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AlpsHL

AlpsHL: Martin Grabher-Meier im großen Abschieds-Interview zu seinem Karriereende:

In der Saison 2000/2001 stand der gebürtige Lustenauer erstmals im Kader des EHC. Nach 21 Saisonen in den beiden höchsten Ligen Österreichs bzw. in den länderübergreifenden Ligen beendet „Rasta“ seine aktive Eishockey-Karriere.

Neben drei Meistertiteln in der EBEL war er auch 12 Mal für die österreichische Nationalmannschaft im Einsatz. In seiner Abschluss-Saison konnte er mit Lustenau zusätzlich den österreichischen Meistertitel in der AHL bejubeln. Die Familie sowie die Firma Stanztech, in der er als Geschäftsführer tätig ist, treten aber nun in den Focus des sympathischen Lustenauers.

Nun veröffentlichten die „Sticker“ ein abschließendes Interview mit der Vereinsikone:

In welchem Alter bist Du erstmals auf dem Eis gestanden und wie bist Du zum Eishockey gekommen?
Meine Mutter hat mich im Alter von drei Jahren erstmals mit in die Rheinhalle Lustenau zum Schlittschuhlaufen mitgenommen. Schon damals war ich begeistert. Dann ging alles sehr schnell und ich kam zum EHC Lustenau. An dieser Stelle bedanke ich mich bei meinen beiden Elternteilen, da sie mich jederzeit unterstützt und gefördert haben.

Wie war der erste Schritt weg von Deinem Stammverein Lustenau?
Mein erster Schritt weg vom EHC war zum Lokalrivalen VEU Feldkirch. Lustenau ist damals in die zweite Liga gegangen. Gemeinsam mit Jürgen Penker, Thomas Auer und Thomas Urban wechselte ich zu den Oberländern. Es war eine interessante Erfahrung für uns alle, konnten wir doch in einem Team Fuß fassen, welches sehr viel Routine besaß.

Auf was muss ein talentierter Nachwuchsspieler achten, um in Deine Fußstapfen treten zu können?
Wichtig ist, dass man fleißig ist und immer an sich arbeitet. Wenn andere Mitspieler nach dem Training den Weg in die Dusche gehen, solltest Du noch Extra-Einheiten – entweder auf dem Eis oder in der Kraftkammer absolvieren. Man muss bereit sein, auch mal auf etwas zu verzichten und Opfer zu bringen. Das wichtigste ist jedoch Training, Training, Training.

Keinesfalls darf jedoch auf eine schulische Ausbildung bzw. eine Lehre verzichtet werden. Wenn die Karriere einmal vorbei ist, musst Du dich im Alltag zurechtfinden. Dies ist mit einem erfolgreichen Abschluss im schulischen Bereich bzw. mit einer Lehre viel einfacher. Also vor jemand den Schritt zum Profi-Eishockey macht, unbedingt auf die persönliche Ausbildung achten.

Was gibt es zu beachten, wenn Du als Spieler deinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben hast?
Wenn Du deinen Profi-Vertrag unterschrieben hast, wird natürlich auch der Druck auf dich als Spieler größer. Der Verein erwartet nun, dass Du bei jedem Spiel Leistung zeigst. Es ist selbstverständlich kein Freischein, sich nun auf die faule Haut zu legen. Du musst nicht nur Deinen Level halten, sondern Dich ständig verbessern, denn im Hintergrund warten andere Spieler, die an Deiner Stelle spielen wollen.

Welche(r) Spieler haben Dich im Laufe Deiner Karriere am meisten geprägt?
Schon als kleiner Bub gefiel mir die Spielweise von Jaromir Jagr. Ich muss jedoch sagen, dass ich mit vielen charakterlich starken Menschen zusammenspielen durfte. Auf Anhieb fällt mir da auch Dieter Kalt ein. Er war Kapitän der Mannschaft, hat sich immer für die Spieler eingesetzt und vor allem die jungen Cracks gefördert. Man kann sich von jedem Mitspieler etwas abschauen. Natürlich gilt dies auch im negativen Bereich. Bei einigen Spielern dachte ich mir, dass ich nie so werden möchte wie diese.

