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EHC Steinbach Black Wings 1992

ICEHL: Linz-Coach Beaulieu im großen Interview:

Der EHC Black Wings Linz veröffentlichte auf seiner Homepage ein interview mit Headcoach Pierre Beaulieu in dem er ausführlich über die kommende Saison berichtet:

Seit knapp einem Monat bist du jetzt in Linz. Hast du die Stadt schon besser kennengelernt?
Mein erster Eindruck von der Stadt ist sehr gut, es gibt viele Dinge hier, die man unternehmen kann. Meine Frau und ich fühlen uns schon sehr wohl in Linz. Wir gehen sehr oft spazieren und wir mögen es auch gemeinsam essen zu gehen. Deshalb haben wir auch bereits einige Restaurants ausprobiert.

Für die kommende Saison sind viele neue Spieler zum Team gestoßen. Auch du bist hier neu als Head Coach engagiert. Wie schafft man es eine Mannschaft in so kurzer Zeit zu einer Einheit zu formen?
Wir hatten von Beginn an einen guten Start miteinander und haben sehr hart und konzentriert an unserem Eishockey gearbeitet. In der Vorbereitung hat es natürlich auch das ein oder andere Teambuilding gegeben. Darüber hinaus sind wir sehr oft beisammengesessen und haben als Mannschaft über unsere Kommunikation, Ziele und Philosophie diskutiert. Der Fokus ist bei allen Spielern voll da, mit dem Charakter der Mannschaft bin ich sehr zufrieden.

Die Vorbereitungszeit war heuer etwas kürzer als gewohnt. Hast du die Vorbereitung etwas anders gestaltet als sonst?
Das hat keinen großen Unterschied gemacht. Auch wenn der ein oder andere Spieler erst etwas später zum Team gestoßen ist. Für mich als Trainer aus Nordamerika sind fünf Wochen Vorbereitungszeit ausreichend. So gesehen habe ich vom Trainingsaufbau nichts anders gestaltet als sonst. Mit etwas mehr Zeit hätten wir aber mit Sicherheit mehr Testspiele gespielt. Für mich sind sechs Vorbereitungsspiele ideal, so sind es halt zwei weniger, was nicht weiter schlimm ist. Mit Budweis hatten wir einen sehr starken Testgegner, auch die Spiele gegen Innsbruck und Graz passen gut. Insgesamt bin ich also zufrieden.

Um bei den Spielen gegen Budweis zu bleiben. Was hat dir in diesen Begegnungen schon gut, was weniger gut gefallen?
Beim ersten Spiel waren unsere Reihen noch nicht so selbstsicher wie es sein sollte. Aber das ist völlig normal, es ist das erste Spiel in neuer Zusammensetzung. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Moral und der Charakter der Mannschaft. Wir waren 1:3 in Rückstand und haben dann auf 3:3 gestellt. Danach macht Kozek ein reguläres Tor, das die Referees nicht anerkannt haben – so gesehen haben wir das Spiel eigentlich gewonnen. Das Resultat (3:4, Anm) ist mir deshalb auch nicht so wichtig, da wir auch sehr viel mit unseren Special Teams ausprobiert haben.

Im zweiten Spiel haben wir vor allem im fünf gegen fünf sehr gut gespielt. Natürlich waren auch in diesem Spiel noch Fehler dabei. Nach dem starken „Breakaway-Safe“ von Gracnar im zweiten Drittel haben wir uns vor allem in der Offensive sehr gut zurechtgefunden und zwei schön herausgespielte Tore erzielt. Auch in der Defensive war es solide, deshalb war der Sieg völlig verdient.
Generell will ich von der Mannschaft sehen, dass wir mit viel Geschwindigkeit in der Defensive und natürlich in der Offensive agieren. Ich verlange von allen Spielern auf dem Eis, dass sie sich in jeder Zone am Eis miteinbringen. Wir brauchen jeden Spieler um in der Offensive Chancen zu kreieren und in der Defensive um bei Scheibenverlust diese wieder zurückzuerobern.

