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Dominique Heinrich gibt im Interview tiefe Einblicke in sein Privatleben

Zu Gast bei Kimberly Budinsky im Sky Sport Austria Talkformat „RIESENrad – Sportgrößen im Waggon 28“ war der Ex-Eishockeyspieler Dominique Heinrich. Er blickt auf seine Karriere zurück, gibt Einblick in sein  Privatleben und berichtet, was ihn nun antreibt.

 

Dominique Heinrich (Ex-Eishockeyspieler):

…über seine Leidenschaft zum Eishockey: „Die hat eigentlich recht spät begonnen. Erst mit neun, zehn Jahren habe ich zum Eishockeysport gefunden. Davor habe ich schon immer wieder Eishockey gespielt, war Eislaufen, aber nicht im Verein. Mit neun Jahren haben wir dann von meinem Fußballverein Freikarten bekommen, für den WEV damals, und das hat mich so begeistert, dass ich zu meiner Mutter gesagt habe, von heute auf morgen: ‚Ich möchte jetzt Eishockey spielen‘. Ich habe dann am Heumarkt in der Stadt mein erstes Anfängertraining gehabt und eine Stunde später schon mit der U10 trainiert, wo mein Onkel Trainer war.“

…über die Abwesenheit seines Vaters: „Das war für mich überhaupt kein Thema. Wenn ich mich jetzt zu einem Therapeuten setze und tiefer darüber nachdenke, findet man da vielleicht schon was, aber für mich war es nie ein Thema, weil er nie wirklich da war. Ich habe dafür mit meinem Großvater eine super Beziehung. Er war mein bester Freund, mein bester Begleiter“.

…über die Rolle seines Großvaters: „Ich werde etwas emotional, wenn ich über ihn nachdenke, weil er vor ein paar Jahren an Krebs gestorben ist. Er war einfach immer für mich da und so gutmütig. Er ist nie zornig geworden mit mir, obwohl man als Kind natürlich Kind ist. Er war immer da, immer gutmütig, hat mich zu jedem Training gebracht. Er war in den meisten Teams dann auch der Betreuer, weil irgendwer gefehlt hat und hat diese Arbeit gemacht. Er hat mich immer unterstützt und mit seinem Rat für’s Leben beigestanden. Ich bin sehr froh, dass er so eine große Rolle in meinem Leben gespielt hat.“

…über die Selbsterkenntnis seines Talents: „Ich habe immer schon an mich geglaubt. Es ist wichtig, dass du von dir selbst überzeugt bist. Nicht nur im Sport, sondern überall im Leben, weil du ein gewisses Selbstvertrauen brauchst, dass Sachen im Leben funktionieren.“

…über den Schritt nach Salzburg als Siebzehnjähriger: „Es war überhaupt nicht schwierig, von zuhause wegzugehen. Erstens ist Salzburg nicht so weit weg, das heißt, wenn man möchte, steigt man in den Zug und man ist in zweieinhalb Stunden wieder zuhause. Auf der anderen Seite war es immer schon mein Traum, mich weiterzuentwickeln und woanders hinzugehen. Auch ins Ausland, ich habe das versucht, bin öfters gescheitert. In Finnland und in Amerika war ich bei ‚Trials“, das hat dann nicht geklappt. Also es ist jetzt nicht so, dass immer alles funktioniert hat. Aus diesen Niederlagen lernt man auch was.“

…über die emotionale Verbindung mit Salzburg: „Die Zeit in Salzburg hat mich irrsinnig geprägt. Ich war 16 Jahre dort, das ist schon was. Du verbindest dich so sehr mit dem einen Verein, dass du dich schwertust, dich irgendwo mit einem anderen Verein zu identifizieren, muss ich im Nachhinein sagen. Vor allem wenn du eine Meisterschaft gewinnst, verbindet dich das ein Leben lang. Das vergisst du nicht. Ich habe tolle Freunde in Salzburg gefunden und das ist das Schönste an dem Ganzen.“

