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NLA: Ulmer und Lugano verlieren Spiel 3 auswärts nur knapp
Von: Ulla Landolt Am: 11 Mrz, 2017 | Kategorien: Europa, NLA

ZSC-Trainer Hans Wallson setzte für diese 3.Partie der Playoffviertelfinal-Serie zwischen den ZSC-Lions und dem HC Lugano auf Goalie Niklas Schlegel statt Lukas Flüeler. An Stelle von Fabrice Herzog stellte er Chris Baltisberger in die erste Sturmlinie. Dieser Winkelzug zahlte sich sich am Ende aus.

Es war ein Kampf um Biegen und Brechen den sich die beiden Erzrivalen vor 10’500 Zuschauern im Zürcher Hallenstadion lieferten. Schlussendlich aber gewann jene Mannschaft, welche mehr vom Spiel hatte. Der ZSC-Goalie Schlegel feierte dabei seinen zweiten Soutout in dieser Saison und mit dem Mini-Sieg der Zürcher steht es es in der brisanten Serie 2:1 für die ZSC Lions. 

Gestartet wurde gleich von null auf hundert. Ein erster Warnschuss der Stadtzürcher Richtung Merzlikins von Fabrice Herzog wurde noch in derselben Minute bei einem Break regelwidrig gestoppt. Penalty für die Lions. Doch Merzlikins seelenruhig, liess sich von Herzog nicht erwischen. Inti Pestoni’s Schuss ging nur wenige Zentimeter am Lugano-Tor vorbei und kurz darauf folgte eine Möglichkeit für Lugano, da ein ZSC-Verteidiger wegen übertriebene Härte auf die Strafbank musste, aber Schlegel blieb von den Angriffsbemühungen der Luganesi in Überzahl unbeeindruckt. Die Limmatstädter waren optisch gesehen überlegen, doch fehlte ihnen der Zug aufs Tor. Ihre Zuspiele zu ungenau oder man kam zu spät. Lugano hingegen kam des Öfteren zu gefährlichen Chancen, so scheiterten in der 11. Minute Hofmann und Sannitz am gegnerischen Torhüter und Klasen sah zwei Minuten später seinen Schuss in Schlegels Fanghandschuh verschwinden. Klasen wurde kurz danach für seinen Stockschlag gebüßt. Das Powerplay des ZSC, schon die ganze Saison über mehr als schwach, war ungefährlich. In der 16. Minute kassierte Lugano’s unberechenbarer Rüpel Maxim Lapierre für einen Check gegen den Kopf eines Zürchers eine 2 + 10 Minuten Strafe. In Überzahl scheiterte Blindenbacher ein weiteres Mal an Merzlikins. Die Powerplay wurden von den ZSC Lions wie auch von den Bianconeri viel zu umständlich gespielt.

Eine erste Aktion im mittleren Abschnitt von Mike Künzle, welcher Merzlikins von der rechten Seite her in der nahen Ecke prüfte, doch dieser ließ nicht weiter nicht beeindrucken. Eine weiteres Überzahlspiel der Zürcher blieb erfolglos, trotzdem behielten sie das Oberwasser. Die besseren Möglichkeiten aber hatte der HC Lugano, Romanenghi und Bertaggia in der 27. Minute vergaben die besten Chancen für eine Lugano-Führung, da ihre Abschlüsse zu ungenau waren. Eine 2+2 Strafe gegen Roman Wick in der 31. Minute für hohen Stock, Sekunden später musste auch Patrick Thoresen für das gleiche Vergehen auf die Strafbank. Zwei volle Minuten konnte Lugano in doppelter Überzahl antreten, aber das Powerplay erneut zu harmlos. Eine etwas zweifelhafte Strafe gegen Lugan Verteidiger Furrer für Haken wurde ausgesprochen und ein ebenso harmloses Powerplay der ZSC Lions folgte. Trotzdem fiel der erste Treffer dieser Partie noch vor der zweiten Pause, der Führungstreffer für die Lions. Lugano’s Furrer sass dabei zum zweiten Mal auf der Strafbank, als Patrick Geering 20 Sekunden vor dem Ertönen der Sirene Elvis Merziklins mit einem Schlenzer zum 1:0 bezwang.

Das zähflüssige Geschehen fand auch im Schlussdrittel seine Fortsetzung, wobei die Luganesi nach der 45.Minute die besseren Phasen hatten und die Stadtzürcher immer wieder in ihre eigene Verteidigung drängten, auch an der Scheibe agierten sie schneller. Einen Ausgleich durch Luca Fazzini konnte Niklas Schlegel aber verhindern. Dann nahmen die Lions das Zepter wieder in die Hand. Thoresen aber setzte einen Schuss neben das gegnerische Gehäuse und Merzlikins wehrte Siegenthaler’s Schuss mit dem Beinschoner ab. Die Schlussphase hingegen gestaltete sich als ausgeglichen. Sieben Minuten vor Spielende wurde Schlegel von  Giovanni Morini geprüfte und wenig später musste der Zürcher Mike Künzle eine Strafe absitzen. Bürgler’s erster Schuss streifte den Pfosten, den zweiten konnte Schlegel parieren und damit gelang den Bianconeri erneut kein Treffer im Powerplay. 89 Sekunden vor Schluss nahm Lugano-Coach Greg Ireland Merzlikins aus dem Tor, doch gebracht hat es nichts.

