Vor dem Start der Finalserie in der ICE Hockey League zeigt sich Herbert Jerich betont optimistisch. Der Präsident der Graz 99ers verweist auf die starke Form seines Teams: zwölf Siege in Folge und nur drei Niederlagen aus den letzten 20 Spielen.
Für ihn ist daher im Gespräch mit der „Kleinen Zeitung“ klar: „Es wäre schon verwunderlich, wenn wir jetzt im Finale vier Spiele verlieren würden.“ Trotz dieser selbstbewussten Ansage bleibt er realistisch genug, um anzumerken, dass im Eishockey immer alles passieren könne – am Ende werde sich in einer Best-of-seven-Serie aber die bessere Mannschaft durchsetzen.
Hohe Erwartungen und klare Ziele
Jerich macht keinen Hehl daraus, wie hoch die Ansprüche im Verein sind. Sein Ziel sei es, „jedes Jahr Meister zu werden“.
Das Viertelfinal-Aus in seiner ersten Saison als Präsident bezeichnet er als große Enttäuschung, sieht darin aber auch einen möglichen Wendepunkt. Ohne dieses Scheitern hätte es womöglich keinen personellen Umbruch gegeben.
Trainerwechsel als Schlüsselentscheidung
Eine zentrale Rolle in der aktuellen Erfolgsgeschichte schreibt Jerich dem Trainerwechsel zu. Nach der Trennung von Harry Lange wurde Dan Lacroix verpflichtet – für Jerich ein Glücksfall. Er betont, dass Lacroix eine besondere Autorität mitbringe und sogar als Spieler noch herausragen würde, wäre er jünger. Spieler wie Lukas Haudum hätten unter ihm noch einmal einen Entwicklungsschub gemacht.
Fans im Fokus
Auch wirtschaftlich hätte der Klub von der Finalteilnahme profitieren können. Die Nachfrage nach Tickets ist enorm, die Spiele waren sofort ausverkauft. Trotzdem verzichtete der Verein bewusst auf höhere Preise. Für Jerich steht fest, dass Fairness gegenüber den Fans wichtiger ist als kurzfristige Einnahmen.
Titel ist Pflicht, nicht Kür
Den österreichischen Meistertitel haben die 99ers bereits fix, doch für Jerich zählt vor allem der Ligatitel. Mit einem Augenzwinkern stellt er eine Verbindung zu seinem Geburtsjahr 1978 her – dem Jahr des letzten Grazer Titels: „Es scheint, als wäre ich geboren, um den Titel wieder nach Graz zu holen.“
Große Pläne für die Zukunft
Im Hintergrund laufen bereits Vorbereitungen für eine mögliche Meisterfeier am Grazer Hauptplatz – inklusive Autokorso und Showelementen. Inspiration holt sich Jerich aus den USA, wo er längere Zeit lebte. Auch sportlich blickt er voraus: Der Kader für die kommende Saison steht größtenteils, und die Rolle als Gejagter reizt ihn besonders.
Bild: VSV/STEFAN









