Lugano und die Rapperswil-Jona Lakers mussten ohne ihre Stammgoalies antreten. Der angeschlagene Elvis Merzlikins wurde durch seinen Back-up Stefan Müller ersetzt, bei den Lakers wurde Melvin Nyffeler geschont und Noël Bader kam zum Einsatz. Zudem fehlte beim HC Lugano auch der ebenfalls angeschlagene Verteidiger Elia Riva, dafür kehrte Julien Vauclair zurück und Massimo Ronchetti agierte als achter Verteidiger. Bei den Rapperswilern war der US-Amerikaner Danny Kristo überzählig, dafür rückte Leandro Profico in den Sturm, Nico Gurtner übernahm in der Defensive.
Bei Spielhälfte führten die Luganesi dank den Treffern von
Fazzini und Klasen bereits mit 4:1 und gewannen die Partie gegen
die Lakers, trotz ihres Blackouts in der 6.Minute, als die Lakers
dank Martin Ness mit 0:1 in Führung gingen, am Ende aber mit 5:8
eine klare Niederlage erlitten.
Nach der miserablen Leistung und der 0:5 Niederlage der Bianconeri
vom Freitag gegen die ZSC Lions, war eine Wiedergutmachung anhand
einer klaren Reaktion angesagt. Deshalb versuchte Lugano mit dem
Fuss auf dem Gaspedal das Spieldiktat zu übernehmen, kamen aber zu
keinen klaren Tormöglichkeiten.
In der 4.Spielminute hatte Lugano’s Goalie Müller Glück, als ein Schuss von Hächler beinahe durchrutschte. Dann wurde Mauro Jörg für zwei Minuten auf die Strafbank verbannt, dabei machte sich das schwache Boxplay der Südtessiner bemerkbar, hatte man den Rapperswiler Martin Ness im Slot einfach vergessen, welcher nach einem Zuspiel von Leandro Profico mühelos das 0:1 erzielte. Dann prüften die Südtessiner Rappi-Goalie Bader, wobei sich im Nachhinein Julian ein Herz fasste und Jorden Gähler stehen liess und zum 1:1 Ausgleich einschoss. Verhängnisvoll wirkte sich der Bandencheck vom Rapperswiler Verteidiger Fabian Maier an Wellinger aus, irgendwie dumm gelaufen möchte man sagen. Doch Wellinger musste verletzt vom Eis und Maier kassierte eine Spieldauerdisziplinarstrafe und Lugano konnte das erste Drittel in Überzahl beenden. Zuerst scheiterten Fazzini und Sannitz zweimal, bis Lapierre einen Rückpass auf Grégory Hofmann spielte, welcher mit einem Weitschuss zum 2:1 und erstmaligen Führung traf.
Das 2.Drittel begann für die Gäste vom Obersee denkbar schlecht, kassierten sie doch eine weitere Strafe nach nur 24 Sekunden. Bader vermochte den ersten Schuss noch aus der Luft zu pflücken, doch gegen den Direktschuss von Fazzini zum 3:1 war er machtlos. Eine Weitere Strafe gegen die Lakers führte zu weiteren Chancen von Sannitz und Fazzini, welche jedoch vergaben. Beim Gleichstand von 5 gegen 5 wurde Klasen von Lajunen angespielt und Klasen in die entfernte Torecke zum 4:1 traf. Dann kassierte der inzwischen zurückgekehrte Luganesi Wellinger wegen eines hohen Stock eine Vierminuten Strafe und Clark und Wellman zu Weitschüssen kamen, doch Müller hielt dicht. Zwei Minten vor dem zweiten Pausenpfiff gewann Lajunen ein Bully in der offensiven Zone und via Loeffel kam der Puck zu Klasen, welcher das 5:1 erzielte.
Das letzte Drittel plätscherte zu Beginn vor sich hin bis Kevin
Clark die Scheibe erwischte und auf 5:2 verkürzen konnte. Ein
weiteres Powerplay für den HC Lugano erfolgte, Sannitz gewann das
Anspiel und Chorney mit einem Querpass zu Hofmann,der auf 6:2
erhöhte. Das 7:2 fiel nach einem Vorstoss von Vauclair zu Fazzini
und wenig später liefen die Gäste in einen Konter, bei dem Bürgler
zu Rafaele Sannitz passte und der das 8:2 erzielte.
Wer aber nun dachte, dass die Rapperswiler nun entgültig bedient
seien, lag falsch. Die Laker dafür bekannt dass sie nie aufgaben
erzielten noch drei Tore und kamen bis auf 5:8 heran, da sich die
Bianconeri sich zu diesem Zeitpunkt wohl zu sicher führten.
Daraufhin nahm Lugano Coach Greg Ireland sein Timeout. Der HC
Lugano holte sich die drei wichtigen Punkte, bleiben aber dennoch
unter dem Strich, obwohl der ZSC im Landwasser gegen die Davoser in
der Overtime unterlagen, sich aber dennoch einen Punkt gutschreiben
lassen konnte. Will der HC Lugano am kommenden Dienstag gegen
Fribourg-Gottéron noch Punkte holen, ist eine erneute
Leistungssteigerung von Nöten.