Weitere Begegnungen:

Bern ging in der 13.Minute durch Rüfenacht in Führung, doch das anfänglich  geordnete Abwehr-System von SCB-Coach Kari Jalonen fiel nach dem ersten Drittel in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Wenige Sekunden vor der ersten Pausensirene glich Marco Pedretti im Powerplay zum 1:1 aus. Für eine  deutliche Vorentscheidung zu Beginn des 2.Drittels und innerhalb von 15. Minuten sorgte aber der EHC Biel mit Thomas Wellinger (2:1), Philipp Wetzel (3:1), Robbie Earl (4:1) und Jakob Micflikier (5:1) zum 5:1. Eigentlich hätten die Seeländer nach dem 2.Abschnitt noch höher führen müssen, denn es schien als hätten sich die Bieler den ganzen Frust aus dem Leib geschossen. Denn in den ersten beiden Spielen in  dieser Serie (1:2 n.V. und 0:3) lief alles gegen den EHC Biel und der Biel-Goalie Jonas Hiller schien das Duell gegen Leonardo Genoni ganz klar zu verlieren. Doch gestern erlebte der Bern’s Goalie Genoni einen rabenschwarzen Abend. Beim 1:3 liess er die Scheibe unter seinen Schonern hindurchrutschen und sah auch bei den anderen Gegentoren nicht unbedingt gut aus. Zumindest verhinderte Meister Bern dank einer beherzten Leistungssteigerung zum 3:6 ein grösseres Debakel.

Noch einen Sieg von der Halbfinalqualifikation entfernt ist der EV Zug

Das Spiel begann ausgeglichen und dennoch hitzig. Zwei haltbare Gegentore der Zuger kurz vor der ersten Pause warf Servette völlig aus der Spur. Das Spiel schien im Mitteldrittel für Genf bereits gelaufen zu sein durch den Hattrick zum 4:0 von McIntyre. Die Zuger gewannen die strafenreiche Partie in der Bosshard-Arena verdient mit 5:1. Insgesamt wurden 12mal 2 Minuten gegen Zug und 16mal 2 plus 5 Minuten (Traber) plus Spieldauer (Traber) gegen Genève-Servette ausgesprochen. Die Partie war für die Grenats früh vorbei, weil der EVZ bis zur 26. Minute mit 4:0 in Front lag. Dem desolaten Team von McSorley brachte auch ein späterer Goaliewechsel keine Wende. In der 48.Minute entluden die Genfer ihren angestauten Frust, welcher in eine wüste Keilerei zwischen Zug’s Helbling und dem Servettien Tim Traber ausartete. Traber erhielt eine 2 Minuten Strafe und 5 Minuten plus Restausschluss, Helbling hingegen ein eher ungewöhnliches Strafmass von 2+2+2 Minuten! Dementsprechend wenig wurde in diesem Abschnitt Eishockey gespielt, so sassen beim ertönen der Schlusssirene total vier Genfer Spieler auf der Strafbank

Davos schafft das 2. Break mit dem 3:2 Sieg nach Penaltyschiessen und führt in der Serie gegen Lausanne mit 3:0

Obwohl die Moral von Lausanne ungebrochen ist, stehen sie nach einem 85 Minuten dauernden Krimi kurz vor dem Aus. Die 20-minütige Overtime und auch die zusätzlichen fünf Minuten konnten keine Entscheidung herbeiführen. Im anschliessenden Penaltyschiessen war Marc Wieser der einzige der zehn Schützen, welcher reüssieren konnte. Lausanne’s Schelling als letzter Akteur, traf nur den Pfosten.   Zweimal konnte Lausanne einen Rückstand innert kurzer Zeit aufholen. Im Mitteldrittel reagierte Joël Genazzi auf Mauro Jörgs 0:1 und zu Beginn des Schlussdrittels war es Thomas Déruns, der nach nur 2:07 Minuten das 1:2 von Robert Kousals egalisierte.

NLA – Playoff-Viertelfinal Spiel 3

ZSC Lions – Lugano 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) Stand 2:1 Tor: 40. (39:40) Geering (Thoresen/Ausschluss Furrer) 1:0.

EV Zug – Genéve-Servette  5:1 (2:0 2:1 1:0) Stand 3:0 SC Bern – EHC Biel 3:6 (1:1 0:4 2:1) Stand 2:1 Lausanne HC – HC Davos  2 : 3 (0:0;1:1;1:1, 0:1) n.P. Stand 0:3