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National League

NLA: SCB-Goalie Leonardo Genoni unterzeichnet 5-Jahres-Vertrag beim EVZ

Sechs Wochen vor dem Saisonstart 2018/19 wurde öffentlich bekannt gegeben, dass der 30-jährige Schweizer-Nationalgoalie Genoni auf die Saison 2019/20 den SC Bern verlassen und in die Innerschweiz zum EV Zug wechseln wird, wo er einen 5-Jahresvertrag unterzeichnet hatte.

Da der Kontrakt mit dem aktuellen EVZ-Torhüter Tobias Stephan (34) Ende der Saison 2018/2019 ausläuft, wollten die Zuger die Torhüterfrage frühzeitig klären. Mit der Verpflichtung von Genoni scheint der Zuger Sportchef Reto Kläy eine ideale und langfristige Lösung gefunden zu haben, denn Genoni gilt seit vielen Jahren als der beste Schweizer Torhüter. Der Zürcher wuchs in Kilchberg (ZH) am Zürichsee auf und hatte die gesamte Nachwuchsstufen bei den GCK Lions durchlaufen. 2003 debütierte er mit den ZSC Lions in der NLA und wechselte 2007 zum HC Davos, mit denen er in neun Jahren dreimal den Schweizer Meistertitel holte und zweimal den Spengler Cup gewonnen hatte. 2016 wechselte Genoni mit einem 3-Jahresvertrag in der Tasche zum SC Bern, wo er 2017 im Playoff-Final mit 4:2 gegen den EVZ den Meistertitel holte. Für die Schweizer Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 82 Länderspiele und gewann an der WM 2018 in Dänemark die Silbermedaille.

Der Goalietransfer ist ein Transfer mit Potenzial, welcher das Stärkeverhältnis in der NLA nachhaltig verändern könnte, da im Schweizer Eishockey aktuell ein ernster Personalmangel auf der Goalieposition besteht. So scheint der EVZ mit der Verpflichtung von Leonardo Genoni, zumindest für fünf Jahre ausgesorgt zu haben. Zuvor hatte der SCB alles unternommen um den Torhüter doch noch zu halten zu können und hatte ihm ebenfalls einen Fünfjahresvertrag angeboten, dennoch konnte man seinen Abgang nach drei Monate intensiver Verhandlungen nicht verhindern.

Auch die ZSC Lions, in deren Nachwuchsorganisation Genoni ausgebildet wurde, hatten laut dem Sportchef Sven Leuenberger ein Angebot erwogen, letztlich aber nicht unterbreitet. Nun steht der SCB ab der Saison 2019/20 ohne Elite-Goalie da und befindet sich mit dem HC Lugano in bester Gesellschaft. Denn auch die Luganesi werden ihren lettischen Nationaltorhüter Elvis Merzlikins nächstens ersetzen müssen, da seine Zukunft sicher in der NHL liegt. Zudem laufen die Kontrakte von Jonas Hiller (Biel), Benjamin Conz (Ambri) sowie dem Davoser Goalie-Duo Gilles Senn / Joren van Pottelberghe 2019 aus und die Goalie-Situation des Lausanne HC mit Sandro Zurkirchen und Luca Boltshauser ist ziemlich unübersichtlich.

In diesem schwierigen Torhüter-Umfeld der NLA wirkt der Transfer von Genoni zum EVZ wie eine Frontalattacke auf die gesamte Elite. Die Zuger, obwohl als Ausbildungsverein definiert, warten seit 1998 auf einen Schweizermeistertitel und investieren jeweils viel Geld um die lange Durststrecke endlich zu beenden. So holte der EV Zug 2016 Verteidiger Raphael Diaz aus der NHL zurück und machten ihn zum bestbezahlten Spieler ihrer Vereinsgeschichte. Dieser Salärrekord wird durch den Genoni-Transfer zumindest egalisiert, aber zu relativieren gilt, dass Genoni im Vergleich zum noch EVZ-Goalie Tobias Stephan ein deutliches Upgrade darstellt und die Differenz zwischen Stephan und Genoni weniger als 300‘000 Franken betragen soll. Laut EVZ-Sportchef Reto Kläy, welcher sich nicht zu den Zahlen äussert, sagte, dass dem EVZ die einmalige Chance geboten wurde, den vermutlich besten Schweizer-Torhüter zu verpflichten und man sich diese Möglichkeit nicht entgehen lassen wollte.

Für den EV Zug ist es das zweite Mal in Serie, das man seine Nummer 1 weit vor Vertragsablauf von der Konkurrenz weglockt. So hatte Tobias Stephan im Sommer 2014, anderthalb Jahre vor seinem Wechsel zu den Innerschweizer beim EVZ unterschrieben. Nun muss derselbe seinen Platz im Tor des EV Zug in einem Jahr Genoni überlassen und seine Option für ein weiteres Jahr wird der EVZ verfallen lassen. In den vier Jahren beim EVZ zeigte der NHL-Erfahrene Goalie über weite Strecken überdurchschnittliche Leistungen, aber kein Titel. So wird Stephan als der vielleicht beste und aktivste Schweizer Goalie ohne Meistertitel bezeichnet. Begehrt auf dem Transfermarkt dürfte er trotzdem sein, da die Alternativen wenig berauschend sind. So schliesst auch der SC Bern Manager, Alex Chatelain für die Saison 2019/20 ein Engagement eines ausländischen Goalies nicht aus.

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