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TOPS & FLOPS: #76 – WM-Extra
Von: Markus Rinner Am: 21 Mai, 2015 | Kategorien: Sonstiges, Tops & Flops, zSlideshow

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Tops & Flops/Ausgabe 76 – WM-Extra

Top 1: Team Canada Flop 1: Team Russia
Top 2: Die WM-Organisation Flop 2: Der Abstieg Österreichs
Top 3: Bob & Bobek Flop 3: Merchandising
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Top 1: Team Canada

Es war eine schier eindrucksvolle Demonstration der einsamen Klasse, die Kanada an den Tag legte. Da Trainergespann um Headcoach Todd McLellan schaffte es eine perfekt harmonierende Mannschaft zusammenzustellen, die eine Einheit bildete und dies sowohl auf, als auch abseits des Eis demonstrierte. Nicht immer gelang es einer kanadischen Auswahl so geschlossen aufzutreten und zu beweisen wo das Eishockey zu Hause ist. Hut ab vor dieser Performance! Als i-Tüpferlchen schnappte man sich als ungeschlagenes Team den „Infront-Team Jackpot“ und sicherte sich damit eine Million Schweizer Franken extra. Außerdem hievte der Titel Sid Crosby als 26.Spieler in den Triple Gold Club. Dieser exklusive Klub bezeichnet die Cracks, die sowohl den sTanley Cup, als auch Olympia-und WM-Gold mindestens einmal gewannen.

 

Top 2: Die WM-Organisation

Die WM war ein als Event absolut gelungenes Erlebnis. Weder Spieler, Funktionäre, Medienvertreter oder Fans fanden einen wirklich ernst zunehmenden Kritikpunkt. Die Hallen lieferten ein unglaubliches Ambiente mit toller Stimmung, in Ostrava und Prag regierte überall der Eishockeysport und die Public Viewing Areas waren nicht nur überall präsent und gut besucht, sondern fehlte es dort auch an rein gar nichts. Dazu die tschechische Gastfreundlichkeit und äußerst moderate Preise: Die Tschechen legten die Latte für zukünftige Veranstaltungen hoch – bezüglich des neuen Zuseherrekordes von 741.690 Fans wohl für einige Veranstalter zu hoch. Bei der nächstjährigen WM in Russland wird der Rekord aus infrastrukturellen Gründen mal bestimmt nicht gebrochen.

 

Top 3: Bob & Bobek

Nicht alle Spiele waren von Spannung bis zur letzten Sekunde geprägt, aber das machte nichts. Denn viele Fans in der Halle hatten ihre Helden dann einfach außerhalb des Rinks gesucht. Bob & Bobek, die beiden Maskottchen der WM waren die Lieblinge der Fans. Auf jeder Tribüne, in jedem Sektor in dem sie auftauchten, wurde das Spiel, plötzlich nebensächlich. Zig Fotojäger belagerten die beiden und sorgten teilweise für Nervosität unter den Securitys auf den Rängen. Die Beiden lieferten eine tolle Show ab, animierten das Publikum genial und wussten wann es Zeit wurde die nächste Tribüne aufzusuchen, nämlich kurz bevor zu viel Hektik auf den Stiegen ausbrechen würde. Die Cheerleader waren zwar auch nett, aber Bob & Bobek waren definitiv „netter“, oder?:

 

 

Flop

Flop 1: Team Russia

Russland zeigte eine tolle WM – bis zum Finale. Völlig chancenlos musste man sich „Team Canada“ mit 1:6 geschlagen geben und fand in keinem einzigen Moment der Partie so richtig das passende Mittel gegen das Kollektiv der Kanadier. Wäre alles halb so schlimm, gegen Kanada darf man schon mal eine Klatsch kassieren, aber was sich die „Sbornaja“ danach leistete, war nicht ok. Ein fairer Verlierer gesteht sich die Niederlage ein und gratuliert, auch wenn es -vor allem in einem WM-Finale – sehr weh tut. Die Russen verzichteten darauf und verließen noch vor der kanadischen Siegerhymne das Eis – siehe HIER. Absolutes no go!

 

Flop 2: Der Abstieg Österreichs
Es war nicht unerwartet aber es kam wie (beinahe) immer. Österreich stieg wieder mal ab. Dadurch ist die Auflistung in den Flops beinahe unvermeidlich. Auch wenn es eine Großteils solide Leistung war, die Team Austria zeigte – klar gegen DIESES Kanada darf man auch mal eine Klatsche kassieren – so waren es wie schon in der Vergangenheit die „falschen Siege“ die man einfuhr du die letztlich nicht zum Klassenerhalt reichten. Eine ungefährliche Offense – weshalb man die Frage in den Raum werfen muss warum man auf Michael Grabner verzichtete – ist bestimmt einer der Gründe dafür. Aber letztendlich war es eine einzige Konstellation vor dem letzten Spiel zwischen Frankreich und Lettland, die nicht eintreten durfte. Genau diese wäre vermutlich in einem Spiel in dem es um nichts mehr geht eher nicht eingetreten. Aber es passierte – wieder mal… und es hatte einen fahlen Beigeschmack…   Flop 3: Merchandising

Es ist fast unmöglich, drei wirkliche Flops dieser tollen WM zu finden. Aber ein Kritikpunkt muss das Merchandising sein. Während man (logischerweise) tschechische Fanartikel in allen Varianten und an jeder Ecke der WM-Städte fand (egal ob offizielle oder inoffizielle), mussten Fans manch anderer Länder ihre Fanbekleidung von zu Hause aus mitnehmen. Bestes Beispiel: Zur Hälfte der WM gab es im übergroßen Merchandising-Zelt keine österreichischen Fanartikel mehr, genauso wenig wie kanadische Dressen. Ist es wirklich so überraschend dass sich mehr als der ein oder andere Österreicher nach Prag verirrt oder dass es doch einige Kanada-Fans unter den internationalen Eishockeyanhängern gibt? Da hätte man doch besser vorsorgen können…

Für Hockey-News: Markus Rinner