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Deutschland

NHL: Wie Moritz Seider in den Plan der Red Wings hineinpasst

Die Überraschung war groß, als in der Nacht von Freitag auf Samstag der NHL Entry Draft in der Rogers Arena stattfand. In Vancouver waren es bereits die an #6 wählenden Detroit Red Wings, die sich die Dienste des einzigen Deutschen Moritz Seider sicherten. Der Meisterverteidiger der Adler Mannheim wird ein Teil eines äußerst spannenden Projekts, das weiter sein könnte, als viele glauben.

Seider wird zum Top-Verteidigertalent in Detroit

Um an Nummer 6 des NHL Drafts ausgewählt zu werden, gehört schon einiges dazu, vor allem Talent und ein ganz starkes vergangenes Jahr. Beides bringt Moritz Seider mit, der nach der Meisterschaft mit den Adler Mannheim und einer beeindruckenden Vorstellung bei der IIHF-Weltmeisterschaft in der Slowakei auftrumpfte. Entsprechend wunderte sich niemand, dass er zum Deutschen an der zweithöchsten Position aller Zeiten wurde.

Lediglich Superstar Leon Draisaitl, zuletzt bei den Edmonton Oilers mit 105 Scorerpunkten, ging noch drei Plätze früher nach Kanada. Dort in der Nähe kann sich Moritz Seider bald auch eine Bleibe suchen. Das Original-Six-Team Detroit Red Wings wählte den 18-jährigen aus voller Überzeugung aus. Die Scouts waren ebenso überzeugt vom Spieler wie General Manager Steve Yzerman, der im Sommer Ken Holland (jetzt Edmonton) ersetzte.

Die vielen Experten in Nordamerika hatten Seider in den Mock Drafts zwischen Platz 15 und 25 gesehen, während er bei uns an #13 nach Florida gegangen wäre. Dass es letztlich noch deutlich früher wurde, hatte auch damit zu tun, dass die Red Wings kein anderes Team fanden, um nach unten zu traden, wie Yzerman anschließend in einem Interview berichtete. Er scheute das Risiko, da andere Teams wie eben die Oilers ebenfalls Interesse am deutschen Akteur hatten.

Vor allem beim NHL Combine konnte der gebürtige Zeller die Teamverantwortlichen mit seiner Art von sich überzeugen. In Detroit wird Seider auf einen Schlag zum Top-Verteidigertalent, das in der Organisation vorhanden ist. Hier waren bislang vor allem Dennis Cholowski (Pick #20 in 2016), Filip Hronek (#53 in 2016) und Jared McIsaac (#36 in 2018) von Interesse. Außer Hronek spielen sie jedoch allesamt auf der linken Seite, was für Seider einen zusätzlichen Vorteil bedeutet. Seine Position ist in der NHL seit Jahren besonders gesucht.

Was bringt Seider auf das Eis?

Während Cholowski und Hronek zumindest schon teilweise auf der großen NHL-Bühne angekommen sind, ist es für Seider noch ein weiter Weg, der beim Trainingslager vom 25. bis 29. Juni erstmals das traditionsreiche Trikot mit dem geflügelten Rad tragen wird. Dass Detroit noch weit von großen Erfolgen wie in der Vergangenheit entfernt ist, beweisen die Eishockey Wetten auf den Stanley Cup Sieger 2020. Hier haben die Wings mit 81,0 (Stand 23. Juni) die zweitschlechtesten Quoten der ganzen Liga hinter Ottawa.

Damit sich das eines Tages ändert, kommt es auch auf die Stärken Seiders an. Grundsätzlich schätzen ihn die Scouts als einen sehr intelligenten Spieler ein, der selbst im jungen Alter von 18 Jahren nur wenige Schwächen besitzt. Es handelt sich um einen klassischen Verteidiger, der sich sowohl offensiv als auch defensiv einbringt. Während Seider bei den Adler Mannheim noch wenig Eiszeit bekam und vom Powerplay ferngehalten wurde, zeigten seine Leistungen für Deutschland bei der Weltmeisterschaft (2 Tore, 1 Assist), dass er für mehr bereit ist. Seine sehr erwachsene Spielweise zeichnet sich durch viel Ruhe am Puck aus, die in den letzten Jahren ein großes Manko in der eigenen Zone der Red Wings war.

Großes Lob erhält Moritz Seider weiterhin für sein Passspiel. Er scheint ganz automatisch einen gut stehenden Nebenmann zu finden, während seine Schüsse nur selten geblockt werden. In Unterzahl überragt Seider dank seiner großen Reichweite (1,92 Meter Körpergröße) und schließt auftretende Lücken exzellent und vorausschauend. All diese Eigenschaften sollten ihm dabei helfen, früher oder später einen festen Platz in der besten Liga der Welt zu ergattern.

Auch wenn die Detroit Red Wings zuletzt dreimal in Folge die Playoffs verpassten, ist die Mannschaft offensiv bereits gut aufgestellt und hat in Joe Veleno oder Filip Zadina weitere große Talente in CHL und AHL. Wenn sich Seider, Hronek und Co. nun entsprechend den Wünschen der Red Wings entwickeln, könnte schon in wenigen Jahren wieder ein Team auf dem Eis stehen, das einige Menschen überrascht. Allerdings sollte dies dann passieren, wenn Jimmy Howard noch im Tor steht. Eine wirklich Alternative im Tor haben die Red Wings derzeit nämlich nicht parat.

Quelle: BKLuis (CC BY-SA 3.0)

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