Wie jedes Jahr gab es auch im vergangenen Sommer einen großen Austausch der Legionäre in der heimischen Eishockeyliga. Viele der letztjährigen Legionäre spielen heuer quer in Europa verteilt. Doch wie erging es ihnen bisher?
Von den 15 Topscorern der vergangenen Saison, suchten acht eine neue Herausforderung in anderen europäischen Ligen. Mit Anthony Luciani (VSV) und Nicolai Meyer (Vienna Capitals) fanden zwei von ihnen bereits wieder zurück in die heimische Liga. Wie sieht es bei den anderen aus?
Scott Kosmachuk
(VSV)
Er war nicht nur der Topscorer der Villacher
sondern auch viertbester Scorer der gesamten Liga. Mit 50 Punkten
aus 46 Spielen verlieh Kosmachuk den Adlern einen besonderen
Scoring Punch. Im Sommer wechselte der Kanadier nach Finnland zu
TPS Turku, doch dort läuft es für ihn bisher nicht nach Wunsch. 16
Spiele hat er bisher in den Beinen, bisher konnte er lediglich ein
Tor erzielen und fünf weitere Treffer vorbereiten. In der Champions
Hockey League blieb er in vier Spielen überhaupt punktelos. Damit
kann und wird Kosmachuk bisher noch nicht zufrieden sein.
Tim McGauley
(HCI)
Ebenso wie Kosmachuk, schloß McGauley die Saison
mit 50 Scorerpunkten im Trikot der Innsbrucker Haie ab. Er beendete
die Saison allerdings in der DEL beim ERC Ingolstadt wo er in 17
Spielen auf vier Punkte kam. Überraschend wechselte er im Sommer
dann in die DEL2 zu den Kassel Huskies. Nach 12 Einsätzen hält er
bei bislang drei Toren und sieben Assists. Nach seinen zuletzt
starken Saisonen in Innsbruck und davor auch in Norwegen, dürfte
man sich von ihm auch mehr erwartet haben.
T.J. Brennan
(RBS)
Er war der dominante Verteidiger in der
abgelaufenen Spielzeit und hatte maßgeblichen Anteil am Titelgewinn
der Red Bulls. T.J. Brennan kam im Vorjahr auf nicht weniger als 47
Punkte in 48 Spielen. Noch beeindruckender sind seine 20 Tore und
das als Verteidiger. In zwölf Play-Off Spielen kamen noch ebenso
viele Punkte dazu. Es war absehbar, dass Brennan nicht in der Liga
bleiben wird. Er wechselte im Sommer in die Schweiz zum HC Ajoie.
Für die Schweizer kam er bisher auf 20 Einsätze, in denen er acht
Tore und sechs Assists beisteuern kann, damit rangiert er unter den
Verteidigern auf Rang fünf.
Michael Huntebrinker
(HCI)
Nach McGauley verloren die Innsbrucker mit
Michael Huntebrinker ihren zweitbesten Topscorer. Für die Haie
erzielte der US-Amerikaner 13 Tore und 34 Assists, er war somit
auch der Top-Vorlagengeber in der ICEHL der vergangenen Saison. Am
Ende der Spielzeit wechselte er in die Schweiz zum HC La Chaux de
Fond, wo er in 13 Spielen zwölf Punkte verbuchen konnte. In der
Off-Season signierte er bei HKM Zvolen in der slowakischen Liga.
Nach 16 gespielten Runden hält er vier Toren und 14 Assists und
beweist einmal mehr seine Qualitäten als Spielmacher, denn auch
dort ist er Führender der Assist-Wertung.
Johan Harju
(HCP)
Der Schwede war der Dreh- und Angelpunkt im
Offensiv-Spiel des HC Pustertal der vergangenen Saison. Bis heute
konnte man seine Qualitäten nicht ersetzen. Nach der starken Saison
beim Liganeuling entschied sich der mittlerweile 36-jährige für den
Wechsel nach Finnland zu Jukurit, doch ebenso wie Scott Kosmachuk
kommt er dort noch nicht wirklich in die Gänge. Nach neun Spielen
konnte er bisher lediglich einen Treffer erzielen, Assist gelang
ihm noch gar keiner. Ob er die Saison im hohen Norden beenden wird,
darf aus heutiger Sicht durchaus bezweifelt werden.
Guillaume Leclerc
(OLL)
Wohl nur die wenigsten erwarteten sich in der
vergangenen Saison eine Leistungsexplosion, wie diese von Guillaume
Leclerc. Besonders zum Beginn der Spielzeit, schoss er alles in
Grund und Boden und hatte großen Anteil an der starken Saison der
slowenischen Drachen. Nach 44 Spielen im Grunddurchgang kam er auf
41 Punkte. In der über sieben Spiele gehenden Viertelfinal-Serie
gegen den VSV kamen nochmals neun Punkte dazu. An ihm lag es nicht,
dass Ljubljana ausgeschieden ist. Es war aber klar, dass er nicht
in Slowenien bleiben wird, im Sommer vollzog er den Wechsel in die
HockeyAllsvenskan zu Östersunds IK. Nach 15 Spielen wird aber auch
er noch nicht zufrieden sein, denn die Stats zeigen eine Ausbeute
von einem Tor und fünf Assists bei einer -8.
Es ist doch überraschend, dass sich die Topscorer der vergangenen Saison zum überwiegenden Teil schwer tun, in anderen Ligen Fuß zu fassen. Man darf durchaus gespannt sein, ob alle Spieler über die gesamte Spielzeit bei ihren Clubs verweilen oder ob sie noch wechseln. Vielleicht sieht man den ein oder anderen auch wieder in der ICEHL.
www.hockey-news.info, Bild: VSV/Krammer









