Mit dem Ende des Grunddurchgangs rückt in der win2day ICE Hockey League nicht nur der Kampf um die direkten Playoff-Plätze näher, sondern vor allem auch das Rennen um die Top 10. Diese entscheiden über die Teilnahme am Pre-Playoff, während die Plätze 7 und 8 zusätzlich Heimrecht in der entscheidenden Phase bedeuten – ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Im Fokus dieser Analyse stehen fünf Teams, die sich mitten in diesem engen Rennen befinden:
Vienna Capitals, Black Wings Linz, VSV, Hydro Fehérvár AV19 und FTC-Telekom Budapest.
Vienna Capitals – gute Ausgangslage, aber kaum einfache Abende
Ausgangslage:
Die Capitals liegen mit 61 Punkten aus 43 Spielen auf Rang 7. Damit ist man aktuell in einer komfortablen, aber keinesfalls sicheren Position. Mit noch 5 Spielen bleibt Spielraum nach oben – aber auch nach unten.
Restprogramm:
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18.02.: auswärts bei Olimpija Ljubljana
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20.02.: auswärts bei Black Wings Linz
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25.02.: Heimspiel gegen Graz99ers
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27.02.: Heimspiel gegen Fehérvár AV19
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01.03.: auswärts beim KAC
Einordnung: Sehr anspruchsvoll. Mehrere direkte Duelle, dazu Auswärtsspiele bei Topteams. Das Auswärtsspiel gegen Linz und Heimspiel gegen Fehérvár ist fast schon Pflicht.
Schlüsselspieler:
Linden Vey ist der zentrale Faktor der Wiener Offensive. Seine Erfahrung, speziell in Drucksituationen, kann für Wien im Kampf um die Pre-Playoffs beziehungsweise um das Heimrecht Gold wert sein. In engen Spielen ist er der Spieler, der Partien entscheiden kann. Zane Franklin und Jeremy Grégoire verkörpern genau das Playoff-Eishockey, das jetzt gefragt ist: physisch und unbequem. Gerade im direkten Duell gegen Teams wie Linz und Fehervar extrem wichtig. Spannend bleibt die Torhüterfrage: Coach Kevin Constantine hat in den vergangenen Runden fleißig rotiert. Sollte sich Sebastian Wraneschitz tatsächlich nachhaltig gegen Evan Cowley durchsetzen, könnte das defensiv zusätzliche Stabilität bringen.
Steinbach Black Wings Linz – alles in der eigenen Hand
Ausgangslage:
Linz steht mit 55 Punkten aus 43 Spielen auf Rang 8. Die Black Wings sind mitten im Feld der Verfolger, haben aber noch 5 Spiele, viele davon gegen direkte Konkurrenten.
Restprogramm:
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18.02.: auswärts bei Pioneers Vorarlberg
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20.02.: Heimspiel gegen Vienna Capitals
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22.02.: Heimspiel gegen Olimpija Ljubljana
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27.02.: auswärts bei FTC Budapest
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01.03.: Heimspiel gegen Graz99ers
Einordnung: Vom Papier her machbar, aber gefährlich. Linz kann sich mit einem guten Lauf selbst absichern, aber im Gegenteil auch tief fallen.
Schlüsselspieler:
Offensiv tragen Graham Knott und Travis Barron aktuell fast die gesamte Last. Wenn Linz punktet, dann meist über diese Achse. Problematisch: Brian Lebler wirkt noch nicht in Playoff-Form, Shawn St-Amant blieb bislang unter den Erwartungen und konnte nicht an seine letzte Saison anschließen. Sollte einer von beiden rechtzeitig zünden, wäre das ein massiver Vorteil für die Stahlstädter. Die größte Baustelle bleibt jedoch das Goaltending: Rasmus Tirronen und Thomas Höneckl liegen klar unter 90 % Fangquote. In einer Phase, in der Spiele oft mit einem Tor entschieden werden, ist das ein ernstzunehmendes Risiko.
EC iDM Wärmepumpen VSV – schweres Programm, aber offensive Waffen
Ausgangslage:
Der VSV hält bei 55 Punkten aus 42 Spielen und hat noch 6 Spiele. Das Restprogramm könnte den VSV aber die Chance auf eine frühe Vorentscheidung bieten.
