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NLB: Olten und Ulmer mit dem Rücken zur Wand / Langenthal auf Halbfinalkurs
Von: Ulla Landolt Am: 23 Feb, 2017 | Kategorien: Europa, NLB

Martin Ulmer (1 Assist) und der EHC Olten liegen im NLB-Viertelfinal mit 0:3 zurück, obwohl man den Trainer wechselte. Olten trennte sich vor ca. einem Monat von Mansi und engagierte Gustafsson. Gebracht hat es bis jetzt nichts.

Gustafsson übernahm den EHC Olten etwa drei Wochen vor Beginn der NLB-Playouts, hatte jedoch nur vorübergehend Erfolg und verpassten trotz den fünf Siegen aus sieben Spielen den Heimvorteil und liegen nun in den Playoffs gegen die Rapperswil-Jona Lakers mit 0:3 zurück. Daher muss die Partie am kommenden nächsten Freitag in Olten unbedingt gewonnen werden, will man sich nicht mit dem Enstand von 0:4 von den Playoffs und dem eigenem Anhang frühzeitig verabschieden.

Die Lakers waren den Oltnern physisch klar überlegen und konnten zudem von den Fehlern des EHCO profitieren, denen es zusätzlich noch an Disziplin und Kampfgeist fehlte.

Begonnnen hatte es acht Sekunden vor dem ersten Gegentreffer in der 16.Minute mit dem völlig unangebrachten Stockschlag von Anthony Rouiller in der offensiven Zone. Rappi-Stürmer Dion Knelson nutzte die Überzahl und aus spitzem Winkel zur Führung aus. Bei einem Goaliefehler von Matthias Mischer, der den Vorrang gegenüber Dominic Nyffeler erhielt,  51 Sekunden später, netzte der Rapperswil’s Offensiv-Verteidiger Cyrill Geyer zum 2:0 ein. Für einmal mehr mussten die Powermäuse einem doppeltem Rückstand hinterherrennen. Zuvor hatten Mäder, Rouiller und Wüst einige Grosschancen vergeben.  Olten weiter blass, nur Polansky konnte kurz vor der ersten Pause auf Zuspiel von Barbero und Ulmer im Powerplay auf einen Abpraller von Melvin Nyffeler reagieren und verkürzte auf 2:1

Statt einer Kampfansage vom EHCO folgte jedoch nur ein lauer Wind, da ihre meist ungeordneten und ungestüme Angriffe zusätzlich von dummen und unnötigen Strafen in der folgenden Aufholjagd immer wieder gestoppt wurde. Besonders ärgerlich die Strafen gegen Polansky und Feser, sie sorgten mit ihren Undiszipliniertheit dafür, dass sich der EHC Olten frühzeitig geschlagen geben musste.

Der überragend spielende Dion Knelsen, welche an allen vier Toren der Rapperswiler beteiligt war, sorgte fünf Minuten vor Spielende im Powerplay gleich selber für das 4:1-Schlussergebnis. Eine erneut hervorragende Partie spielte wiederum Melvin Nyffeler, der jüngere Bruder von Olten Keeper Dominic Nyffeler, der diesmal nicht zum Einsatz kam. Melvin Nyffeler packte und hielt alles was auf sein Tor zukam.

Das ungeschriebenes Hockeygesetz, dass nur eine Mannschaft die Playoffserie siegreich beendet, welche vor allem defensiv keine Fehler zulässt. Und dies waren in dieser 3. Partie erneut die Lakers, während sich Olten praktisch im Minutentakt selber unnötig in Bedrängnis brachte. Insgesamt 22 Strafminuten sammelten die Oltener Spieler über das ganze Spiel gesehen.

Wenn jemand an eine ausgeglichene Serie noch vor Beginn der Playoffs geglaubt hatte, lag falsch. Olten enttäuschte auch beim dritten Aufeinandertreffen in allen Belangen und sind nun gefordert. Ansonsten könnten sie sich am kommenden Freitag sang-und klanglos aus den Playoffs verabschieden. Eine riesige Blamage für den EHCO, welche auch dem Verein teuer zu stehen käme.

  In einem unspektakulären Spiel besiegt Langenthal (ohne Bernd Wolf) Hockey Thurgau mit 3:1

Der SC Langenthal gewinnt auch das dritte Spiel und steht nach dem gestrigen 3:1-Sieg mit einem Bein im Halbfinal. Nach 40 Minuten und mit einem 1:1 startete die Partie in den letzten Abschnitt. Zwischen Langenthal und Thurgau war zudem noch alles ausgeglichen, obwohl der SCL das Spiel beherrschte, mehr Spielanteile hatte und mehr Chancen kreierte.  An sich zeigte sich das Duell unspektakulär, kein Hockey für Gourmets und schon gar nichts für schwache Nerven. Wie im ersten Duell der beiden Kontrahenten stand auch diesmal nur Thurgau-Keeper Janick Schwendener zwischen dem Langenthaler-Torerfolg. Auch war der SCL zuerst ein wenig inkonsequent, konnte Möglichkeiten wie die der doppelten Überzahl während 85 Sekunden nicht nutzen. Auch die Abschlüsse vor halbleerem Gehäuse nicht, so trafen beispielsweise Nico Dünner und Jeffrey Füglister in der 45. Minute nur die Torumrandung.