Heimniederlage für den HC Ambri-Piotta
Gegen Ambri Zu Hause in der Valascia ist kein Kraut gewachsen,
einen Sieg einzufahren für viele Teams schwer. Mindestens schon
einmal haben die Leventiner in dieser Saison gegen jede
NLA-Mannschaft gewonnen, die einzige Ausnahme: der EHC Biel. An
dieser Tatsache änderte sich auch gestern im vierten Saisonduell
nichts. Die Seeländer hatten das Spiel wie in den vorherigen
Duellen praktisch unter Kontrolle und holten bei einem
Torverhältnis von 17:2 alle zwölf Zähler. Für den Match gestern
Abend gegen Ambri hatte sich das Team unter Antti Törmänen
vorgenommen, die lauten Anhänger des HC Ambri-Piotta mit einem
frühen Tor zum Verstummen zu bringen.
Von Beginn weg wurde die Partie sehr rauh geführt, dabei kam es
immer wieder zu Scharmützel. In der 16. Minute konnte Biel’s
Verteidiger Beat Forster einen missglückten Befreiungsschlag der
Biancoblu an der blauen Linie abfangen, passte zu Marco Pedretti
der einfach mal abdrückte, Goalie Daniel Manzato in der nahen Ecke
erwischte und Biel mit 0:1 in Front brachte.
Nun wurde die Partie nochmal um eine Nuance härter geführt als das
Derby vom Freitagabend gegen die SCL Tigers. Das Gerangel vor den
Toren nahm laufend zu, dabei lieferten sich Mike Künzle und Igor
Jelovac einige private Duelle. Nachdem ihre Bankstrafen in der 29.
Minute abgesessen waren, traf der Finne Anssi Salmela wie aus
heiterem Himmel zum 0:2, ein wahrer Augenschmaus beim Zusehen.
Salmela hatte dabei seinen Gegenspieler ins leere laufen lassen und
beförderte die Scheibe hinter Manzato ins Netz. Ebenso sehenswert
war aber auch das Zuspiel vom Bieler Verteidiger Rajan Sataric, der
mit seinem Pass übers ganze Feld diesen Treffer überhaupt
ermöglichte.
40 Minuten sind vorbei und Ambri hatte bisher keine Lücke beim Bieler Keeper Jonas Hiller gefunden, der bis zur 42. Minute eine weisse Weste hatte. In einem Powerplay der Leventiner und anhand einem verdeckten Slapshot erzielte Ambris Topskorer Kubalik den Anschlusstreffer zum 1:2. Riat hätte wenig später eine Entscheidung herbei führen können, doch sein Treffer wurde nach einer Videokonsultation nicht gegeben. Zweieinhalb Minuten vor Schluss machte Mike Künzle mit dem 1:3 für die Seeländer alles klar und Biel rückt den Playoffs einen Schritt näher.
Da aber auch die Teams hinter dem EHC Biel Punkte sammelten,
weist der EHC Biel aber nur noch vier Punkte Reserve auf den Strich
auf, Punkt mehr als Lugano welche auf dem 9.Platz liegen. Ambri das
zuvor in den letzten acht Tagen vier von drei Partien verloren
gelang auch gestern kein Exploit, nicht durch Kubalik, auch nicht
durch Hofer und Zwerger. Die ZSC Lions (8,) und Lugano (9.) sind
punktegleich, Ambri (7.) hat nur noch einen Punkt Reserve gegen die
beiden Rivalen. Biel hingegen kann mit seinem Polster von fünf
Zählern erstmal tüchtig durchschnaufen.
Auch an der Tabellenspitze ist das Duell um den 1.Platz neu
entflammt. Weil der EV Zug dem SC Bern gestern eine 4:2 Niederlage
zufügte, ist der Berner Vorsprung auf zwei Punkte
weggeschmolzen.
Resultate vom 23.2.2019:
Lugano – Rapperswil-Jona Lakers 8:5 (2:1, 3:0, 3:4)
Tore: 6. Ness (Profico/Ausschluss Jörg) 0:1. 13. Walker
(Chorney) 1:1. 19. Hofmann (Lapierre/Ausschluss Maier) 2:1. 22.
Fazzini (Chorney, Hofmann/Ausschluss Iglesias) 3:1. 28. Klasen
(Lajunen) 4:1. 39. Lapierre (Klasen, Löffel) 5:1. 48. Clark
(Schweri/Ausschluss Sannitz) 5:2. 49. Hofmann (Chorney/Ausschluss
Wellman) 6:2. 53. Fazzini (Vauclair) 7:2. 54. Sannitz (Bürgler)
8:2. 56. (55:06) Schlagenhauf (Berger) 8:3. 56. (55:36) Schweri
8:4. 57. (56:39) Primeau (Gähler) 8:5.
Bemerkungen: Lugano ohne Cunti, Merzlikins, Riva
(alle verletzt) und Haapala (überzähliger Ausländer),
Rapperswil-Jona Lakers ohne Gilroy (verletzt), Casutt (krank) und
Kristo (überzähliger Ausländer).
Ambri-Piotta – Biel 1:3 (0:1, 0:1, 1:1)
Tore: 16. Pedretti (Forster) 0:1. 30. Salmela 0:2. 42.
Kubalik (Fora/Ausschluss Sataric) 1:2. 58. Künzle (Pouliot)
1:3.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Pinana, Moor, Lerg
und Kienzle, Biel ohne Paupe (alle verletzt) und Kärki
(überzähliger Ausländer). 700. NL-Spiel Lauper.
Davos – ZSC Lions 5 : 4 (2:0, 2:2, 0:2) n.V.
EV Zug – SC Bern 4 : 2 (2:1, 2:1, 0:0)
SCL Tigers-Fribourg-Gottéron 0 : 1 (0:0, 0:0, 0:1)









