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NHL Inside Out

NHL Inside Out: „Blockbuster incoming“? In Pittsburgh könnte eine Ära zu Ende gehen

Seit 1967 konnten die Pittsburgh Penguins nicht weniger als fünf Stanley Cups gewinnen. Damit liegt die prestigeträchtige Franchise aus Pennsylvania auf Rang 7 der ewigen Bestenliste. Den letzten Titel holten die Pens vor vier Jahren. Ist das sogenannte „cup window“ bereits zu? Steht den Penguins ein Rebuild, vielleicht sogar ohne ihre Gallionsfigur Sidney Crosby, bevor?

Die Pittsburgh Penguins und ihre Fanbase dürfen stolz auf die letzten Jahre zurückblicken. Seit dem knallharten Rebuild, der zu Beginn der 2000er-Jahre vollzogen wurde, stehen die Penguins mit drei Cup-Triumphen da.  Den ersten Cup der „Crosby-Ära“ bejubelte man 2008/09, in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 feierte man „back-to-back“-Cups.

Ein Hauptgrund für ein stets konkurrenzfähiges Team war die Achse um Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Verteidiger Kris Letang. Doch alle drei Cracks kommen mittlerweile in die Jahre und die Penguins stehen, was ihre sportliche Zukunft betrifft, vor wichtigen Entscheidungen.

Vier Drafts als Grundlage für den Erfolg
Im NHL Entry Draft 2003 sicherte man sich mit Marc-Andre Fleury einen der erfolgreichsten Goaltender der Gegenwart. Ein Jahr später hielt man den 2nd Overall Pick und zog, nachdem Alex Ovechkin an Position 1 nach Washington ging, Evgeni Malkin.

Das Kronjuwel sollte aber 2005 folgen, als man, nach dem Gewinn der Draft Lottery, Superstar Sidney Crosby in die Stahlstadt holte. Im gleichen Jahr griff man an Position 62 zu und sicherte sich Kris Letang, ein Jahr darauf sollte noch Jordan Staal an Position 2 folgen. Der Grundstein, für eine erfolgreiche Zukunft war gelegt.

Evgeny Malkin (Credits: Michael Miller (CC BY-SA 4.0))

Drei der fünf oben erwähnten Akteure stehen noch heute im Aufgebot der Penguins. Sidney Crosby fehlen noch sieben Begegnungen um insgesamt 1.000 Spiele für die Pens absolviert zu haben. Schon jetzt liegen Crosby und Malkin auf den Rängen 2 und 3 der internen „all-time scoring“-Wertung. Nur Mario Lemieux scheint mit seinen 1.723 Punkten unerreichbar.

Mit 33 Jahren erzielte Crosby bisher 466 Tore und sammelte 1.271 Punkte ein. Malkins Bilanz ist ebenfalls bemerkenswert: Der russische Center kam in 917 Spielen auf 1.081 Punkte. Kris Letang ist schon jetzt der punktbeste Penguins-Verteidiger aller Zeiten – 540 Punkte sind seine bisherige Ausbeute.

Rutherford und der gescheiterte „Rebuild-Versuch“
Eines ist klar – die Franchise hat ihren Aushängeschildern so einiges zu verdanken. An den Detroit Red Wings und auch an den Chicago Blackhawks kann man zurzeit aber gut erkennen, was ein „pünktliches“ Verpassen des Rebuild-Zugs für Konsequenzen haben kann. Der ehemalige General Manager Jim Rutherford, der am 27.Jänner sein Amt zurücklegte, versuchte nun die Weichen in Richtung Rebuild zu stellen – ohne Erfolg.

Stimmen wurden laut, dass sich das Management gegen einen potenziellen Trade um Kris Letang stellte und somit den ersten Schritt für einen Neuaufbau nicht zuließ. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings nicht.

Letang, der bisher 818 Spiele für Pittsburgh bestritt, steht noch bis Ablauf der Saison 2021/22 unter Vertrag. Seine 7,25 Millionen Caphit fressen 8,9% des Gesamt-Caps. Mit nur drei Punkten in den bisherigen Spielen konnte Letang auch nicht wirklich an seine starken Spielzeiten anschließen.

Kris Letang (Credit: Michael Miller (CC BY-SA 4.0))

Die grundlegende Frage ist: auf welches Szenario muss sich ein potenzieller, neuer GM dort einstellen? Muss er mit den Vorgaben von Lemieux und Co. leben, dass es Spieler gibt, die unter keinen Umständen getradet werden dürfen? Oder ist es an der Zeit, dass auch das Management begreift, dass Veränderungen im Kader durchaus positiv für die Zukunft sein können?

