Der HC Pustertal Wölfe ist aktuell eines der Überraschungsteams der win2day ICE Hockey League. Die Südtiroler liegen mit 18 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz, haben aber nur drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Salzburg und hatten selbst die Spitzenposition bereits einige Runden inne. Eine große Überraschung für viele, so auch für Pustertal-Sportdirektor Patrick Bona, der sich einen solchen Saisonstart „höchstens in den kühnsten Gedanken erträumt hat“, wie der 42-Jährige im Exlusivinterview erzählte.
Nach einem absoluten Traumstart mit sechs Siegen aus den ersten sechs Saisonspielen und 17 von 18 möglichen Punkten, musste sich der HC Pustertal zuletzt drei Mal in Serie geschlagen geben. Nach der 2:4-Heimniederlage gegen Olimpija, folgte eine knappe 1:2-Niederlage bei Meister und Tabellenführer Salzburg. Am Sonntag unterlagen die Südtiroler schließlich in einer hochklassigen Partie in Villach mit 4:5 nach Shootout. Die Wölfe sind aber weiterhin Tabellendritter und freuen sich über den bisher besten Saisonstart seit Ligazugehörigkeit. Zwischen Runde fünf und Runde sieben lagen die Südtiroler sogar erstmals an der Tabellenspitze. Eine Überraschung für viele, aber nicht alle, da Pustertal den Kader mit einigen hochkarätigen Namen verstärkt hat. Dass diese gleich voll einschlagen, freut PUS-Sportdirektor Patrick Bona: „Klar erhofft man sich immer, dass alle Neuzugänge gleich einschlagen. Es braucht dann aber auch immer ein wenig Glück, dass sie mit ihren Linienpartner zusammenpassen und dementsprechend gut performen.“
Head Coach Valtonen hat großen Anteil an der aktuellen
Mannschaft
Insgesamt haben mit David Morley, Jason Akeson und Alex Petan
bereits drei Neuzugänge zehn oder mehr Punkte inne. Ein großer
Anteil am starken Auftakt wird auch Head Coach Tomek Valtonen
zugeschrieben, der ebenfalls tatkräftig an den
Spielerverpflichtungen mitwirkte. „Bei jedem Neuzugang hatte der
Coach Mitspracherecht. Die Mannschaft wurde zusammen mit dem
Coachingteam zusammengestellt. Am Ende muss der Coach täglich mit
den Spielern arbeiten und dementsprechend wichtig ist es auch, die
jeweiligen Spieler zusammen auszusuchen“, so Bona, der selbst
zwischen 2004 und 2018 für Pustertal spielte.
Im Tor konnten sich die Wölfe mit Andreas Bernard verstärken, der mit einem Shutout im Derby gegen seinen Ex-Verein Bozen für Furore sorgte. Insgesamt liegt der Verein aus Bruneck aktuell neun Plätze und zwölf Punkte vor den Hauptstädtern aus Südtirol, was den gebürtigen Bozner Patrick Bona und den gesamten Verein dementsprechend freut: „Ich denke, das ist schon ein großartiges Gefühl für den ganzen Verein. Es ist eine Genugtuung für die harte Arbeit, die jeder einzelne reinsteckt. Wir genießen den Moment, wohlwissend, dass wir nicht den Fokus verlieren dürfen und immer hart weiterarbeiten müssen.“
Mit seinen 33 Jahren zählt Andreas Bernard nicht mehr zu den italienischen Jungspunden im Team. Bei Pustertal ist man aber darauf bedacht, viele junge einheimische Spieler Eiszeit zu geben. Insgesamt sieben Kaderspieler sind Jahrgang 2000 oder jünger: „Unsere jungen Spieler sind sehr hungrig und geben jeden Tag 100%, um so viel Einsatz-Zeit wie möglich zu bekommen. Das war dann auch der Grund auf eher erfahrene Spieler zu setzen, damit die Jungen so viel wie möglich von ihnen lernen und sich weiterentwickeln können.“
Playoff-Einzug bleibt Saisonziel
In puncto Saisonziel hat sich beim HCP trotz des sehr starken
Saisonstarts mit sechs Siegen aus den ersten neun Saisonspielen und
Tabellenplatz drei nichts geändert. Wie in der Premeierensaison
will Pustertal in die Playoffs: „Ich glaube, das ist zur Zeit eine
tolle Momentaufnahme, die wir natürlich genießen. Nichtsdestotrotz
bleiben wir mit den Füßen auf dem Boden und arbeiten täglich an
unseren Ziele, unseren Stärken und Schwächen weiter. Ziel bleibt
unverändert die Playoff-Teilnahme. Egal ob direkt oder über die
Pre-Playoffs“, erklärt Patrick Bona, der als Spieler mit Pustertal
einmal den italienischen Cup und drei Mal den Supercup gewinnen
konnte.
Verein stellt sich immer professioneller
auf
Gesteigertes Zuseher*innen-Interesse ist aber bereits seit Monaten
spürbar. Erneut konnte der kleine Ort Bruneck mit gerade einmal
17.000 Einwohner*innen mehr als 1.200 Dauerkarten absetzen. Die
große Unterstützung schätzt der Sportdirektor sehr: „In der Region
ist der HC Pustertal schon seit längerem ein Begriff. Zusammen mit
dem FC Südtirol und dem HC Bozen sind wir einer der drei großen
Mannschaftssport-Organisationen im Land. In unserem Tal sind die
Leute definitiv verrückt nach Hockey, das hat auch der
Zuschauerschnitt von über 2.100 Personen in der mäßigen letzten
Saison gezeigt. Die Unterstützung unserer Fans und Sponsoren ist
großartig!“
Mit dem gesteigerten Interesse am HC Pustertal von Fans und Sponsoren hat sich der Verein in Sachen Professionalität auch stets weiterentwickelt: „Wir versuchen so professionell wie möglich aufgestellt zu sein. Wir verbessern uns von Jahr zu Jahr, haben die Anzahl an Vollzeitangestellten von Jahr zu Jahr nach oben schrauben können. Diese Personen haben verschiedene Backgrounds und bringen uns so natürlich auch im organisatorischen, in marketing- und sponsoringtechnischen Bereichen extrem nach vorne“, schließt Patrick Bona ab.
ice.hockey , Bild: facebook.com/hcpustertal (Markus Ranalter)









