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Was macht eigentlich…Todd Elik?

Etliche Cracks, Trainer und Funktionäre haben im Laufe der Jahre die österreichische Eishockeyszene geprägt. Einige sind in Vergessenheit geraten, andere werden das nie. In unserer Serie “Was macht eigentlich…?” wollen wir uns diesen unvergessenen Persönlichkeiten widmen, einen Blick auf ihre aktive Zeit werfen und hinterfragen was sie heute machen.

Todd Elik schaffte mit Laibach fasst die Sensation. (Photo: GEPA pictures/ Matthias Hauer)

Todd Elik schaffte mit Laibach fasst die Sensation. (Photo: GEPA pictures/ Matthias Hauer)

In unseren beiden vergangenen Ausgaben haben wir mit zwei Spielern gesprochen, die während ihrer Zeit in der EBEL immer ganz vorne in der Punkteliste dabei waren. Derek Ryan und Bob Wren waren eine unglaubliche Bereicherung für die Liga. In der heutigen Ausgabe haben wir es geschafft mit einem Spieler zu sprechen der als „Enfant terrible“ galt. Die Rede ist von Todd Elik.

Todd Elik
Geburtstag15.04.1966
GeburtsortBrampton, Ontario, Kanada
EBEL-Einsätze203
EBEL-Punkte (Tore/Assists)299 (68/231)
Teams (Auszug)
1989 - 1991Los Angeles Kings
1991 - 1993Minnesota North Stars
1993 - 1994Edmonton Oilers
1994 - 1995San Jose Sharks
1995 - 1997Boston Bruins
1997 - 1998HC Lugano, NLA
1998 - 2000SC Langnau, NLA
2000 - 2002EV Zug, NLA
2002 - 2004SC Langnau, NLA
2005 - 2007HC Innsbruck, EBEL
2007 - 2009Olimpija Ljubljana, EBEL
2009 - 2010HK Jesenice, EBEL
2010 - 2011ATSE Graz, AUT2
Größte Erfolge und Auszeichnungen
1989 - 1997500 NHL Spiele
2000NLA Bester Legionär
2006 & 2007EBEL meiste Assists
2007EBEL Topscorer (98)
2010slowenischer Meister

 

Todd, danke für deine Zeit. Als erstes, wie geht es dir und was machst du derzeit?
Mir geht es sehr gut, danke. Derzeit coache ich im Westen der Schweiz in einer Stadt namens St. Imier.

Du hast lange Zeit in Nordamerika gespielt und auch ca. 500 Spiele in der NHL bestritten. Was waren deine persönlichen Highlights bevor du nach Europa gekommen bist?
Es überhaupt in die NHL zu schaffen und dort regelmäßig zu spielen war toll. Jedes Kind träumt davon und ich hatte das Glück, dass ich den Traum wahr werden lassen konnte. Ich hatte mehrere Highlights, natürlich das erste Spiel in Montreal und dann auch mein erstes Tor in Washington, in diesem Spiel gelang mir sogar noch ein Treffer. Und natürlich war es toll mit Leuten wie Wayne Gretzky, Brett Hull, Adam Oates und Mike Modano zu spielen.

Deine erste Station in Europa war der HC Lugano, gefolgt von einem acht Jahre langen Trip durch die Schweiz, bevor du nach Innsbruck gekommen bist. Erzähl uns ein bisschen über deinen Start in Europa?
Der Start in Lugano war sehr schwer da wir gleich die ersten sechs Spiele verloren haben. Das Team hielt aber zu mir und am Ende hatten wir noch eine tolle Saison.

Du warst zwei Jahre in Innsbruck und danach zwei weitere in Ljubljana (plus ein Jahre in Jesenice und ein paar Spiele für ATSE Graz). Wie waren deine Eindrücke aus Österreich und der Liga?
Meine Eindrücke waren durchwegs positiv, die Liga bestach sowohl durch Skills als auch durch Härte. Am meisten genoss ich das erste Jahr in Ljubljana. Unser Team wurde von jedem unterschätzt und trotzdem spürte ich vom ersten Moment an, dass hier ein besonderer Mix mit einer tollen Stimmung herrschte. Zudem hatten wir mit Mike Posma einen hervorragenden Trainer. Wir kamen bis ins Finale und waren auf Meisterkurs, bis ein Spiel am grünen Tisch entschieden wurde. Angeblich hatten wir zu viele Spieler am Spielbericht. Ich dachte nur, dass das der größte Mist ist denn ich gehört habe und ich fand es einfach nur feige von Salzburg solche Mittel zu verwenden. In unseren Herzen wussten wir alle, dass wir das bessere Team waren, aber so ist das Leben.

In Innsbruck begann die EBEL-Zeit für Todd Elik. (Photo: GEPA pictures/ Heiko Mandl)

In Innsbruck begann die EBEL-Zeit für Todd Elik. (Photo: GEPA pictures/ Heiko Mandl)

 

In Europa und speziell in Österreich warst du einer der produktivsten Spieler, allerdings bekamst du auch sehr viele Strafminuten. Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben?
Ich glaube, dass ich ein kompletter Spieler war, der sowohl defensiv als auch offensiv hart arbeitete. Natürlich spielte ich mit Leidenschaft und sehr viel Emotion, dass gehört aber meiner Meinung nach zum Spiel dazu.

Nach knapp 30 Jahren als aktiver Spieler bist du nun im Coaching Bereich in der Schweiz tätig. Kannst du dir ein Leben ohne Eishockey vorstellen?
Ich hatte eine Zeit ohne Eishockey aber es war sehr hart. Ich liebe das Spiel und hoffe, dass ich lange in dem Bereich tätig sein kann.

Was sind die größten Unterschiede zwischen einem Spieler und einem Trainer?
Die Geduld. Du musst in jeder Situation viel genauer nachdenken und überlegen, als Spieler musst du gleich reagieren.

Hast du noch Kontakt zu Leuten aus deiner Zeit in Österreich?
Nein derzeit nicht, aber ich habe meinen Lebenslauf nach Innsbruck und zum KAC geschickt und hoffe auf zukünftige Coaching-Möglichkeiten dort.

Das Jahr 2016 hat gerade begonnen, was sind deine Wünsche und Ziele für das neue Jahr?
Ich gebe nicht viel auf Wünsche, ich versuche einfach hart zu arbeiten und hoffe, dass etwas positiv dabei raus kommt.

Todd, vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast.