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Was macht eigentlich…Bob Wren?

Etliche Cracks, Trainer und Funktionäre haben im Laufe der Jahre die österreichische Eishockeyszene geprägt. Einige sind in Vergessenheit geraten, andere werden das nie. In unserer Serie “Was macht eigentlich…?” wollen wir uns diesen unvergessenen Persönlichkeiten widmen, einen Blick auf ihre aktive Zeit werfen und hinterfragen was sie heute machen.

 

(Photo: GEPA pictures/ Heiko Mandl)

Bei den Caps genießt Wren Kultstatus (Photo: GEPA pictures/ Heiko Mandl)

In unserer letzten Ausgabe haben wir den ehemaligen HN & EBEL MVP Derek Ryan vor das Mikrofon gebeten. Heute sind wir ganz besonders stolz, über einen Spieler zu berichten, der in der Liga einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und vor allem durch seinen Spielwitz faszinierte. In einem sehr berührerenden Interview spricht Bob Wren über seine Erfolge in Wien, seine Karriere als Spielertrainer, die Pläne für die Zukunft und vor allem über seinen Gesundheitszustand.

Bob Wren
Geburtstag16.09.1974
GeburtsortPreston, Ontario, Kanada
EBEL-Einsätze208
EBEL-Punkte (Tore/Assists)277 (84/193)
Teams
1997 - 2001Anaheim Mighty Ducks, NHL & Cincinnati Mighty Ducks, AHL
2001 - 2002Toronto Maple Leafs, NHL & St. Johns Maple Leafs, AHL
2002 - 2003St. Johns Maple Leafs, AHL, Milwaukee Admirals, AHL, Birmingham Senators, AHL
2003 - 2004Augsburg Panther, DEL
Vienna Capitals, EBEL
2004 - 2007Vienna Capitals, EBEL
2007 - 2009Iserlohn Roosters, DEL
2009 - 2011ERC Ingolstadt, DEL
2011 - 2012Ravensburg Towerstars, DEL2
2012 - 2013Graz 99er, EBEL
2013 - 2014Nottingham Panthers, EIHL
2015 - 2016TSV Trostberg, Deutschland 5 (Spielertrainer)
Größte Erfolge und Auszeichnungen
1997 - 20015 NHL Spiele
2004DEL All-Star Game
2005EBEL Meister
EBEL meiste Assists
2008DEL All-Star Game
2014EIHL Meister

 

Bob, Danke, dass du dir die Zeit für ein Interview nimmst. Gleich zu Beginn die wichtigste Frage, wie geht es dir zur Zeit?

Es geht mir von Tag zu Tag besser. An manchen Tagen ist es schon sehr hart, aber ich bin sehr glücklich und liebe jeden einzelnen Tag.

Du warst gerade bei den Hannover Indians unter Vetrag als du im Herbst des letzten Jahres die schlimme Nachricht erhalten hast. Was ging dir zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf?

Es war die schlimmste Erfahrung die ich in meinem Leben machen musste.Ich spürte, dass irgendwas nicht stimmte aber die ersten beiden Tests im Krankenhaus zeigten keinen Auffälligkeiten. Ich habe beim Doktor gebettelt, dass er noch einen letzten Test machen sollte und dann wurde der Albtraum wahr. Ich saß mit meiner Frau in diesem Raum und die Diagnose war Krebs. Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir mehr Sorgen um meine Frau, da ich mich körperlich recht fit fühlte. Danach war es wichtig, dass ich mich mental auf die nächsten Wochen vorbereite.

In diesem Sommer kam die Nachricht, dass du als Spielertrainer beim TSV Trostberg beginnst. Wie kam es dazu?

Ich habe meiner Frau gesagt, dass ich die nächsten Jahre gerne an einem ruhigen Ort verbringen würde, ein bisschen entspannen und Deutsch lernen. Natürlich wollte ich auch die Trainerausbildung machen, da mich das Eishockey immer noch fesselt. Durch Zufall kam ich nach Trostberg, ich habe die Leute dort kennen gelernt und die Chemie stimmte von Anfang an.

In der Saison 2003/2004 kamst du das erste Mal nach Österreich und wurdest Center bei den Vienna Capitals. Ein Jahr später folgte schon der Meistertitel. Beschreib uns kurz deine Zeit in Wien, wo du noch immer als Kultspieler verehrt wirst?

Wien war mein Lieblingsort. Als ich hier ankam wurde das Eishockey richtig populär und ich spürte, dass hier etwas großartiges passieren wird. Ich habe nur gute Erinnerungen an die Zeit und die Leute in Wien.

(Photo: GEPA pictures/ Erwin Scheriau)

2012/13 stand er für die 99ers zuletzt auf EBEL-Eis (Photo: GEPA pictures/ Erwin Scheriau)

 

Du bist nun 41 und dem Eishockey immer noch treu. Gibt es für Bob Wren auch ein Leben ohne Eishockey?

Hockey ist ohne Frage der beste Sport der Welt. In meinem Alter will ich das jede Person dieses ausergewöhnliche Spiel so sehen kann wie ich es sehe. Also ein Leben ohne Eishockey kommt für mich nicht in Frage.

Wie schon erwähnt fungierst du derzeit als Spielertrainer. Wäre es für dich reizend auch mal Headcoach zu werden?

Das Coaching ist sehr anspruchsvoll und überhaupt nicht zu vergleichen mit der Tätigkeit eines Spielers. Du musst dich gut auf unterschiedliche Persönlichkeiten einstellen können. Ich genieße es die Liebe am Spiel weiterzugeben und zu lehren, nicht nur an Kinder auch an Erwachsene. Für mich ist das Coaching eher mit dem Lehren zu vergleichen.

Hast du noch Kontakt zu Leuten aus deiner EBEL Zeit?

Ja ich habe erst vor kurzem mit einigen Spielern E-Mail Kontakt gehabt. Mit Dave Chyzowski, Darcy Werenka, Mike Craig und Freddy Chabot versuchen wir gerade ein Treffen zu arrangieren.

Weihnachten steht vor der Tür, was sind deine persönlichen Wünsche und Ziele für die kommenden Jahre?

Mein Wunsch ist es irgendwann mal nach Wien zurück zu kommen um dort Hockey zu lehren. Dies sollte sich so im Rahmen von den nächsten drei Jahren abspielen, dann will ich wieder zurück in meine Lieblingsstadt Wien. Aber vorrangig ist mein größter Wunsch natürlich die Gesundheit für meine Familie und mich.

Bob, vielen Dank für dieses Interview und vor allem für deine Offenheit in einer sehr schwierigen Phase deines Lebens.