Wie konntest Du die Familie sowie Eishockey auf Profi-Basis unter einen Hut bringen?
Als ich als Profi in Salzburg bzw. in Linz engagiert war, war dies eine schwere Zeit, es war eine klassische Fernbeziehung. Das Vertrauen in den Partner muss sehr groß sein, sodass eine solche Art von Beziehung auf lange Sicht bestehen kann. Einerseits ist es für die Ausübung des Sportes einfacher sich konzentrieren zu können, andererseits, vor allem wenn es einmal nicht so läuft, fehlt Dir der Rückhalt von der Partnerin.

Wie hat sich im Laufe der Zeit das Eishockey in Österreich verändert?
Als ich als junger Spieler in die Bundesliga kam, war es wohl einfacher Fuß zu fassen als dies heute der Fall ist. Bei uns gab es noch eine klare Ausländer-Regelung. Es durften maximal fünf Import-Spieler verpflichtet werden. Der Rest des Kaders bestand aus einheimischen Spielern. Mit der Punkteregelung ist wohl das Niveau des Sportes gestiegen. Für die einheimischen Spieler ist es aber schwerer geworden, sich durchzusetzen.

Wie groß ist der Unterschied von der EBEL zur AHL?
Der größte Unterschied ist wohl das Tempo des Spieles. In der EBEL hatte beinahe jedes Team vier sehr gute Linien. Das Spiel wurde dauerhaft mit viel Tempo absolviert. In der AHL haben viele Mannschaften ein bis zwei starke Linien. Der Rest wird mit jungen noch auszubildenden Spielern aufgefüllt. Dies jedoch kommt wiederum diesen Nachwuchsspielern zu Gute.

Gab es in Deiner Karriere ein besonderes Erlebnis, an welches Du dich gerne erinnerst?
Auf Anhieb ist dies schwer zu sagen. Ich hatte das Glück, immer in relativ starken Teams zu spielen. Wir wurden sehr oft als Mitfavoriten um den Titel gehandelt. Neben den drei Meistertiteln musste ich auch die Erfahrung von drei verlorenen Finalserien machen. Dies ist aber auch im positiven Sinne prägend für den Charakter. Was mir aber in all den Jahren positiv aufgefallen ist, ist der Zusammenhalt in den jeweiligen Mannschaften. Je weiter die Meisterschaft vorangeschritten ist, desto enger wächst das Team zusammen.

Wirst Du dem Eishockey in irgendeiner Form erhalten bleiben?
Dies ist sehr gut möglich. Irgendwie wird mich der Eishockeysport mein ganzes Leben lang begleiten. Vorab stehen jedoch meine Familie und der Job im Vordergrund.

Könntest Du Dir vorstellen, als Nachwuchstrainer ein junges Team zu übernehmen?
Ja. Ich könnte mir einerseits sehr gut vorstellen, ein junges Team des EHC zu coachen. Andererseits könnte ich mir aber auch sehr gut die Arbeit mit der Kampfmannschaft als CO-Trainer oder im physischen Bereich vorstellen.

Was ist Dein Tätigkeitsfeld bei der Firma Stanztech
Dies ist breit gefächert. Grundsätzlich bin ich in der Geschäftsleitung. Bei einem Team von rund 25 Personen musst Du aber auch selbst Hand anlegen und im Alltagsgeschäft mithelfen. Unser Unternehmen ist in der Metallbearbeitung beheimatet. Fräsen, Drehen und Schleifen sind die Hauptaufgaben unserer Firma. Derzeit wird der neue Standort in der Heitere in Lustenau fertig gestellt. Noch dieses Jahr sollten wir in das neue Gebäude umziehen können.

www.ehc-lustenau.at, Pic: EHC Lustenau

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