Nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus blickt der HC Bozen bereits nach vorne. Klubchef Dieter Knoll kündigte in einem Interview mit „Sportnews.bz“ einen umfassenden Umbruch an und sprach gleichzeitig offen über die Gründe für die enttäuschende Saison.
„Halbfinale war ein Muss“
Knoll zeigt sich auch Monate nach dem Saisonende noch enttäuscht. Trotz eines aus seiner Sicht qualitativ sehr starken Kaders habe die Mannschaft die Erwartungen nicht erfüllt. Für den HCB sei das Erreichen des Halbfinales das Mindestziel gewesen. Als Hauptproblem sieht der Klubchef, dass die vielen hochkarätigen Einzelspieler nie zu einer echten Einheit zusammengewachsen seien. Zudem hätten auch die Trainer nicht die gewünschten Impulse setzen können.
Olympia als Belastungsfaktor
Überraschend deutlich äußerte sich Knoll auch zu den Auswirkungen der Olympischen Spiele. Die zahlreichen Olympia-Teilnehmer hätten vor dem Turnier verständlicherweise vorsichtiger agiert, nach ihrer Rückkehr jedoch teilweise nicht mehr an ihre zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen können. Dies habe sich laut Knoll negativ auf die sportliche Entwicklung des Teams ausgewirkt.
Verjüngung des Kaders geplant
Für die kommende Saison setzt Bozen auf einen klaren Kurswechsel. Der Kader soll auf mehreren Positionen verändert und gleichzeitig verjüngt werden. Geplant ist die verstärkte Integration junger italienischer Spieler. Sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff sollen künftig U24-Spieler wichtige Rollen übernehmen. Knoll betont dabei, dass Talente Spielzeit benötigen und nicht auf der Tribüne sitzen dürfen.
Trainersuche läuft
Oberste Priorität genießt aktuell die Verpflichtung eines neuen Cheftrainers. Der zukünftige Coach soll laut Knoll nicht nur sportliche Qualität mitbringen, sondern vor allem als Führungspersönlichkeit auftreten und aus jedem Spieler das Maximum herausholen. Eine Entscheidung wird spätestens bis Mitte Juli erwartet.
Mailand als Bereicherung für die Liga
Positiv bewertet Knoll den bevorstehenden Einstieg des HC Mailand in die ICE Hockey League. Der HCB-Boss hofft auf ein langfristiges Projekt und sieht in den Duellen mit dem Klub aus der italienischen Wirtschaftsmetropole einen attraktiven Mehrwert für Fans und Liga. Für Bozen selbst steht jedoch zunächst die Aufarbeitung einer enttäuschenden Saison und die Neuausrichtung für die kommende Spielzeit im Mittelpunkt.
Pic: Vanna Antonello









