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NLA: Ulmer & Lugano gleichen die Serie erneut aus / Kloten und Obrist verbleiben in der NLA
Von: Ulla Landolt Am: 13 Mrz, 2017 | Kategorien: Europa, NLA

Dank dem Heimsieg in der Resega gleicht der HC Lugano die Serie gegen die ZSC Lions wieder aus. Zug und Davos stehen als erste Teams für den Halbfinal fest. Für Lausanne und Genéve-Servette ist die Saison zu Ende. Langnau und Kloten sichern sich einen Platz in der NLA. Ambri und Fribourg müssen im Playout gegeneinander antreten

Als ausgeglichene Serie präsentiert sich die Viertelfinalserie zwischen dem HC Lugano und den ZSC Lions. So konnten die Luganesi gestern in der Resega gegen die Zürcher die Serie erneut ausgleichen. Als Matchwinner fungierte Zackrisson mit seinem Powerplaytor am Ende des 2. Drittel.

Nachdem gegen Thoresen (ZSC) und Lapierre (Lugano) je eine Spielsperre verhängt wurde, sahen sich die beiden Coach gezwungen, ihr Team umzustellen. Die Lions konnten nur mit zwei Ausländern antreten, da Sjögren noch nicht fit ist. Bei Lugano kehrte Zackrisson ins Line-up zurück und füllte den ersten Block neben Klasen und Fazzini.

Genau wie bei der 2. Partie dieser Serie, ging es auch diesmal gleich zur Sache und gab den beiden Goalie’s Schlegel und Merzlikins die Gelegenheit, sich bereits früh auszuzeichnen. Die Lions kamen in der neunten Minute durch Mike Künzle wegen eines Aufbaufehlers der Luganesi zu einer ersten Möglichkeit, doch Merzlikins rettete. In der 14. Minute der Konter der Bianconeri, wobei sich Bürgler durchzusetzen vermochte, und mit viel Spielübersicht per Querpass Sannitz lancierte, welcher mühelos zum 1:0 einnetzen konnte. Kurz danach hatte Wick eine Grosschance, doch Merzlikins war parat und rettete mit dem Schoner. In der Endphase des ersten Abschnitts kassierten Reuille und Ronchetti zwei Strafen und der ZSC durfte 68 Sekunden lang in doppelter Überzahl agieren und den Abpraller von Geerings Schuss verwertete Herzog zum 1:1 Ausgleich.

Die restlichen Strafminuten zu Beginn des mittleren Abschnitt überstanden die Luganesi ohne Gegentor. Ein erstes Poweplay für den HC Lugano folgte, wobei Schlegel von Luca Fazzini geprüft wurde und Pius Suter in Gegenstoss zu einer  Chance kam, doch Merzlikins zur Stelle rettete mit einer Blitzreaktion. Augenblicke später konnte Bürgler einen Schuss von Fuhrer zum 2:1 ablenken. Doch der ZSC Stürmer Marti, welcher beim Führungstreffer der Luganesi die Strafbank hütete, übte Wiedergutmachung und traf nach einem Querpass von Seger zum 2:2. Bei einem weiteren Powerplay für Lugano scheiterte Bürgler an Schlegel.

Dann kassierte ZSC Verteidiger Blindenbacher bei einem Konter der Bianconeri in der 38. Minute wegen einer  Kollision mit einem Linesmann, der ihm im Wege stand, eine Fünfminutenstrafe was eine Spieldauerdisziplinarstrafe nach sich zog. Blindenbacher hatte den Linienrichter zu Fall gebracht indem er diesen aus dem Weg bugsieren wollte. Dabei stiess er diesen mit der Hand an den Kopf. Zudem verhedderte sich der Linesmann mit seinen Schlittschuhen an Blindenbachers Stock. Somit dürfte ein Verfahren gegen den Verteidiger eröffnet werden was mindestens weitere Spielsperre nach sich ziehen wird. Kurz vor Ende des Mitteldrittes traf Zackrisson mit seinem Direktschuss nach dem Zuspiel von Klasen zum 3:2 Sieg traf. Die besten Chancen beim HC Lugano hatten Hofmann nach dem Pass von Gardner und Bürgler im Restpowerplay seines Teams im letzten Drittel. Auf der Seite der Zürcher scheiterte Wick zweimal in Überzahl an Merzlikins. Zweimal wurde der Zürcher Goalie Schlegel von Ulmer geprüft. Wiederum Merzlikins rettete gegen Baltisberger, der wenig später auf die Strafbank musste. Dann ging Walsson auf tutti und liess ohne Goalie spielen, doch am Ende durfte der HC Lugano jubeln.

