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NLB: Playoff-VF/2. Runde: Zweite Niederlage für Olten/Zweiter Sieg für Langenthal
Von: Ulla Landolt Am: 20 Feb, 2017 | Kategorien: Europa, NLB

Im Kleinholz-Stadion in Olten war alles für ein grosses Hockeyfest gross angerichtet. Mit bengalischen Streichhölzern wurden die Spieler des EHCO begrüsst, begleitet von Cheerleaderinnen und diversen Feuertechnikanlagen, welche vor Beginn der Partie für Stimmung sorgte und die Olten Spieler pushen sollten, doch im Nachhinein kam alles ganz anders.

Olten mit einer fehlerhaften Defensive und einer zu harmlosen Offensive verlor auch das 2.Spiel des NLB-Playoffviertelfinals gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Zudem war die Partie ein nie enden wollender Kraftaufwand für den EHCO. Bis zur letzten Sekunde rannte das Team von Bengt-Ake Gustafsson erfolglos dem in der zweiten Minute kassierten Rückstand hinterher.

Dass das 2. Spiel und vor eigenem Anhang verloren ging ist wahrlich ziemlich ernüchternd für den EHC Olten, welcher die Startphase vollkommen verschlafen hatte und die restliche Zeit bis zur ersten Pause verkrampft auf dem Eis herumkurvte. Durch die beiden Niederlagen wird es für den EHC Olten natürlich nicht einfacher, doch haben die Playoffs eigene Regeln und nichts ist unmöglich.

Die Lakers, bisher total auf die Playoffs eingestellt, wussten hingegen, ähnlich wie schon beim Playoffauftakt in Rapperswil,  wie und wann man die Tore macht, fanden immer wieder das richtige Momentum. Olten, welches nach ihrem schwachen Startdrittel das 0:1 kassiert hatte, zeigte erst im mittleren Abschnitt die erwartete Reaktion. Nach dem aberkannten Kicktor durch Wüst in der 25. Minute schien es daher nur eine Frage der Zeit, bis die Einheimischen den Ausgleich erzielen würden. Doch machte der Rapperswiler Stürmer Dion Knelsen in der 33. Minute durch seinen herrliches Sololauf Olten einen Strich durch die Rechnung. Knelson erhöhte die Führung auf 0:2. Doch die Powermäuse gaben nicht klein bei und 104 Sekunden nach dem 0:2 Rückstand sorgte Polanski in Überzahl und dem genauen Zuspiel von Martin Ulmer für den Anschlusstreffer zum 1:2.Dieser Anschlusstreffer sorgte für berechtigte Hoffnungen unter dem Oltener Anhang, dass ihr Team nun den Weg ins Spiel zurück finden würde. Doch betätigten sich die Rapperswiler als „Momentumkiller“, denn nur gerade knappe 26 Sekunden nach dem Anschlusstreffer ließ sich Olten-Keeper Matthias Mischler anhand eines „Bubentricks“ von Corsin Casutt zum 1:3 düpieren und für Olten bedeutete das den nächsten Nackenschlag.

Die nachfolgende Frustration der Oltener machte sich im letzten Drittel bemerkbar und sie zeigten Nerven. Doch Ulmer und Hirt vergaben hundertprozentige Torchancen. Dennoch, 87 Sekunden vor Spielende reichte eine einzige Unaufmerksamkeit der Lakers für den 2:3 Anschlusstreffer durch Mäder. Aber die Reaktion der SCRJ Lakers erfolgte durch Fabian Maier, welcher 10 Sekunden vor Schluss das leere Tor traf und die Lakers auch diesmal verdient mit 2:4 als Sieger das Eis zum zweiten Mal verlassen durften.

Am Willen des EHCO wird es nicht gelegen haben, doch mit den drei (zu Recht ) aberkannten Toren und den mehreren ungenutzten Möglichkeiten hatte bei Olten Spuren hinterlassen und Substanz gekostet.