Gegen Budweis ist es bereits zu ordentlichen Fights gekommen. Bist du ein Trainer, der die Spieler auch mal von der Leine lässt?
In den Fights war zwei Mal Kozek involviert, beide Male gegen denselben Spieler der Tschechen. Für mich ist einfach wichtig, dass wir als Mannschaft zusammenstehen. Das ist ein Teil unserer Identität, dass wir uns immer gegenseitig unterstützen und füreinander kämpfen. Ich werde das nicht unterbinden und sehe es gern, wenn wir Charakter zeigen.

Wie sieht es mit der Zusammenstellung der Linien aus? Hast du schon im Kopf welche Spieler am besten miteinander funktionieren?
Natürlich haben wir das bereits geplant und auch im Training umgesetzt. Unsere erste Reihe ist natürlich richtig stark mit Lebler, Hytönen und Umicevic. In der zweiten Reihe spielen wir mit Kozek, Pelletier und Kristler. Wir haben einen sehr starken und tiefen Kader und ich bin auch mit Gaffal, Brucker, Lahoda und Pusnik sehr zufrieden. Dahinter haben wir mit Bretschneider und Freunschlag noch zwei Spieler, die um die letzte Stürmerposition kämpfen.

In der Defensive planen wir mit Tikkinen und Nielsen, Piché und Beaudoin und Dorion wird mit Kragl ein Verteidigerpaar bilden. Mit Matzka, Müller und Kail haben wir auch hier noch mehrere Optionen in der Hinterhand. Wir brauchen jeden einzelnen Spieler.
Generell braucht es natürlich Zeit, dass sich die Jungs gut aufeinander abstimmen und Vertrauen aufbauen können. Daher macht es für mich keinen Sinn Wechsel innerhalb der Linien durchzuführen. Aber eine Saison ist lang und es kann natürlich viel passieren. Wenn ich der Meinung bin, dass es einen neuen Reiz braucht, dann werde ich natürlich auch handeln.

Auf der Torhüterposition ist die Mannschaft mit David Kickert und Luka Gracnar gut aufgestellt. Wer von den beiden hat im Moment die Nase vorne?
Da gibt es überhaupt keine Tendenz. Beide Torhüter sind im Moment sehr gut drauf und zum jetzigen Zeitpunkt werden auch beide ihre Einsätze bekommen. Ich bin nicht ein Trainer, der nur auf einen Keeper setzt. Die Jungs machen das zurzeit richtig gut und genießen mein vollstes Vertrauen.

Habt ihr innerhalb der Mannschaft bereits Saisonziele definiert? Oder willst du noch abwarten wie sich die Saison entwickelt?
Für mich als Head Coach ist das Ziel, dass wir uns Tag für Tag weiterentwickeln und daran arbeiten unsere Philosophie auf das Eis zu bringen. Wir setzen einen Schritt nach dem anderen, sowohl im persönlichen Bereich als auch als Mannschaft.

Was man ganz klar sagen muss: Wir sind alle Profis und wollen jedes Spiel gewinnen. Auch wir im Trainerteam geben alles um erfolgreich zu sein. Es ist auch völlig klar, dass du als Spieler am Ende des Tages die Meisterschaft gewinnen willst.
Was ich sehen will ist, dass meine Spieler jeden Tag gerne und voll motiviert ins Training kommen, Tag für Tag hart an sich arbeiten und dadurch ihr Leistungsniveau auf ein höheres Level bringen. Es soll ein gesunder Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft entstehen. Nur so können wir uns gegenseitig zu Höchstleistungen pushen. Wir wollen hier eine „Championship Culture“ kreieren, daran arbeiten wir jeden Tag. Linz ist eine Tolle Eishockeystadt und wenn wir gut spielen, haben wir natürlich auch die Fans im Rücken, die uns pushen und weiter antreiben.

Stichwort Fans – gibt es zum Abschluss noch etwas, was du unseren Anhängern ausrichten möchtest? Für die Fans ist es ja durch Corona auch keine leichte Zeit.
Ich habe ja bereits acht Jahre in der Liga gearbeitet und kenne natürlich die fantastische Stimmung hier in Linz. Die Halle ist immer voll und die Leute leben hier richtig mit. Ich hoffe, dass sie uns auch in Zukunft einen positiven Druck geben können und natürlich so zahlreich wie möglich zu unseren Heimspielen kommen können. Nur gemeinsam sind wir stark!

www.blackwings.at, Pic: foto-dostal.at

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