Kloten und Obrist sichern sich einen NLA-Platz für die kommende Saison

Kloten besiegt den HC Ambri-Piotta mit 6:2 und hat damit seinen NLA-Platz für nächste Saison auf sicher. Entscheidend war vor allem das Mitteldrittel, als der EHC Kloten mit vier Toren Vorsprung davon ziehen konnten. Ambri hingegen verlor diese Partie erwartungsgemäss deutlich und ist definitiv im Playout und Kloten trotz anhaltendem Formtief gerettet. Bei Kloten war Goalie Boltshauser nach seiner Krankheit wieder zurück und auch mit Verteidiger von Gunten konnten die Zürcher Unterländer nach seiner Verletzungspause wieder rechnen. Bei Ambrì kehrte ebenfalls nach einer Verletzung D’Agostini zurück, dafür war Mäenpää überzählig.

Von einer angeblichen Arbeitsverweigerung wie man in letzter Zeit bemerkte, konnte man dem EHC Kloten in dieser Partie nicht mehr vorwerfen. Kämpferisch und furchtlos ging man von Anfang an zur Sache. Mit ihrem temporeichem Spiel wollte man das Zepter in die Hand nehmen und Ambri in die Knie zwingen. Unsicherheiten in der Klotener Defensive gab es hie und da trotzdem, ansonsten aber hatten die Flughafenstädter in den ersten 20 Minuten mehr Spielanteile. Die Chance der Leventiner, nach 12 gespielten Minuten in doppelter Überzahl spielen zu können und dies fast zwei Minuten lang, konnten sie nicht in Tore ummümzen. In den letzten Minuten des ersten Drittels folgte ein stetiges Hin und Her, auf weil immer mal wieder einer auf die Strafbank musste. Es war kein grossartiges Spiel der beiden Kontrahenten und Emotionen im Spiel gab es nur wenig und so verlief der erste Spielabschnitt ohne Tore.

Im Mitteldrittel drückten die Klotener vehementer auf das gegnerische Tor und erhöhten ihr Tempo. Prompt kassierten die Biancoblu den ersten Gegentreffer durch Bieber nach einem guten Querpass von Genoway. 35 Sekunden später konnte Lemm entwischen und einen Schuss kaltblütig zum 2:0 verwerten, Im Nachhinein hatte man das Gefühl, als gingen zwei Mannschaften aus unterschiedlichen Ligen ans Werk. Der Knoten beim EHC Kloten hatte sich gelöst und es lief denselben plötzlich wie geschmiert und konnten die Scheibe nach Belieben laufen lassen. Ambrì ging die Puste aus, zudem leisteten sich Fehler um Fehler, besonders in der Defensive. Kloten mit Chancen im Minutentakt konnte noch vor der Spielhälfte durch den Ex-Ambri Spieler Daniele Grassi das vorentscheidende 3:0 erzielen, erhöhte kurz vor Schluss des 2.Drittels gar noch auf 4:0.

