Die Eishockeywelt trauert um Claude Lemieux. Der vierfache Stanley-Cup-Sieger ist im Alter von 60 Jahren verstorben. Die Nachricht wurde am Donnerstag von der NHL Alumni Association bestätigt. Angaben zur Todesursache wurden bislang nicht veröffentlicht.
Mit Claude Lemieux verliert die NHL einen der prägendsten und gleichzeitig umstrittensten Spieler der 1980er- und 1990er-Jahre. Über 21 Spielzeiten hinweg galt der Kanadier als Inbegriff des kompromisslosen Playoff-Hockeys – ein Spieler, den Gegner hassten, Teamkollegen jedoch liebten.
Der 1965 geborene Lemieux von den Montreal Canadiens gedraftet. Bereits früh machte er sich als harter Arbeiter und gefährlicher Torjäger einen Namen. 1986 gewann er mit Montreal seinen ersten Stanley Cup.
Aufstieg zum echten Starspieler
Den endgültigen Durchbruch schaffte Lemieux jedoch bei den New Jersey Devils. Dort entwickelte er sich zu einem der besten Playoff-Spieler seiner Generation. In den Stanley-Cup-Playoffs 1995 erzielte er 13 Tore und führte die Devils zum ersten Stanley Cup der Franchise-Geschichte. Für seine herausragenden Leistungen erhielt er die Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs.
Nach seiner Zeit in New Jersey wechselte Lemieux zu den Colorado Avalanche, mit denen er 1996 direkt den nächsten Stanley Cup gewann. Besonders in Erinnerung blieb seine Rolle in der legendären Rivalität zwischen Colorado und den Detroit Red Wings. Die hitzigen Duelle dieser Ära zählen bis heute zu den intensivsten Rivalitäten der NHL-Geschichte.
Platz in den Geschichtsbüchern sicher
1999 kehrte Lemieux nach New Jersey zurück und gewann dort im Jahr 2000 seinen vierten Stanley Cup. Insgesamt absolvierte er 1.215 NHL-Spiele und erzielte 786 Punkte. Besonders beeindruckend waren jedoch seine Playoff-Statistiken: 80 Tore in der Postseason bedeuten bis heute einen Platz unter den besten Playoff-Torschützen der NHL-Geschichte. Nur acht Cracks konnten mehr Treffer in der „postseason“ erzielten. Angeführt wird diese Liste natürlich von Wayne Gretzky, der 122 Mal traf. Ebenfalls über 100 Playoff-Treffer erzielten Mark Messier (109) und Jari Kurri (106).
Im Laufe seiner Karriere spielte Lemieux außerdem für die Phoenix Coyotes, die Dallas Stars sowie kurzzeitig in der Schweiz beim EV Zug. Nach mehreren Jahren Pause feierte er 2008 mit den San Jose Sharks sogar ein bemerkenswertes NHL-Comeback. Auf internationaler Ebene konnte Lemieux U20-Gold und eine Goldmedaille beim Kanada Cup 1988 mit seinem Heimatland gewinnen.
Noch vor wenigen Tagen war Lemieux öffentlich in Montreal zu sehen, als er vor einem Playoff-Spiel symbolisch die Zeremonienfackel ins Stadion trug. Umso größer ist nun die Bestürzung in der Hockeywelt.









