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Hockey-Zukunft: diese Talente sollte man im Auge behalten

Noch knapp über einen Monat ist es hin, bis am 14. September die neue deutsche Eishockeysaison beginnt, die dann bis April 2024 andauert. Zum Beginn der NHL Saison müssen sich Eishockey-Fans so noch bis zum 8. Oktober gedulden. Bis es offiziell mit den wichtigsten deutschen und internationalen Spielen losgeht, lohnt ein Blick auf den Nachwuchs und die vielversprechendsten jungen Talente, die man derzeit auf dem Radar haben sollte.

Leon Draisaitl ist erwiesenermaßen die Personifizierung des deutschen Hockeytraums und Idol vieler junger Spieler: der Kölner schaffte es nicht nur in die NHL, sondern wurde dort zu einem der besten Spieler, mit seinerzeit 638 absolvierten Spielen, 306 Toren und 744 Points ist er ein Stürmer der Extraklasse. Marco Sturm gehört ebenfalls zu den deutschen Größen in der NHL, genau wie Jochen Hecht und Uwe Krupp. Während einer Kariere in der stärksten Eishockey-Liga der Welt sicherlich für viele ein Traum ist und die Scouts der NHL stark daran interessiert sind die besten Talente weltweit zu draften, ist für viele junge Spieler auch eine Zukunft in den deutschen, österreichischen und Schweizer Profiligen an sich verlockend – auf Dauer oder als Trittbrett über den Teich. Und wer es zu einer Auszeichnung in der Jugend schafft, hat gute Chancen sich in der Profi-Liga einen Platz zu sichern.

Ein wichtiger Termin ist alljährlich die Verleihung des „Goldenen Pucks“ durch die Erich Kühnhackl Stiftung, die damit die besten Nachwuchsspieler des Jahres wählt. Ausgezeichnet wurde Ende Juli der Jahrgang 2007 – also 15- bis 16-jährige Spieler, die eine starke Zukunft im Eishockey vor sich haben könnten. Als absoluter Star der Torhüter wurde dabei Lukas Stuhrmann vom Kölner EC geehrt, der nun mit einer Förderlizenz im DEL2-Kader des EC Bad Nauheim steht.

Zum besten Nachwuchs-Verteidiger wurde Niclas Hempel gewählt, der in der vergangenen Saison für zwei Vereine spielte: von seinem Stammverein EHC Freiburg wurde er nach Schwenningen ausgeliehen. In 49 Spielen konnte er 43 Torbeteiligungen verbuchen, auch bei Begegnungen mit Spielern der U20. In der kommenden Saison spielt er nach Unterzeichnen seines ersten Profivertrags in der DEL2-Mannschaft des EHC Freiburg und ist damit mit seinen 15 Jahren bereits in der zweihöchsten Mannschaft der deutschen Eishockeyliga unterwegs.

Jährlich werden von der Stiftung der beste Torwart, der beste Stürmer, der beste Verteidiger sowie die beste Nachwuchsmannschaft gekürt. In diesem Jahr gab es jedoch eine Überraschung, als mit den Zwillingen Rihards und Gustavs Griva von Adler Mannheim gleich zwei Stürmer im Doppelpack ausgezeichnet wurden. Tatsächlich war die Leistung der Zwillinge beinahe identisch – Gustavs konnte bei 38 Spielen 83 Scorepunkte erzielen, sein Bruder Rihards 84.

Die Preisvergabe der Stiftung ist mehr als nur ein schöner Scheck – viele der in der Vergangenheit ausgezeichneten Talente schafften es zu einer erfolgreichen Profikarriere, wie beispielsweise Philipp Grubauer, Dominik Bokk, Moritz Seidler und Tim Sützle. Wer gerne Sportwetten abschließt ist gut damit beraten schlaue Recherche zu betreiben, in die Vergangenheit der Stars zu blicken oder sich die jungen Talente schon jetzt vorzumerken, um sich beim Tippen in der Profiliga attraktive Quoten zu sichern.

Nicht nur in Deutschland gibt es vielversprechende Talente, auch in Österreich und der Schweiz ehrt man „Youngster“ mit großem Potenzial: Anfang August wurden beispielweise die Swiss Ice Hockey Awards in Solothurn verliehen, dabei wurde der 18-jährige Österreicher David Reinbacher aus Vorarlberg als „Youngster des Jahres“  ausgezeichnet. In der vergangenen Saison spielte der Verteidiger für den EHC Kloten, kann mit seinen 18 Jahren jedoch auf ein beachtliches Jahr zurückblicken: zum ersten Mal war er im ÖEHV-Nationalteam aufgestellt, nahm an der WM teil und wurde von den Montreal Canadians auf Platz fünf des NHL-Draft gewählt, zu denen er nun offiziell Ende Juni wechselte und damit seine NHL-Karriere in Kanada beginnt.

Spannend ist alljährlich auch die Players-To-Watch Liste des Central Scouting Service für den NHL-Draft. 2023 wurden hier drei Deutsche aufgeführt: Stürmer Chris Kirschenbauer, der derzeit für Salzburg spielt, sowie Kevin Bicker und Linus Brandl von Adler Mannheim. Bereits seit 2014 wird jedes Jahr mindestens ein deutscher Spieler im Draft gewählt, der erste war seinerzeit kein geringerer als Leon Draisaitl. Statistisch wurden in den vergangenen neun Drafts insgesamt 15 deutsche Spieler gewählt, fünf davon sogar in der ersten Runde.

Immer mehr Zeit und Geld wird von den Vereinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Nachwuchs investiert, und das aus gutem Grund: Vereine, die internationale Stars hervorbringen, locken mehr Fans an ebenso wie Nachwuchsspieler, die hoffen von den NHL-Scouts entdeckt zu werden. Mit mehr Fans und mehr Mitglieder fließt mehr Geld in die Kassen – von dem dann der gesamte Club, vor allem aber auch der Nachwuchs verstärkt profitiert. Adler Mannheim ist ein gutes Beispiel dafür, denn die größten deutschen Stars in der NHL waren alle Teil des Mannheimer Nachwuchsprogramms: Draisaitl, Tim Stützle, Frederik Tiffels und Moritz Seider spielten alle ihrerzeit als Jungadler, bevor sie gedraftet wurden. Auch die Kölner Haie leisten gute Nachwuchsarbeit und entstellten mit Dominik Bokk und Luca Münzenberger zwei Spieler in die NHL, die Berliner Eisbären wurden für Leon Gawanke und Lukas Reichel zu Sprungbrett nach Nordamerika.

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