Für den letzten Spielabschnitt nahmen die Leventiner einen Torhüterwechsel vor. Descloux ersetzte den unglücklichen Zurkirchen, welcher viele Male von seinen Vorderleuten im Stich gelassen worden war und nicht die alleinige Schuld an den Gegentreffern hatte. Die letzten 20 Minuten gestaltete sich etwas ausgeglichener. Die Biancoblu konnte zu Beginn durch den  20-jährigen Trisconi (Ticino Rockets) auf 4:1 verkürzen, doch bevor die Leventiner noch den zweiten Treffer erzielen konnten, kam ihnen der EHC Kloten mit nochmals zwei Tore zuvor. Somit hatte sich der EHC Kloten dank seinem starken Auftritt im 2.Drittel zurückgemeldet und seine Pflicht in dieser Zwischenrunde erledigt. Zeigten wieder einmal eine gute und schnelle Partie und hatten sich von der Ambri-Lethargie nicht anstecken lassen und sich die drei Punkte verdient. Weil auch die SCL Tigers in Fribourg siegte, konnte der EHC Kloten vorzeitig die Ligaqualifikation sicherstellen, denn der 6:2 Sieg gegen Ambri hätte nicht gereicht, dazu brauchte es eben einen Sieg der Langnauer über Fribourg-Gottéron.  

Weitere Begegnungen:

Zug mit dem Schnellzug ins Halbfinal

Das klare und eindeutige Ergebnis reflektiert dieses Spiel schlecht. Nach den katastrophalen Leistungen in Spiel 2 und 3 konzentrierte sich Servette für einmal wieder auf das Hockeyspielen, setzten zu Sturmläufen an und lagen nach zehn Minuten durch Francis Paré in Front. Des weiteren boten sich für Damien Riat, Nick Spaling, Cody Almond und Eliot Antonietti ausgezeichnete Möglichkeiten um die Führung zum 2:0 zu erhöhen. Doch dann geriet der EV Zug in Fahrt und überrollten die Grenats gnadenlos. Erneut war es David McIntyre, welcher bereits am Donnerstag dreimal getroffen hatte, die erste Zuger Chance zum 1.1 Ausgleich nutzen. Dominic Lammer hatte den Ausgleichstreffer vorzüglich für den Kanadier vorbereitet. Lammer brachte die Innerschweizer in der 26. Minute mit einem brillanten Sololauf die erstmalige Führung und derselbe bereitete sechs Minuten später auch Sandro Zangger‘s 3:1 vor und avancierte damit zum Matchwinner.

Somit ging Servette ohne einen Sieg in dieser Serie sang-und klanglos unter. Sie hatten die erste Partie vor einer Woche auswärts in Zug nach einer 2:1-Führung bis wenige Sekunden vor Schluss noch aus den Händen gegeben und sich im Allgemeinen mit unkontrollierten Aktionen selber aller Chancen beraubt. Die Zuger stehen somit erstmals seit vier Jahren wieder einmal in den Halbfinals.

Bern revanchiert sich in Biel für den Fauxpas vom Donnerstag

Nachdem der SC Bern im letzten Spiel im 2.Abschnitt auseinander gefallen und eine 3:6 Niederlage kassiert hatte, entsprach das vierte Aufeinandertreffen wieder den erwarteten Lauf. Bern, favorisiert, lag nach dem 1.Drittel mit 2:0 in Führung und brachte den Sieg diesmal sicher über die Runden. Die wichtigsten und entscheidenden Szenen ereigneten sich in der 16. Minute des zweiten Abschnitts. Tristan Scherwey erzielte seinen zweiten Treffer dieses Abends per Shorthander nach einem tollen Zuspiel von Routinier Martin Plüss zum 3:0. Doch hatte das dritte Tor den Makel, dass die Unparteiischen zuvor ein Foul von Alain Berger an Marco Maurer nicht geahndet hatten. Dieses nicht abgepfiffene Foul leitete den Konter ein, welcher zum Berner Treffer führte. Biel’s Marc-Antoine Pouliot reklamierte in der Folge solange, bis er eine Spieldauer-Disziplinarstrafe kassierte. Doch nicht wegen dieser Aktion hatte der EHC Biel die Partie verloren, sondern weil die Seeländer nach dem 1:3 in der 43. Minute durch Earl, vor dem gegnerischen Tor zuwenig bissig und hartnäckig agierten und der SCB diese Nachlässigkeiten konsequent bestrafte. Nachdem Spielende entluden sich die aufgestauten Emotionen in eine Massenschlägerei, an der sich sogar der Berner Torhüter Leonardo Genoni beteiligte.