Restprogramm:
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14.02.: auswärts bei FTC Budapest
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15.02.: auswärts bei Fehérvár AV19
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20.02.: auswärts bei Red Bull Salzburg
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22.02.: Heimspiel gegen Pioneers Vorarlberg
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27.02.: auswärts bei Graz99ers
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01.03.: Heimspiel gegen HC Pustertal
Einordnung: Zwei Auswärtsspiele bei Topteams, dazu kaum Verschnaufpausen. Der VSV wird Punkte holen müssen, wo sie vielleicht nicht direkt eingeplant sind.
Schlüsselspieler:
Adam Helewka ist aktuell der offensiv wichtigste Mann der Adler: 10 Punkte aus den letzten 10 Spielen, zuletzt ein Hattrick gegen Ljubljana, inzwischen Topscorer. Er ist der Spieler, der Spiele im Alleingang drehen kann. Nick Hutchison bringt genau die Intensität und Härte, die in dieser Phase nötig ist. Der VSV lebt traditionell von seiner Offensive, das hat man zuletzt wieder gesehen, nachdem zuvor lange der Motor stotterte. Defensiv wird es stark von Joe Cannata abhängen. Sein starker Januar hat gezeigt, dass er – mit gezielten Pausen – ein echter Rückhalt sein kann. Ein Trumpf für die Adler sind die über die Saison gesehen gewonnen direkte Duelle gegen die Vienna Capitals und die Black Wings Linz.
Hydro Fehérvár AV19 – Jederzeit für einen Lauf gut
Ausgangslage:
Fehérvár steht mit 54 Punkten aus 42 Spielen auf Rang 10. Noch 6 Spiele, drei davon zuhause.
Restprogramm:
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15.02.: Heimspiel gegen VSV
- 20.02.: auswärts bei HC Pustertal
- 21.02.: auswärts bei HC Bozen
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25.02.: Heimspiel gegen Red Bull Salzburg
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27.02.: auswärts bei Vienna Capitals
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01.03.: Heimspiel gegen Ferencvaros
Einordnung: Zwei Heimspiele gegen direkte Konkurrenten. Fehérvár hat es selbst in der Hand, darf aber defensiv nicht weiter schwächeln.
Schlüsselspieler:
Anže Kuralt ist interner Topscorer und konstantester Offensivspieler. János Hári bleibt der Leader, auch wenn seine Saison bislang unter den Erwartungen liegt. Max Gerlach hat sich als Nachverpflichtung mit bereits 7 Toren als wichtiger Faktor erwiesen. Entscheidend wird jedoch die Leistung von Rasmus Reijola im Tor: Ohne Stabilität zwischen den Pfosten wird es in den direkten Duellen extrem schwer.
FTC-Telekom Budapest – Außenseiter mit Endspiel-Charakter
Ausgangslage:
FTC liegt mit 50 Punkten aus 42 Spielen auf Rang 11 und hat noch 6 Spiele. Die Ausgangsposition ist die schlechteste, Fehler sind kaum erlaubt.
Restprogramm:
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14.02.: Heimspiel gegen VSV
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20.02.: Heimspiel gegen Graz99ers
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21.02.: auswärts bei Pioneers Vorarlberg
- 21.02.: auswärts bei HC Innsbruck
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27.02.: Heimspiel gegen Black Wings Linz
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01.03.: auswärts bei Fehérvár AV19
Einordnung: Drei Heimspiele, aber fast ausschließlich gegen direkte Konkurrenten. Jedes Spiel ist ein Endspiel für den Liganeuling, der mit dem bescheidenen Ziel von fünf Siegen in die Saison gestartet ist und sich nun im Kampf um die Playoffs befindet.
Schlüsselspieler:
Brady Shaw, Tyler Coulter und Gordie Green sind die klaren Träger der Ungarn. Alle drei kennen die Liga und haben ihre Klasse bewiesen. Problematisch bleibt das Goaltending: Bence Bálizs ist solide, aber kein Spielentscheider und genau das fehlt in dieser Phase.
Wer es zum Schluss in die Top 10 schafft beziehungsweise sich das Heimrecht sichert, entscheidet sich wie immer am Eis. Die Vienna Capitals sind derzeit in der Pole-Position und Ferencvaros Budapest muss sich sicher am meisten strecken. Spannende Partien stehen somit in den nächsten Runden nach der Pause an.
Bild: VSV/STEFAN





