Der Österreichische Eishockeyverband (ÖEHV) steht derzeit im Mittelpunkt eines aufsehenerregenden Medienprozesses: Anlass ist eine Klage des Verbands gegen die Tageszeitung Kurier sowie einen ihrer Redakteure. Hintergrund ist ein Bericht, der die wirtschaftliche Lage des ÖEHV kritisch beleuchtet hatte. Wie der Standard berichtet, sieht sich der Verband darin „völlig übertrieben negativ dargestellt“.
Gescheiterte Einigung vor
Gericht
Vor dem Handelsgericht Wien wurde deutlich, dass eine ursprünglich
angestrebte außergerichtliche Einigung gescheitert ist. Laut einem
Bericht des Standard hatte
es im Herbst 2025 noch so ausgesehen, als könnten sich beide Seiten
auf eine gemeinsame Erklärung einigen. Letztlich scheiterte
dies jedoch daran, dass der ÖEHV ein Schuldeingeständnis vom
Kurier verlangte, was
die Zeitung ablehnte.
Unterschiedliche
Auffassungen von Journalismus
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ÖEHV-Präsident Klaus
Hartmann. Er vertrat vor Gericht die Ansicht, dass es nicht Aufgabe
von Sportjournalisten sei, wirtschaftlich-investigativ zu arbeiten.
Stattdessen sollten sie sich auf sportliche Leistungen
konzentrieren. Diese Position wurde vom betroffenen Journalisten
klar zurückgewiesen.
Finanzlage und aufgelöste
Stiftung im Fokus
Ein weiterer zentraler Punkt des Verfahrens ist die finanzielle
Situation des Verbands. So hatte Hartmann bei einer Pressekonferenz
selbst ein operatives Minus von rund 300.000 Euro eingeräumt. Zudem
wurde vor Gericht eine Stiftung thematisiert, die der ÖEHV bereits
1977 gegründet hatte. Laut dem Standard wuchs deren Vermögen über die Jahre auf
mehrere Millionen Euro an, ehe sie 2021 unter Hartmann aufgelöst
wurde.
Interne Kritik und
Rücktritt
Auch interne Spannungen innerhalb des Verbands wurden im Zuge des
Verfahrens sichtbar. Ein ehemaliger Vizepräsident sagte laut
Standard aus, er sei
aufgrund wiederholter Budgetüberschreitungen und kurzfristig
genehmigter Mehrausgaben zurückgetreten.
Bild: ÖEHV-Manfred Szieber