Montandon hatte mit seinem Tor zur 1:0 Führung für die Oberaargauer wenigstens in die richtige Richtung geführt. Aber auch die Ostschweizer agierten zu harmlos und liessen eine 5 Minuten-Strafe gegen Cadonau anfangs der Partie chancenlos verstreichen. Dass Hockey Thurgau dann doch noch ins Spiel fand, hatten sie auch ein wenig den Schiedrichtern zu verdanken, welche in der 39. Minute Montandon zu einer kleinen Bankstrafe verdonnerten, wenig später musste auch Brent Kelly auf die Strafbank. In der Fünf-gegen-Drei-Situation zeigten sich die Thurgauer schlauer und erzielten durch den Weitschuss von Bahar nach 16 Sekunden den Ausgleich.

In den letzten 20 Minuten musste Langenthal deshalb nochmals gehörig aufs Gaspedal drücken. Es hätte aber auch schlimmer für den SCL kommen können. Nach dem kapitalen Fehlpass von Pienitz vergab der Thurgauer Spiller eine der besten Chancen zut Führung. Spiller war dermassen überrascht, dass er den Puck vertändelte. Das erhöhte Tempo der Langenthaler stellte die Ostschweizer vor ziemlich grossen Probleme und die fünfte Strafe gegen dieselben führte schliesslich zur Vorentscheidung. Erneut war es Montandon, der mit seinem  Direktschuss die 2:1 Führung erzielte und Füglister sorgte mit seinem Treffer ins leere Tore für den Endstand von 3:1. Nun will der SC Langenthal am Freitag den vierten Sieg holen, so oder so ist die Partie resultatsmässig beinahe entschieden. Zumal es in der Geschichte der NLB-Playoffs noch keinem Team gelang, ein 0:3 in ein 4:3 zu verwandeln. Will Hockey Thurgau dieses im Prinzip unmögliches Unterfangen dennoch schaffen, müssen sie sich gewaltig steigern und am Freitag die Serie verlängern. Ansonsten heisst es für den HCT Abschied nehmen aus den Playoffs 2016/17.  

Weitere Begegnungen:

Kein erfolgreicher Trainerwechsel bei Martigny

Auch für Martigny Red Ice, welche am vergangenem Montag mitten in den Playoffs Trainer Matjaz Kopitar entlassen hatten, nichts. Beim Debüt von Interimstrainer Adrien Plavsic geriet Red Ice gegen den B-Meister Ajoie nach den ersten 20 Minuten mit 0:2 in Rücklage. Liefen diesem Rückstand bis zuletzt erfolglos hinterher und verloren am Ende mit 1:5. Nicht das erste Mal agierten die Unterwalliser vor dem gegnerischen Gehäuse zu kompliziert und ineffizient. Damit droht Red Ice das erste Ausscheiden in der ersten Playoff-Runde seit drei Jahren. Dort eliminierte Martigny Ajoie und Langenthal in den Viertelfinals.

La Chaux-de-Fonds bekundet etwas Mühe

Erstmals liegt der Qualifikationszweite La Chaux-de-Fonds nach dem dritten Aufeinandertreffen in der Playoff-Serie gegen den EHC Visp nach zweimaligem Rückstand mit 3:2 und führt die Serie mit 2:1 an.  

Playoff-NLB – Viertelfinale Spiel 3 Rapperswil-Jona Lakers – Olten 4:1 (2:1, 1:0, 1:0) Stand 3:0 Tore: 16. (15:19) Knelsen (Sataric/Ausschluss Rouiller) 1:0. 17. (16:10) Geyer (Rizzello) 2:0. 19. Polansky (Barbero, Martin Ulmer/Ausschluss Geyer) 2:1. 39. Hügli (Knelsen/Ausschluss Mäder) 3:1. 56. Knelsen (Aulin, Sataric/Ausschlüsse Polansky, Feser) 4:1. 11-mal 2 Minuten gegen Olten.

SC Langenthal – Hockey Thurgau 3:1 (1:0, 0:1, 2:0) Stand 3:0 Tore: 12′ V. Küng (Montandon) 1:0. 40′ Vaskivuo (Wollgast) 1:1. 54′ Montandon (Rytz, Tschannen) 2:1. 60′ (59’55”) Füglister (Ahlström) 3:1.

La Chaux-de-Fonds – Visp 3:2 (0:1, 1:0, 2:1).  Stand 2:1 Martigny Red Ice – Ajoie 1:5 (0:2, 1:1, 0:2).  Stand 3:0

Quelle:hockey-news.info