HC Pustertal Wölfe

HC Pustertal-Boss Falkensteiner: „Ein Präsident darf niemals sein eigenes Geld reinstecken“

Finalgegner der Graz 99ers ist der HC Pustertal – und hinter dem Erfolg der Südtiroler steht mit Erich Falkensteiner ein Präsident, der den Klub bewusst als nachhaltiges Projekt aufgebaut und eine klare Philosophie hat.


„Eishockey und Unternehmertum haben viel gemeinsam“

Falkensteiner sieht viele Parallelen zwischen Sport und Wirtschaft. Für ihn stehen vor allem Dynamik, Emotionen und die Fähigkeit, nach Rückschlägen sofort wieder aufzustehen, im Mittelpunkt. Genau diese Eigenschaften hätten ihn auch dazu bewogen, sich intensiv im Eishockey zu engagieren.

Erfolgsmodell ohne Einzelperson

Den Aufstieg des HC Pustertal vom Außenseiter zum Finalisten beschreibt Falkensteiner als klare Teamleistung. Der Einstieg in die ICE Hockey League sowie die Entwicklung der Infrastruktur seien entscheidend gewesen.

Besonders wichtig: Der Klub soll wirtschaftlich stabil bleiben. Falkensteiner betont, dass ein Verein nicht von einer einzelnen Person abhängig sein dürfe – auch finanziell nicht. Vielmehr brauche es eine breite Basis und klare Ziele. „Was passiert, wenn diese Person nicht mehr da ist? Für mich war immer klar, dass ein Präsident niemals sein eigenes Geld reinstecken darf. Und das habe ich auch nie getan“, so Falkensteiner gegenüber der „Kleine Zeitung“.


Mehr als nur Sport: „Place to be“ in Bruneck

Neben dem sportlichen Erfolg verfolgt Pustertal eine klare Mission: Das Stadion in Bruneck soll ein Treffpunkt für alle sein. Ein Fokus liegt dabei auf Nachwuchsarbeit sowie einer breiten Fanbasis – inklusive eines auffallend hohen Frauenanteils im Publikum. Mit Initiativen wie einer eigenen Academy und einem starken Business-Netzwerk wurde der Klub bewusst als regionales Gesamtprojekt positioniert.


Außenseiterrolle im Finale

Der Finaleinzug kommt laut Falkensteiner nicht völlig überraschend, aber auch nicht selbstverständlich. Nach starken Phasen und schwierigeren Monaten habe sich das Team rechtzeitig zum Play-off-Start stabilisiert. Im Finale sieht der Präsident dennoch die Graz 99ers in der Favoritenrolle – unter anderem aufgrund der finanziellen Möglichkeiten und Kaderstruktur.


„Aufgeben ist keine Option“

Trotz Niederlage in Spiel eins bleibt Falkensteiner optimistisch. Für ihn ist bereits die Finalteilnahme in einer internationalen Liga ein großer Erfolg für den Klub und die gesamte Region. Die Marschroute für die restliche Serie ist klar: Pustertal will weiter alles investieren – ganz nach dem Motto des Präsidenten: Aufgeben kommt nicht infrage.

Bild: Foppa Iwan – HC Pustertal

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