…über sein Ende in Salzburg: „Mein Vertrag ist nicht aufgelöst, sondern nicht verlängert worden. Das ist dann so, wie wenn dir deine eigene Familie sagt: ‚Du, wir brauchen dich nicht mehr, such‘ dir was anderes‘. Das war in dem Moment sehr schwer und jetzt, wo ich darüber nachdenke, immer noch nicht leicht. Ich hätte am liebsten meine Karriere dort beendet. Das war bestimmt die schwierigste Zeit in meinem Leben bislang.“

…über das erfolgreiche Jahr 2015: „Das ist ein Jahr in dem alles funktioniert hat. Es ist schwer zu beschreiben: Du gehst auf das Eis, hast irrsinnig viel Selbstvertrauen, die Scheibe springt für dich. Dann haben wir eben den Meistertitel gewonnen.“

…über sein Schweden-Intermezzo: „Es war für mich ein Schritt, auf den ich so lange gewartet und hingearbeitet habe. Das ganze Feeling dort ist ein ganz anderes. Der Sport ist ein anderer, die Leute legen mehr Wert darauf und das mitzunehmen war irrsinnig cool und motivierend. Man nimmt auch aus Niederlagen und schlechten, sportlichen Erfahrungen viel mit, wovon man lernen kann. Obwohl ich dann früher zurückgekommen bin und der Vertrag aufgelöst wurde, war es eine sehr schöne Zeit, aus der ich viel mitnehmen konnte.“

…über das Scheitern in Schweden: „Es ist nicht einfach, aber ich muss auch sagen, dass es einfach sehr schnell geht. Wir haben im Eishockey zwei bis drei Spiele in der Woche. Wir haben viele Spiele knapp verloren und der Trainer, der mich geholt hat und Vertrauen in mich hatte, ist dann gekündigt worden. Dann hat alles so seinen Lauf genommen: Der Trainer hat nicht auf mich gesetzt und, ich habe kaum Eiszeit gekommen, war teilweise gar nicht aufgestellt. Da wusste ich, das macht so keinen Spaß mehr.“

…über die Weltmeisterschaften mit Österreich: „Es war eine irrsinnige schöne Zeit, vor allem in den letzten Jahren, wo wir einen Stamm gehabt haben, der zu einer Art Familie zusammenwächst. Das macht die Wochen, die du dort bist umso schöner, vor allem wenn du dann auch Erfolg hast, wie wir bei der letzten Weltmeisterschaft, wo wir zum ersten Mal seit 31 Jahren das Viertelfinale erreicht haben.“

…über sein letztes Spiel für Österreich: „Mein letztes Spiel in einem Viertelfinale zu spielen, ist natürlich ein schöner Moment. Das war sehr emotional, weil ich durch die ganze Weltmeisterschaft gegangen bin und gewusst habe, dass das wahrscheinlich mein letztes Eishockeyspiel spielen werde. Ich habe dann versucht, es zu genießen und einzuprägen.“

…über das Aufwachsen seiner Kinder während der Karriere: „Sie waren bei den letzten vier Weltmeisterschaften dabei, anfangs noch als ganz kleine Kinder, jetzt sind sie schon groß. Ich hoffe, dass sie sich später ein bisschen daran erinnern können, was der Papa so gemacht hat.“

…über die Karriere nach der Karriere: „Ich bin jetzt der Manager und Sportdirektor vom KSV in Kapfenberg, wir spielen zurzeit in der dritten Liga. Unser Ziel ist es, nächstes Jahr in der zweiten Liga zu spielen und eventuell in der Zukunft Bundesliga zu spielen, aber das wird noch abzuwarten sein, wie lange das wirklich dauert, weil wir das einfach richtig und nachhaltig machen wollen. Es ist eine Herausforderung, weil ich das noch nicht gemacht habe. Aber es macht richtig Spaß, weil man merkt, wie viel Leidenschaft dahinter ist, vor allem in Kapfenberg, wo man sieht, wie viel Unterstützung dort ist.“

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