren Verteidiger Suter vergessen hatten. Dieser von Nilsson angespielt kam völlig frei zum 2:1 Abschluss. Bei einer weiteren Strafe gegen die Tessiner Gäste scheiterte Wick, doch hätte Lugano eigentlich eine weitere Strafe erhalten müssen, weil Vauclair den Stürmer Pestoni mit dem Ellbogen gegen den Kopf gecheckt hatte und dieser benommen liegen blieb. Doch wollten die Referee’s nichts gesehen haben. Anschliessend verlor Merzlikins hinter seiem Tor die Scheibe, welche zu Suter vors Tor kullerte, doch traf dieser nur die Latte.

Kurz danach wurde der ZSC-Topskorer Nilsson gefoult und erneut hiess der Übeltäter Julien Vauclair. Vauclair liess sein Knie stehen und traf damit das Knie des Schweden, welcher verletzt liegen blieb und es nicht so aussah, als ob er wieder aufs Eis zurückkehren würde. Aber auch Vauclair musste in die Kabine, konnte später aber wieder mitspielen. Eine Strafe wurde nicht erteilt, doch dafür handelte sich Merzlikins wegen Reklamieren eine 10 Minuten Disziplinarstrafe ein. Noch vor der zweiten Pause und in Überzahl traf David Rundblad, nachdem Bertaggia zuvor wegen übertriebener Härte auf der Strafbank gelandet war.

Kurz nach dem Anpfiff ins Schlussdrittel lieferte Rundblad einen Assist zum 4:1, indem er bis quer vor Merzlikins lief und der Puck zu Fabrice Herzog gelangte. Eine Strafe gegen Trachsler wurde ausgesprochen und auch diese Überzahl wurde genutzt, Fazzini verkürzte auf 2:4, wobei der Zürcher keinerlei Abwehrchance hatte. Die Tessiner gaben sich aber keinesfalls geschlagen und Lapierre brachte sein Team mit einem weiteren Tor zum 3:4 in der 46. Minute noch näher an einen Ausgleich heran. Mike Künzle kam kurz danach dem Tessiner Goalie etwas zu nahe., Merzlikins liess sich gekonnt fallen und holte somit eine Strafe gegen Künzli heraus, doch das Lugano-Powerplay brachte keinen Torerfolg. 10 Minuten vor Schluss musste mit Thoresen der nächste Zürcher auf die Strafbank, welche Lugano jedoch auch diesmal nicht nutzte. In der 55.Minute scheiterte Hofmann bei vier gegen vier am Zücher Goalie und somit brachten die ZSC Lions ihren knappen Vorspung über die Runden und verliessen als verdiente Sieger der ersten Playoff-Serie gegen Lugano das Eis.

In der Serie gegen Fribourg und um den Ligaerhalt kassiert der EHC Kloten eine deutliche Heimschlappe und verpasste dadurch die Möglichkeit sich vorzeitig den Ligaerhalt zu sichern.

Mit den 14 Punkten Vorsprung aus der Meisterschaft auf die beiden letztplatzierten Fribourg und Ambrì ist der EHC Kloten für den Ligaerhalt im Prinzip schon gesetzt, von daher her ist die Angelegenheit nur halbwegs spannend. Die Frage ist nur wie lange es dauert bis Kloten auch mathematisch den Verbleib in der NLA sicher stellen kann. Praktisch sicher ist eigentlich nur, dass sich Gottéron am Ende im Playout mit Ambrì messen wird/muss. Eigentlich hätte für Kloten Luca Boltshauser zwischen den Pfosten stehen müssen, aber anhand einer Änderung hütete Martin Gerber das Tor. Als Backup-Goalie der Klotener tauchte Seifert etwas verspätet auf der Spielerbank auf. Bei Fribourg fehlte Maret krankeitshalberm dafür meldete sich Schilt in der Startformation zurück. Bei Kloten durfte Tim Ramholt nach dem erfolgreichem Rekurs gegen die Sperre wieder eingesetzt werden und Sheppard musste seine letzte Sperre absitzen.

