Alexander Helwig spricht im ausführlichen Interview mit „Laola1.at“ über die wirtschaftliche Lage des Österreichischer Eishockeyverband, Kritik an seiner Bestellung und strukturelle Probleme im österreichischen Sport.
„Der Verband steht finanziell stabil da“
Seit Oktober 2025 ist der 30-Jährige Geschäftsführer des ÖEHV. Laut Helwig befinde sich der Verband wirtschaftlich grundsätzlich in einer stabilen Situation – unter anderem dank hoher Eigenkapitalquote und zusätzlicher Rücklagen. Besonders stolz zeigt er sich über neue Sponsorenabschlüsse. Neben der Verlängerung bestehender Partnerschaften seien mehrere neue Geldgeber gewonnen worden.
WM-Erfolg nicht überlebenswichtig
Auch sportlich sieht Helwig den Verband nicht von kurzfristigen Ergebnissen abhängig. Selbst ein möglicher WM-Abstieg würde den ÖEHV nicht in existenzielle Probleme bringen. Dennoch wäre ein Verbleib in der A-Gruppe wichtig – vor allem für Vermarktung, Aufmerksamkeit und internationale Attraktivität des Nationalteams.
Kritik an Österreichs Sportpolitik
Deutlich emotionaler wurde Helwig beim Thema Sportförderung. Der Geschäftsführer hielt eine regelrechte Brandrede und kritisierte den Stellenwert des Sports in Österreich scharf. Seiner Ansicht nach werde beim Sport „kaputtgespart“, obwohl Investitionen langfristig enorme gesellschaftliche und gesundheitliche Vorteile bringen würden. Österreich sei „keine Sportnation“ und drohe strukturell den Anschluss zu verlieren.
Fokus auf Wachstum und Vermarktung
Für die Zukunft verfolgt Helwig einen klaren Plan: Der Verband soll wirtschaftlich breiter aufgestellt werden – unter anderem über Sponsoring, Merchandising, Events und neue Erlösquellen. Das Nationalteam sieht er dabei als „Premium-Produkt“ des heimischen Eishockeys und als zentrale Marke für die weitere Entwicklung des Sports in Österreich.
Erste WM als Geschäftsführer
Die kommende Weltmeisterschaft in Zürich wird für Helwig die erste WM in seiner Funktion als Geschäftsführer. Die Vorfreude sei groß, gleichzeitig spüre er bereits eine „positive Anspannung“. Klar ist für ihn: Der ÖEHV wolle nicht nur sportlich konkurrenzfähig bleiben, sondern sich auch organisatorisch und wirtschaftlich langfristig weiterentwickeln.
Photo by Bernd Stefan









