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ÖEHV: Unzumutbare Rahmenbedingungen: ÖEHV sagt Turnier in Kapfenberg ab!

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit soll am Wochenende mit dem Gösser-Cup offiziell die Eiszeit in der neuen Kapfenberger Stadthalle eingeläutet werden. Doch die Rahmenbedingungen der Gemeinde für die Nutzer der Halle sorgen für Kopfschütteln und eine erste Absage des ÖEHV. Auch die KSV Kängurus sind fassungslos und leiden unter der „Hausordnung“.

Am kommenden Wochenende veranstalten die KSV Kängurus die 7.Ausgabe ihres Gösser-Cups, ein Vorbereitungsturnier mit vier Mannschaften. Es ist die erste Veranstaltung in der neuen Kapfenberger Stadthalle, die künftig vorrangig als Eishalle, aber auch als Mehrzweckhalle genutzt werden soll.

Neben den Heimspielen der KSV sollten künftig aber auch ÖEHV-Spiele und Turniere in Kapfenberg über die Bühne gehen. Das erste Highlight sollte das U20-Vier-Nationenturnier im November darstellen, das neben der ÖEHV-Auswahl als Veranstalter die Teams aus Lettland, Ungarn und Dänemark umfasst hätte. Diesbezüglich gab es vor wenigen Tagen eine Begehung seitens des ÖEHV. Dabei erfolgte die große Ernüchterung: Die Rahmenbedingungen des Hallenbetreibers, sprich der Gemeinde Kapfenberg, machen die Ausrichtung dieses Turniers nicht möglich. Der ÖEHV übermittelte dies der Gemeinde Kapfenberg, mit der Bitte um Überarbeitung der Vorgaben. Dieser Bitte kam man jedoch nicht nach, weshalb der Verband die Eiszeiten stornierte und sein Turnier nun nach St. Pölten verlegte.

Gegenüber Hockey-News gab der ÖEHV dazu folgendes Statement ab: „Für das bevorstehende Vier-Nationen-Turnier konnten unsere Anforderungen nicht zur Gänze erfüllt werden. Daher wurde entschieden, das Trainingscamp und das Turnier nach St. Pölten zu verlegen. Wir hoffen aber, bei nächster Gelegenheit nach Kapfenberg kommen zu können.“

Über die Details der nicht gegeben Anforderungen wollte man keine Auskunft geben, doch Hockey-News konnte sie recherchieren. Über den Umstand, dass die Kabinen für den heutigen internationalen Standard zu klein geraten sind, kann man ja noch hinwegsehen, aber nicht darüber dass diese spätestens eine Stunde nach jedem Spiel verlassen werden müssen. Ein elektronisches Schlüsselsystem sorgt dafür, dass danach keiner mehr in die Kabine kommt. Außerdem hätten diese jeweils vollkommen geräumt werden müssen. Während eines mehrtätigen Turniers absolut inakzeptabel und den Teams und Verbänden nicht zumutbar.

Genauso wenig, dass man einen kleinen Abstellraum als gemeinsamen Schleifraum für alle vier Nationen zugewiesen hätte bekommen und es nicht wie üblich erlaubt gewesen wäre, am Gang vor der Kabine zu schleifen. Auch der Zugang zur Halle wäre strikt und sehr eingeschränkt vorgegeben gewesen, was für massive organisatorische Probleme gesorgt hätte. Dem Verband blieb, nachdem die Gemeinde dies nicht lösen wollte oder konnte, nichts anders übrig als nach St. Pölten abzuwandern, alles andere wäre nur peinlich gewesen.

So sollen die Nutzer die Kabine nach Spielende verlassen

 

Auch die KSV Kängurus sind betroffen
Auch im Lager der KSV Kängurus ist man enttäuscht. Denn durch das Turnier, bei dem man als Co-Veranstalter agiert hätte, hätte man durchaus mitverdient, was nun außer viel Aufwand durch Vorbereitungs-und Planungsarbeiten nichts brachte. Wie Hockey-News in Erfahrung bringen konnte, fühlen sich die Kängurus in ihrer neuen Eishalle zudem alles andere als heimisch, nicht mal wirklich willkommen.

Wie für den ÖEHV gelten für den ÖEL-Verein dieselben Regelungen und sogar noch viel schlimmer: Die Kängurus haben als Hauptnutzer der Eishalle nicht mal eine eigene Kabine, müssen ebenso nach Spiel-und Trainingsende rasch aus der Kabine verschwinden und alle Trainingsutensilien mit nach Hause nehmen oder in einem 6m² Raum stapeln. Wer den Umfang der Ausrüstung einer kompletten Eishockeymannschaft kennt, weiß was dies in der Praxis  bedeutet.

Ebenso unglaublich ist, dass die Verantwortlichen der Kängurus nur zu bestimmten Zeiten Zugang in die Halle und somit in das eigene Büro haben. Zutritte außerhalb der Öffnungszeiten, wie zum Beispiel bei spät nächtlicher Rückkehr nach einem Auswärtsspiel, müssten angemeldet werden. An dieser Stelle sei festgehalten, dass diese Rahmenbedingungen in keiner anderen österreichischen Eishalle üblich sind.

Die Gemeinde wurde mehrfach gebeten einzulenken, bis dato ohne Erfolg. Direkte Anfragen seitens Hockey-News beim Kapfenberger Sportstättenbetreiber Ing. Rene Ranner und bei Bürgermeister Fritz Kratzer, der übrigens zu Beginn seiner politischen Karriere im Kapfenberger Gemeinderat für Sport zuständig war, blieben bis dato genauso unbeantwortet.

Es scheint, dass der Sport in der selbsternannten „Sportstadt Kapfenberg“ doch nicht den Stellenwert besitzt, den man nach außen hin zu transportieren versucht. Man kann somit nur hoffen, dass im Sinne des Sports rasch eingelenkt wird und den Nutzern der Kapfenberger Stadthalle künftig keine unnötigen Erschwernisse sondern mehr Verständnis entgegengebracht wird, denn wie immer leidet darunter ansonsten nur der Sport und die Sportler…

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