EC Red Bull Salzburg-Goalie David Kickert weist mit 94,41 Prozent aktuell die beste Save Percentage der gesamten Liga auf. Dahinter folgen mit Sebastian Wraneschitz (VIC) und Florian Vorauer (KAC) zwei weitere österreichische Torhüter. Für Kickert ist klar: „Mit mehr Spielen kommt auch mehr Selbstvertrauen.“ Im Interview erklärt der 31-jährige vierfache win2day ICE Hockey League-Champion zudem, wie er sich mental verbessert hat und warum er auch gut mit der Backup-Rolle leben kann.
David, du führst aktuell
die Liga sowohl bei den Shutouts (5) als auch bei der Save
Percentage (94,41%) an. Was sind aus deiner Sicht die Hauptgründe
dafür, dass es in dieser Saison so konstant gut für dich
läuft?
David Kickert: „Genaue Gründe kann ich nicht nennen. Ich mache
nicht unbedingt viel anders als letztes Jahr, aber ich glaube, mit
mehr Spielen kommt auch mehr Selbstvertrauen. Und das merke ich
schon. Wir spielen als Mannschaft defensiv sehr strukturiert.“
Gerade als Goalie ist
Rhythmus enorm wichtig. Wie schaffst du es, auch mit weniger
Einsätzen auf diesem hohen Niveau bereit zu sein, wenn du gebraucht
wirst?
David Kickert: „Das kommt viel mit Erfahrung. Zu wissen, was
funktioniert und was nicht. Ein bisschen Ausprobieren gehört auch
dazu. Es gibt verschiedene Techniken und Übungen, die ich
mache.“
Auch mental?
David Kickert: „Genau, mental. Konzentrations- und Fokusübungen,
auch während des Spiels. Ich glaube, ich habe einfach ein bisschen
gebraucht, bis ich das gefunden habe, was für mich
funktioniert.“
Du warst in Salzburg in den
letzten Jahren in der Backup-Rolle. Wie wichtig wäre es für dich,
die fixe Nummer eins zu werden und auch in den Playoffs von Beginn
an zu starten?
David Kickert: „Das wäre natürlich sehr schön. Im Endeffekt ist mir
das Gewinnen immer wichtiger als alles andere. Wenn es dazu kommt,
dass Atte Tolvanen wieder mehr spielt, nehme ich das hin, weil mir
der Teamerfolg wichtiger ist als der individuelle Erfolg. Aber
natürlich ist es schöner, am Eis zu stehen, wenn man gewinnt.“
Wie viel – oder wie viel
mehr – würde dir ein Meistertitel bedeuten, wenn du als Goalie im
Championship-Winning-Game am Eis stehst?
David Kickert: „Ich habe das schon einmal mit Wien erlebt. Das ist
etwas Unbeschreibliches, wenn man am Eis steht und das Spiel vorbei
ist. Das ist schon süßer, als wenn man von der Bank reinkommt. Aber
wie gesagt: Hauptsache, wir gewinnen. Als Team feiert man ja
sowieso gemeinsam.“
Salzburg ist nach einer
eher verhaltenen ersten Saisonhälfte nun das heißeste Team der
Liga, mit 17 Siegen aus den vergangenen 19 Spielen und nur noch
vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter KAC. Habt ihr noch Luft
nach oben?
David Kickert: „Ich glaube, die größte Challenge für uns war immer,
dieses Level konstant zu halten. Dass wir auch gegen vermeintlich
schwächere Gegner oder in Spielen, in denen man vielleicht weniger
motiviert ist, trotzdem unser Spiel durchziehen. Diese Reife, diese
professionelle Herangehensweise. Wenn ich auf die letzten Jahre
schaue, ist es in den Playoffs dann immer so ein Switch, wo jeder
noch einmal ein Level höher spielt. Das ist schon etwas
Cooles.“
Ein Blick auf die aktuelle
Save-Percentage-Statistik der Liga zeigt, dass die Top-3-Goalies
allesamt Österreicher sind. Du führst das Ranking mit 94,4 Prozent
an, gefolgt von Sebastian Wraneschitz (93%) und Florian Vorauer
(92,7%). Das gab es in dieser Form schon lange nicht mehr. Erleben
wir gerade einen Umschwung?
David Kickert: „Ich weiß nicht genau, wie viele Spiele jeder
gemacht hat, aber ich gehe davon aus, dass wir jetzt mehr spielen
als früher. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das viel damit zu
tun hat. Das sind alles gute Goalies, und es freut mich natürlich
sehr für uns alle. Ich hoffe, dass es so weitergeht.“
Der mögliche nächste Einsatz von David Kickert im Tor des EC Red Bull Salzburg ist am heutigen Freitag bei Olimpija Ljubljana. Live zu sehen ab 19:15 Uhr auf Sporteurope.tv.
ice.hockey , Bild: HCI / PAPA Productions