Davos überrumpelt den Lausanne HC mit einem Blitzstart

Andres Ambühl, Topskorer des HC Davos wurde in dieser Serie gegen Lausanne zum eigentlichen Sinnbild für die Bündner. So brillierte der urchige Davoser auch in Spiel 4 als dreifacher Torschütze, welcher mit einem Blitzstart die Gäste aus dem Waadtland überrumpelte. Der HCD-Captain zeigte sich jeweils für Spezialsituation zuständig. Sowie in der gestrigen Partie beim 3:0 in Überzahl und dem 4:1 mittels Shorthander. Mit seinem 16. persönlichen Saisontor, dem Schuss ins leere Gehäuse, erzielte Ambühl 27 Sekunden vor Spielende seinen dritten NLA-«Hattrick». Doch auch die Davoser wurden erstmals in der laufenden NLA-Spielzeit bei eigener Überzahl überlistet und gleich zweimal. Zum Ersten durch Alain Miéville mit dem Anschlusstreffer zum 1:3 und zum 3:5 von Gaëtan Augsburger in der zweitletzten Spielminute. Damit blieben die Waadtländer in ihrer dritten NLA-Playoffs seit dem Wiederaufstieg 2013 erstmals sieglos. In den Jahren 2014 (gegen die ZSC Lions) und 2015 gegen den SC Bern kämpfte sich Lausanne jeweils bis in ein Entscheidungsspiel der jeweiligen Best-of-7-Serie vor.

Fribourg weiter im Sumpf Fribourg-Gottéron muss nun definitiv das NLA-Playout bestreiten, während die Klotener nochmals den Kopf aus der Schlinge ziehen konnte. Die Fribourger Drachen verloren gegen die SCL Tigers knapp mit 0:1 und können daher weder die Langnauer noch den EHC Kloten überholen. Im Playout trifft die Mannschaft von Larry Huras ab Dienstag, den 21. März, auf den HC Ambri-Piotta. Ein historischer Sieg für die SCL Tigers, welcher gleichbedeutend mit dem Ligaerhalt war. Letztmals hatten sie am 6. Oktober 2012 eine Auswärtsspiel ohne  einen Gegentreffer zu kassieren gewonnen. Punnenovs ergatterte dabei seinen zweiten Shutout in dieser Saison. Als Schütze beim einzigen Treffer in der 43-Minute outete sich der Finne Eero Elo.

Lugano – ZSC Lions 3:2 (1:1, 2:1, 0:0). Stand 2:2 Tore: 14. Sannitz (Bürgler) 1:0. 20. (19:41) Herzog (Geering, Rundblad/Ausschlüsse Reuille, Ronchetti) 1:1. 28. Philippe Furrer (Fazzini/Ausschluss Marti) 2:1. 29. Marti (Seger) 2:2.

Genève-Servette – Zug 1:5 (1:1, 0:3, 0:1) Stand 0:4 Biel – Bern 1:3 (0:2, 0:1, 1:0). Stand 1:3 Davos – Lausanne 6:3 (3:1, 1:1, 2:1). Stand 4:0

NLA-Abstiegsrunde

Kloten – Ambri-Piotta 6:2 (0:0, 4:0, 2:2) Tore: 25. (24:24) Bieber (Genoway) 1:0. 25. (24:59) Lemm 2:0. 30. Grassi 3:0. 39. Grassi 4:0. 44. Trisconi (D’Agostini) 4:1. 52. (51:56) Lemm (Sheppard, von Gunten) 5:1. 53. (52:20) Cunti (Praplan) 6:1. 59. Berthon (Collenberg, Ngoy) 6:2.

Fribourg-Gottéron – SCL Tigers 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)