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Was macht eigentlich… Benoit Gratton?
Von: Lorenz Feierle Am: 28 Feb, 2017 | Kategorien: Sonstiges, Was macht eigentlich..., zSlideshow

Etliche Cracks, Trainer und Funktionäre haben im Laufe der Jahre die österreichische Eishockeyszene geprägt. Einige sind in Vergessenheit geraten, andere werden das nie. In unserer Serie “Was macht eigentlich…?” wollen wir uns diesen unvergessenen Persönlichkeiten widmen, einen Blick auf ihre aktive Zeit werfen und hinterfragen was sie heute machen.

Bob Wren, Derek Ryan, Luciano Aquino, Guillaume Lefebvre oder Todd Elik waren eine unglaubliche Bereicherung für die Liga und die Ersten, denen wir uns in unserer Rubrik “Was wurde aus…” widmeten. In der heutigen Ausgabe haben wir es geschafft, mit einem Spieler zu sprechen, der als „Heißsporn“ auf dem Eis galt, jedoch außerhalb ein totaler Familienmensch ist. Die Rede ist von Benoit Gratton.

Greg Day 
Geburtstag25.02.1977
GeburtsortTecumseh, ON, CAN
EBEL- Einsätze660
EBEL Punkte (Tore/Assists)363
Team-Auszug
1994-1995Belle River Canadiens, GLJCHL
1995-1997Tecumseh Bulldogs, WOHL
1998-2002Bowling Green State University, NCAA
2002-2003Peoria Rivermen, Worcester IceCats,ECHL bzw. AHL
2003-2004Lowell Lock Monsters, Las Vegas Wranglers, AHL bzw. ECHL
2004-2005Mulhouse, Frankreich
2005-2006Valerenga, Norwegen
2006-2008Graz 99ers, Mailand, EBEL bzw. Italien
2008-2010Graz 99ers, EBEL
2010-2011Medvescak Zagreb, Thurgau, EBEL bzw. NLB
2011-2012Medvescak Zagreb, EBEL
2012-2014Graz 99ers, EBEL
Highlights
Frankreich Champion
Norwegen Champion
ECHL, Player of the Month
ECHL, Player of the week

Wie geht es dir und was machst du gerade?

Es geht mir nach meiner Verletzung wieder gut. Ich habe keine Schmerzen mehr, keine Symptome, die mich behindern. Auf persönlicher Ebene bin ich sehr beschäftigt. Ich arbeite in einer Hockey-Akademie in der Nähe meiner Heimat. Es ist eine Akademie, an der auch sehr viele „Ex“ NHL-Spieler vertreten sind. Ich trainiere eine U16 Mannschaft und zudem gebe ich private Stunden. Eishockey spiele ich zudem auch noch, allerdings auf semi-professioneller Art.

Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?

Ich mache immer noch, was ich liebe. Eishockey gibt mir immer noch sehr viel. Ich war nicht immer sicher, ob es das Richtige für mich ist, dabei zu bleiben-  aber ich startete mit den Kindern und ich genoss es von Tag eins an. Wer weiß, vielleicht sehe ich mich früher oder später als Coach.

Du warst ganze sechs Jahre in Wien, vier von diesen sechs Jahren, warst du Kapitän. Wie würdest du diese Zeit beschreiben? War es deinen Erwartungen entsprechend?

Der Hauptgrund wieso ich nach Wien wechselte, war meine Familie. In Wien gab es eine Schule, die gut zu meinen Kindern passte. Nach Österreich zu wechseln war vorerst eher ein Schritt zurück, da die Liga damals noch nicht so gut war, wie es heutzutage der Fall ist. Mit den Jahren wurde die Liga stets besser und besser. Ich glaube, dass die Top-Teams in der Lage sind, mit den anderen europäischen Vereinen mitzuhalten. Die Champions League hat dies ja auch schon bewiesen.

In all diesen Saisonen…. Wie viele Angebote hattest du von anderen Teams?

Natürlich hatte ich Angebote. Trotzdem habe ich meine Verträge jeweils sehr früh unterschrieben. Ich wollte ganz einfach bleiben, wiederum wegen meiner Familie. Ich wollte ihnen Stabilität geben. Als ich einmal dort war, wollte ich nie wieder weggehen. Die Hauptstadt ist mir sehr ans Herz gewachsen. Wien ist meine zweite Heimat.

Viele Capitals Fans hätten dich gerne in einer anderen Funktion gesehen. War es für dich klar, gleich danach wieder nach Kanada zu gehen?

Ich kann mich nur wiederholen. Die familiäre Situation war erneut ausschlaggebend für diesen Schritt. Ich hätte wahrscheinlich noch spielen können aber wir haben uns dazu entschieden, dass wir die Kids in einer kanadischen Schule unterbringen. Schlussendlich war es dann doch Zeit zu gehen. Meine Frau hatte auch einen Job in Quebec und so nahm das ganze seinen Lauf. Erneut möchte ich auf die Stabilität hinweisen. Wer weiß, vielleicht, kehre ich eines Tages wieder zurück an die alte Wirkungsstätte, als Coach oder was auch immer.

Benoit Gratton galt als Galionsfigur. (Bild: Sport-Bilder.at/Dostal)

Wie sieht es eigentlich mit der deutschen Sprache aus?

Mein Deutsch war nie sehr gut. Ich glaube, man kann sich das gut vorstellen, dass es ziemlich hart ist – dran zu bleiben. Hier in Quebec spricht man entweder Englisch oder Französisch. Meine Tochter konnte zum Schluss gutes Deutsch, jetzt baut leider auch sie, mehr und mehr ab.

Du bist nun 40 Jahre alt. Wie haltest du dich fit?

Ich würde sagen, dass ich fast immer auf die Ernährung achte. Ich war nie ein Party-Typ. Wenn du einen ruhigen Lebensstil lebst, dann kann kannst du auch im Alter davon profitieren. Ich machte im Sommer meine Hausaufgaben etc. Man sollte das nicht unterschätzen, wenn man als Profi nicht gesund lebt, dann kann das definitiv Auswirkungen auf den Körper haben. Selbstverständlich fällt auch mir das Aufstehen nach einem Match nicht mehr so leicht, wie mit 20 Jahren.

Verfolgst du die Liga, insbesondere die Caps?

Ein kleines bisschen. Ich spreche oft mit Jamie Fraser. (Anm: Verteidiger der Caps). Ich versuche mit der Liga und Freunden in Kontakt zu bleiben. Ab und zu schaue ich auf die Website. Ich werde immer in Verbindung mit den Caps stehen.

Was waren deine Highlights deiner Karriere?

Der Gewinn der Memorial Trophy. Das hatte vor uns keiner mehr seit 25 Jahren geschafft. Das war unglaublich. Mein erster NHL-Einsatz für die Montreal Canadiens folgt gleich darauf. Als Kind träumt man davon.

Vielen Dank und Alles Gute wünscht das Hockey-News Team.