All for Joomla All for Webmasters
Österreich

Der Mythos lebt – Erster ÖEHV-Meister Wiener Sport-Club nach 97 Jahren wieder am Eis!

Im Jahr 1914 ist der Wiener Sport-Club als erster österreichischer Eishockeymeister in die Sportgeschichte eingegangen. Damals, als in Dornbach in der Winterpause noch direkt am Rasen aufgespritzt wurde um Eis zu machen, war der WSC einer der vier Gründungsmitglieder des Eishockeyverbandes (ÖEHV) und somit ganz wesentlich an der frühen Entwicklung des Eishockeysports in Österreich beteiligt. Fünf Jahre später musste der Spielbetrieb jedoch schließlich eingestellt werden.

Doch jetzt ist der Meister wieder da: nach 97 Jahren wurde die Eishockeysektion des Wiener Sport-Club wieder zum Leben erweckt. Zahlreiche Spieler sind dem Ruf des neuen Clubs mit dem legendären Ruf gefolgt; die neuformierte Kampfmannschaft muss sich nun von der Eisner Auto Third League, der dritten Liga des Wiener Eishockey Verbandes (WEHV) wieder nach oben kämpfen. Der Kader des Teams umfasst 25 Spieler, die vom Trainerduo Alexander Wacker und Stephen Mathewson in die erste Saison der Meisterschaft geführt werden. Als Heimstätte dient die Eisstadthalle im 15. Wiener Gemeindebezirk.

Der Wiener Sport-Club ist vor allem als Fußballverein bekannt. Hier lässt sich ebenfalls eine bewegte Erfolgsgeschichte erzählen, erst dieser Tage wurde seitens der WSC-Fans des 7:0 Sieges über Juventus Turin gedacht. Heute spielt der WSC in der 3. Liga (Regionalliga Ost); doch bei den Zuschauerzahlen ist er nach wie vor erste Klasse. Von regelmäßig über 1.500 Besuchern bei Heimspielen kann so mancher Zweitligaverein nur träumen. Und die Sport-Club Fankultur ist in ganz Österreich einzigartig.

Der Mythos des Wiener Sport-Club wird von seinen Fans begründet und getragen, der Vergleich mit dem „Kult-Club“ St. Pauli in Hamburg liegt nahe: Die Fans unterstützen die eigene Mannschaft nach Leibeskräften, aber gewaltfrei und ohne Schmähungen des Gegners. Sie erklären ganz offensiv, dass beim WSC kein Platz ist für Homophobie, Sexismus, Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt. Sport ist hier nicht unpolitisch, die Politik wird durch die Fankultur auf der Friedhofstribüne in den Sport hereingeholt und bestimmt das Selbstverständnis des Clubs. Diese Grundhaltung gilt auch für die Sektion Eishockey: Hate fascism, love hockey!

Der WSC verspricht jedenfalls frischen Wind in die Szene zu bringen, und kann hoffentlich dazu beitragen, auch die Schaffung neuer Eisflächen ins Bewusstsein der Stadt zu rücken. Denn Eishockey ist keine Randsportart. Über 1 Million Besucher in der letzten EBEL-Saison belegen die Relevanz von Eishockey in Österreich. Leider wird dem beim Bau von Sportstätten nicht Rechnung getragen, hier wird sich die Situation in den nächsten Jahren verschärfen: Die Eisflächen am Eisring Süd und am Heumarkt werden im Zuge großer Baumaßnahmen zumindest zwischenzeitig stillgelegt, die Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten aller Wiener Eissportler_innen weiter reduziert. Zeit für ein face-off mit den politisch Verantwortlichen! Und auch Zeit für den WSC, die Kufen anzuschnallen:

Am 16. Oktober um 19.40 Uhr bestreitet das Eishockeyteam des WSC am Eisring Süd das erste Meisterschaftsspiel nach fast 100 Jahren. Dass die WSC-Fans Dauerweltmeister im Feiern ihre Sportler sind, wird dort sicherlich erneut eindrucksvoll bewiesen werden.

To Top
error: Content is protected !!