In den ersten 20 Minuten ortete sich Gottéron als die eher etwas gefährlichere Mannschaft, sofern sie sich denn im Drittel der Klotener festsetzen konnten. Trotzdem kamen die Zürcher Unterländer einige Male mit gefährlichen Kontern vor Conz. Die Partie im allgemein körperbetont und intensiv, doch Tormöglichkeiten eher rar und das Startdrittel torlos.

Den besseren Start hatte Kloten im 2. Drittel. Eine hochkarätige Chance zur Führung vergab Homberger auf Pass von Kellenberger, da er den Puck, obwohl das Tor weit offenstand, nicht unterbringen konnte. So dauerte es bis zur 33. Minute, bis der erste Treffer zu Ungunsten des Heimteams fiel. Rückkehrer Schilt hatte das Score eröffnet und es dauerte keine 30 Sekunden bis Mottet nachdoppeln konnte und für die Zweitore-Führung der Drachen sorgte. Zwar urplötzlich aber aufgrund des Gezeigten der Flughafenstädter nicht unverdient. Die Angriffe des Klotens waren alle durchschaubar und zu ideenlos. Die Einstellung stimmte zwar aber erneut tut man sich gegen Gottéron zu schwer wie schon in der ganzen Saison. So widerspiegelte einzelne Buh-Rufe zur zweiten Drittelspause gegen Kloten den Unmut der Anhängerschaft auf den spärlich besetzten Rängen. Hau einfach mal drauflos, wird sich Fribourg’s Chiquet gesagt haben, als er von hinter der Torlinie seitlich auf Gerber schoss und die Scheibe per Schlittschuh von Gerber ins Tor befördert wurde. Dies war Gift für die Moral der Klotener, doch anstatt zu reagieren kam es noch schlimmer. Der EHC Kloten verunsichert und ohne Durchsetzungsvermögen, fiel buchstäblich auseinander und kassierte letztendlich gleich noch zwei weitere Treffer für den klaren und brutalen Schlussresultat.

Obwohl die Positionen gleichwohl schon bezogen sind und diese Platzierungsrunde mit Bestimmheit keine grosse Überraschungen mehr bieten wird,  ist es unverständlich, warum sich der EHC Kloten in dieser ersten Qualifizierungsrunde derart verramschen liess. Ihr Aufritt lustlos und ausserdem ging man nicht mit letzter Konsequenz dorthin wo es weh tut. Die Fribourger hingegen zufrieden, tankten Selbstvertrauen für die weiteren kommenden Partien um den Klassenerhalt.

Die weiteren Partien: Zu einem wahren Playoff-Thriller wurde die Serie in der Romandie zwischen Lausanne und Davos. Den Davosern gelang nach einem 0:3 Rückstand eine Aufholjagd und gelang durch den 3:5-Auswärtssieg das Break. Der Mann der Startphase war Yannick Herren, der seinen ehemaligen Visper- Klubkollegen Gilles Senn innert 147 Sekunden gleich zweimal bezwingen konnte. Trotz Timeout von Davos Coach Del Curto endete das 1.Drittel mit dem 3:0 Vorsprung der Lausanner.

Erst nach der ersten Pause startete Davos in Playoff-Manier ins zweite Drittel und schraubten einen Gang höher. Marc und Dino Wieser brachten ihr Team denn auch nach 40 Minuten mit je einem Treffer auf 2:3 heran. Das Schlussbouquet des HCD erfolgte von Verteidiger Forster, welcher am Boden von den beiden Lausanner Danielsson und Junland ins Sandwich genommen wurde, konnte die Scheibe noch an den mitlaufenden Ambühl weiterschieben und dieser den verdienten 3:3Ausgleich in Unterzahl erzielen konnte. Die Bündner gewannen nun praktisch sämtliche Duelle und gingen gut zwei Minuten vor Schluss durch Corvi in Führung. Dino Wieser erhöhte durch seinem Treffer in leere Gehäuse noch auf 5:3.