Stückwerk und leere Regale
Die Penguins lebten in ihren „glory days“ von den idealen Ergänzungen, wie zum Beispiel Chris Kunitz oder auch Patric Hornqvist. Letzterer unterzeichnete heuer ein Arbeitspapier bei den Florida Panthers – die 5,3 Millionen US-Dollar hätte Pittsburgh nicht unter die Cap-Decke gebracht. Somit brachen in den letzten Jahren Stück für Stück wertvolle Akteure weg – die Verluste konnte man nur teilweise kompensieren.

Die Pick-Regale leerte man in teilweise haarsträubenden Trades. 2015 schickte man seinen 1st Rounder für David Perron nach Edmonton – aus diesem Pick wurde später niemand geringerer als Matt Barzal.

Für Ryan Reaves und einen 2nd Rounder opferte man Oskar Sundqvist und einen 1st und auch für Jason Zucker transferierte man ein Erstrundenwahlrecht nach Minnesota. Genau aus diesem Grund fehlt es auch an qualitativ hochwertigem Nachwuchs. Jake Guentzel, der sich zu einer fixen Größe im Aufgebot der Pens entwickelt hat, ist da eher die Ausnahme.

Bezeichnend: in den vergangenen zehn Entry Drafts hielten die Penguins nur fünf Mal einen 1st Round Pick in der Hand. 2019 entschied man sich für Sam Poulin, 2014 für Kasperi Kapanen, der nach Toronto getradet und dann wieder zurück ertradet wurde.

2012 griff man 2x zu und holte Derrick Pouliot und Olli Maatta – beide sind nicht mehr im Aufgebot der Pens – 2011 entschied man sich für Joe Morrow, auch seine NHL-Karriere endete vorerst nach 162 Spielen. Und auch für den bevorstehenden Draft fehlen den Penguins die Picks in den Runden 1, 3, 4 und 6.

Ein Blick auf den Nachwuchs spricht vor allem bei den Stürmern eine deutliche Sprache: Mit Johnny Gruden und Nathan Legare sind zwei durchschnittliche Prospects Pittsburghs heißeste Aktien. In der Defensive hat man mit dem Trade um John Marino einiges richtiggemacht, auch Pierre-Olivier Joseph und Marcus Pettersson sind gute Optionen. Schlussendlich fehlt es aber an qualitativ hochwertiger Klasse und auch Masse.

Blockbuster-Trades als Ausweg?
Niemand kann oder will sich eine Franchise-Ikone wie Sidney Crosby bei einem anderen Team vorstellen. Manche Spieler will man einfach für ihre gesamte Karriere bei einer Franchise sehen – doch das ist nicht immer die beste Option. Klar ist: nichts ist sicher – auch Wayne Gretzky wurde getradet. Kleiner fun fact: Crosby, Malkin und Letang kamen bisher auf 2.892 Scorerpunkte, Gretzky allein auf 2.857.

Man sollte definitiv nicht damit rechnen, dass es in Kürze einen Blockbuster rund um Crosby oder Malkin gibt. Auch weil keiner einschätzen kann, was hinter den Kulissen vorgeht. Fakt ist: die Verträge von Malkin und auch von Letang laufen zum Ende der Saison 2021/22 aus, Crosby steht noch für vier weitere Spielzeiten unter Vertrag. Potenzielle Trades könnten wichtige Bausteine für einen Umbruch nach Pittsburgh bringen und einen Neuaufbau vorantreiben.

Sid Crosby (Credit: Joey Gannon – (CC BY-SA 2.0))

Vieles wird auch davon abhängen, ob sich die Superstars mit der mittelfristigen Zukunft anfreunden können und auch ihre jeweiligen „no move/no trade“-Klauseln „waiven“. Natürlich besteht immer die Chance in die Playoffs zu kommen, ganz oben auf der Contender-Liste dürften die Penguins in den kommenden Jahren aber nicht mehr zu finden sein.

Crosby im Trikot der Avalanche oder Canadiens?
Sidneys Vater, Troy Crosby, wurde 1984 von den Montreal Canadiens an Position 240 gedraftet, schaffte es aber nie in die beste Liga der Welt. Crosby selbst war das Gesicht des Junioren-Hockey in der kanadischen Provinz Quebec, als er für die Rimouski Oceanic in nur 121 Spielen 303 Punkte erzielen konnte. Schon als Kind war Crosby Anhänger der „Habs“.

Mit Nathan MacKinnon spielt ein sehr guter Freund Crosbys in Colorado und eine gemeinsame Jagd auf Cups wäre definitiv ein Szenario, welches beide begrüßen würden. Da Crosby über eine „no move“-Klausel verfügt, hat natürlich er das letzte Wort – die Liste an potenziellen „landing spots“ dürfte aber nur äußerst kurz sein.

www.hockey-news.info , Bilder: Joey Gannon – (CC BY-SA 2.0) , Michael Miller (CC BY-SA 4.0) , https://twitter.com/TheHockeyWriter

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