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NHL

NHL Inside Out: Marco Rossi und die Minnesota Wild – eine Analyse!

Ein nächster Schritt auf dem Weg in die beste Liga der Welt ist geschafft. Marco Rossi wurde in der ersten Runde des NHL Entry Draft 2020 von den Minnesota Wild gezogen und ist seinem Traum einen großen Schritt nähergekommen. Doch wie sieht die Situation in Minnesota aus? Wie steht’s um die NHL-Franchise aus den Twin-Cities?

Zwar konnten die Minnesota Wild in sechs der acht vergangenen Spielzeiten die Playoffs erreichen, über das Semifinale kam das Team aber nie hinaus. Heuer verpasste man den Sprung in die Playoffs durch eine Niederlage in der Qualifying-Serie. Bill Guerin, der nun seit einigen Monaten General Manager der Wild ist, hat viel Arbeit vor sich. Einige Cracks verließen das Team via Trade, andere wurden nicht mit neuen Verträgen ausgestattet. Minnesota ist definitiv ein Team, welches sich neu ausrichten muss – Marco Rossi passt bei dieser Neuausrichtung ideal rein. Sportlicher Erfolg wird aber vermutlich etwas auf sich warten lassen.

Center als Priorität #1

Eric Staal wurde vor wenigen Wochen zu den Buffalo Sabres getradet, Langzeit-Wild Mikko Koivu’s Zeit ist ebenfalls abgelaufen. Somit hatte Minnesota gerade auf der Position des Mittelstürmers den wohl größten „team need“. Dieser wurde durch den Draft von Marco Rossi bedient. Rossi ist zusammen mit Kirill Kaprizov sofort unter den Top Prospects der Wild. Kaprizov selbst zertrümmerte in den vergangenen Jahren die KHL, als er in 293 spielen 113 Tore erzielten konnte – 63 davon allein in den letzten beiden Jahren. Ein spielerisch starker Center und ein purer Sniper, wie es Kaprizov mit seinen 23 Jahren einer ist – das könnte durchaus gut funktionieren, ist allerdings nur eine Zukunftsvision.

Wirft man einen Blick auf den Prospect Pool der Centerposition, dann fällt vor allem eins auf – der Draft von Rossi war ein wichtiger und auch der einzig richtige Schritt. Neben den NHLern Luke Kunin, Joel Eriksson Ek und Nick Bjugstad tummeln sich nur wenige Cracks im Unterbau herum, die man in Kürze in der NHL erwarten darf. Einer davon könnte der Deutsche Nico Sturm sein, der erst vor wenigen Tagen mit einem neuen 2-Jahresvertrag ausgestattet wurde. Aber – und so ehrlich muss man sein – keiner der Nachwuchs-Center hat das Potenzial, über das Rossi verfügt. Somit darf man davon ausgehen, dass Rossi seinen Spot in den Top 6 der Wild sicher hat. Es ist definitiv auch vorstellbar, dass Rossi bereits in der kommenden Spielzeit, die vermutlich am 1.1.2021 starten wird, bereits im Lineup der Wild steht – auch wenn es am Ende vielleicht nur für ein paar Spiele ist.

Wenig Qualität und zu lange Verträge

Auch auf den Flügeln sieht es eher mau aus. Im letzten Jahr sicherte man sich die Dienste von Matthew Boldy, mit dem definitiv zu rechnen ist. Danach fehlt aber auch hier der qualitativ hochwertige Nachwuchs. Vorübergehend ist man aber am Wing durch Spieler wie Kevin Fiala, Mats Zuccarello oder auch Zach Parise noch recht solide ausgestattet – gerade letzterer trägt aber ein Problem mit sich, welches den Wild in diesen Zeiten teuer zu stehen kommt.

Im Sommer 2012 unterzeichneten Parise und Ryan Suter idente 13-Jahresverträge bei den Wild, welche die beiden Cracks bis zum Alter von 41 an den Verein binden. Beide tragen einen Caphit von etwas mehr als 7,5 Millionen mit sich, was ein Traden der Spieler eher schwierig gestaltet. Ein Trade von Parise stand zur vergangenen Deadline kurz bevor, jedoch konnte man sich mit den New York Islanders dann doch nicht einigen.

Auch in der Defensive gibt es hier und da Baustellen. Matt Dumba’s Zeit in Minnesota könnte bald ablaufen, sein Name kursiert sehr oft in Tradegerüchten. Das D-Corps ist aber, im Vergleich zum Sturm durchaus solide bestückt – dafür sorgen Jared Spurgeon, Suter oder auch der Schwede Jonas Brodin.

Im Tor trennte man sich von Devan Dubnyk, behielt aber 50% des Salärs – Alex Stalock hat den Posten der #1 übernommen.

Zusammengefasst: in Minnesota fehlt es an allen Ecken und Enden an qualitativ hochwertigen Nachwuchs. Ein wichtiger Schritt wurde mit dem Draft von Marco Rossi gemacht, die weiteren sieben Picks im NHL Entry Draft 2020 müssen aber gut investiert werden, um die Wild wieder Stück für Stück nach oben zu führen. Bis es soweit ist, wird es aber definitiv ein paar Jahre dauern.

www.hockey-news.info , Bild: Ottawa 67’s/Facebook

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