Holden schiesst den EV Zug zum Sieg Dass dieses ein hartes Viertelfinal-Duell wird, macht Genéve-Servette den Zentralschweizern schnell klar. Doch konnten die Zuger kräftemässig gut mithalten und gingen auch in Führung. Nachdem die „Grenats“ ausgleichen konnten, waren sie es welche sich mehr Spielanteile erarbeiteten und wären dreieinhalb Minuten vor Spielschluss beinahe noch zum Siegtreffer gekommen. Denn es war nie eine Stärke des EVZ , unter Druck stehend auf einen Rückstand zu reagieren. Doch diesmal und nach einem Timeout von Trainer Harold Kreis, welcher noch Goalie Stephan durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, konnten sich der EV Zug durchsetzen. Diaz rettet seiner Mannschaft sieben Sekunden vor Spielende noch in die Overtime. Dort schlug Oldie und Captain des EVZ zu und erzielte den Siegtreffer.

Simon Moser sorgt in der Verlängerung für den Sieg des noch amtierenden Schweizermeister Bern Der Sieg des SCB in einem nervenaufreibenden und doch packendem Duell gegen Biel wurde erst in der Verlängerung entschieden. Simon Moser erzielte das Siegtor in der 68. Minute. Im Startdrittel und in der dritten Minute verfehlte Gagnon das offene Tor und traf nur den Pfosten. Biel dagegen bewies, das sie es besser konnten und gingen durch den Finnen Rajala in Führung. Doch die Seeländer durften nur kurz jubeln, dies weil sich Bern’s Arcobello in der 12. Minute durchtanken konnte und den Ausgleich erzielte. Bei diesem Ausgleichstreffer sah Biel’s Goalie Hiller ziemlich alt aus. Kurz danach jubelten die Berner erneut, doch das Tor von Moser wurde nicht gegeben, weil die Scheibe an sein Knie prallte und er sie mittels einer Kickbewegung ins gegnerische Tor beförderte. Zuviele Möglichkeiten vergab der SC Bern im 2.und 3. Abschnitt, viele davon in Überzahl. Hiller hatte etwas dagegen und machte damit seinen Schnitzer beim Berner Ausgleich wieder wett und rettete den EHC Biel in die Verlängerung, wo Simon Moser dank seinem Treffer trotzdem noch jubeln durfte.

Ambri-Piotta verliert in Valascia den Auftakt für den Ligaerhalt.

Der Sieg in der Valascia gebührten dem effizienteren Team. Mit 1:2 gewannen die SCL Tigers 1:2 durch die Treffer von Randegger und Albrecht. Ambris Anschlusstreffer von Pesonen half nicht mehr und die Langnauer sind dem Ligaerhalt einen Schritt näher gekommen und Ambri-Piotta hat nur noch theoretisch ein Chance. Ambri findet auch unter dem neuen Coach Gordie Dwyer nicht aus der Misere. Diese Niederlage gegen die Tigers war die sechste aus deren Acht.

NLA – Playoff-Viertelfinal Spiel 1

ZSC Lions – Lugano 4:3 (1:1, 2:0, 1:2) (Stand 1:0) Tore:   4. Schäppi  0:1 17. Vauclair (Fazzini) 1:1. 23. Suter (Nilsson, Thoresen) 2:1. 37. Rundblad (Geering/Ausschluss Bürgler) 3:1. 41. (40:16) Herzog (Rundblad/Ausschluss Bertaggia) 4:1. 43. Fazzini (Klasen, Bürgler/Ausschluss Trachsler) 4:2. 46. Lapierre 4:3.

Bern – Biel 2:1 (1:1, 0:0, 0:0, 1:0) n.V. (Stand 1:0) Lausanne – Davos 3:5 (3:0, 0:2, 0:3)  (Stand:0:1) Zug – Genève-Servette 3:2 (1:1, 0:0, 1:1, 1:0) n.V.  (Stand 1:0)   Ligaerhalt

Kloten – Fribourg-Gottéron 0:5 (0:0, 0:2, 0:3) (Stand 0:1) Tore: 33. (32:03) Schilt (Cervenka) 0:1. 33. (32:25) Mottet 0:2. 43. Chiquet 0:3. 49. Sprunger (Mauldin, Birner/Ausschluss Ramholt) 0:4. 57. Sprunger (Rathgeb, Cervenka) 0:5

Ambri-Piotta – SCL Tigers 1:2 (0:0, 0:2, 1:0) (Stand 0:1)