Quali-Sieger Langenthal gewinnt auch das zweite Spiel souverän

2:0 in der Serie steht es für den Qualifikationssieger Langenthal und dem achtplatzierten Hockey Thurgau. Die Oberaargauer vermochten sich in Weinfelden mit 4:1 gegen die Ostschweizer durchzusetzen. Der SC Langenthal agierte im Gegensatz zum ersten Playoff-Viertelfinal diesmal aber deutlich überlegener. Thurgau blieb dank ihrem Goalie Janick Schwendener halbwegs im Spiel. Bereits früh führte der SCL die Regie, hatte mehr vom Spiel, wusste den gegnerischen Goalie mehr zu beschäftigen und liessen nur wenige gefährlichen Situationen zu. Ein Überzahlspiel in der 9. Minute nutzte Brent Kelly zur 1:0 Führung. Der zweite Treffer für die Oberaargauer wurde im 2.Drittel anhand eines Konters und dem öffnenden Zuspiel von Völlmin durch Montandon erzielt, welcher plötzlich allein vor dem Tor des Gegners stand. Ein starkes Spiel zeigte auch Claudio Cadonau, welcher in diesem Drittel einige Male kernige Checks austeilte und im Schlussdrittel für das Highlight des Abends sorgte. Sein Schuss wie von einem Lineal gezogenen Strich von der blauen Linie landete direkt unter der Latte im Tor. Für die Entscheidung sorgte Jeffrey Füglister mit dem 4: 0 ins leere Gehäuse und Andri Spiller im Nachhinein für den HCT den Ehrentreffer zum 4:1.

Weitere Begegnungen:

Zweiter Streich es noch amtierenden B-Meisters Zweiter Sieg des noch als B-Meister amtierenden HC Ajoie, welcher nach der Qualifikation den sechsten Tabellenplatz inne hatte.  Dem stark gespielten ersten Drittel und dem überragenden Überzahlspiel hatte Ajoie  in erster Linie den Sieg zu verdanken. Von vier der ersten Powerplay-Möglichkeiten wurden deren drei genutzt und nach 14 Minuten führten die Jurassier bereits mit 4:1. Erst ab dem 2. Drittel fand Martigny Red Ice besser in die Partie und kamen noch bis auf einen Treffer heran. Zu mehr reichte es dem Tabellendritten aber nicht mehr.

La Chaux-de-Fonds gleicht die Serie aus Starke Reaktion des HC La Chaux-de-Fonds auf die Startniederlage gegen den EHC Visp. Dank dem 2:0-Sieg glichen die Neuenburger in der Serie zum 1:1 aus. Die Oberwalliser jedoch verlangten dem favorisierten Tabellenzweiten alles ab und durften bis zum Spielende auf einen doch noch möglichen 2.Sieg hoffen. Erst Sekunden vor Spielschluss wurde La-Chaux-de-Fonds durch den Doppeltorschützen Adam Hasani durch den Treffer ins verlassene Tor erlöst.

Playoff-Viertelfinals: 2. Runde

Olten – Rapperswil-Jona Lakers 2:4 (0:1, 1:2, 1:1); Stand 0:2. Tore:  2. Hüsler (Vogel) 0:1. 33. Knelsen 0:2. 35. Polansky (Ulmer, Feser) 1:2. 35. Casutt (Hügli) 1:3. 59. Mäder 2:3. 60. Maier (Hügli) 2:4 (ins leere Tor)

Hockey Thurgau – Langenthal 1:4 (0:1, 0:1, 1:2); Stand 0:2. Tore:  9′ Kelly (Campbell, Tschannen) 0:1. 27′ Montandon (Völlmin) 0:2. 44′ Cadonau (Tschannen, Kelly) 0:3. 57′ Füglister (Dünner, M. Küng) 0:4. 58′ Spiller (Parati) 1:4.

Visp – La Chaux-de-Fonds  0:2 (0:0, 0:1, 0:1); Stand 1:1. Ajoie – Martigny Red Ice  5:3 (4:1, 0:1, 1:1); Stand 2:0.