International

Damen-WM: Österreich muss sich der Niederlande geschlagen geben!

Österreichs Dameneishockey Nationalteam musste nach dem perfekten WM-Auftaktdoppel mit zwei Siegen in zwei Spielen bei der 2023 IIHF Ice Hockey Women’s World Championship Division IA in Shenzhen (CHN) gegen die Niederlande eine knappe 1:2-Niederlage hinnehmen und verlor damit auch die Tabellenführung. Am Donnerstag gibt’s um 14:00 Uhr den Kracher gegen Gastgeber China.

Österreich ging bei der ersten WM-Schlüsselpartie gegen die Niederlande im Shenzhen Universiade Center vor 2.730 Fans erneut mit Starting-Goalie Selma Luggin und nach zwei Siegen in den ersten beiden Spielen mit viel Elan in die Partie. Gleich nach 44 Sekunden hatte Rot-Weiß-Rot das erste Überzahlspiel, konnte die numerische Überlegenheit jedoch nicht nützen. In den ersten zehn Minuten gab es wenige Torchancen und Torschüsse, beide Teams waren darauf bedacht, das Match unter Kontrolle zu bringen. Beim nächsten Powerplay konnten sich Österreichs Feldspielerinnen nach einem Fehler im Aufbau auf Selma Luggin im Kasten verlassen, sie rettete nach einem Alleingang von Esther de Jong mit einer guten Abwehr. Österreich hatte dann bald danach erneut eine Überzahl, blieb auch im dritten Versuch ohne Torerfolg. Die ÖEHV-Auswahl war spielerisch und eisläuferisch überlegen, Oranje konnte sich nur mit Fouls helfen. Österreich schaffte im ersten Drittel nicht, eines der fünf Powerplays zur Führung nützen, obwohl die Torschuss-Statistik auf 10:2 geschraubt wurde, aber Niederlande-Torfrau Eline Gabriele ließ keinen Gegentreffer zu.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts erhöhte Österreich noch einmal den Druck und fuhr aggressiv ins Angriffsdrittel. Die Niederlande hielten dagegen und im Verbund mit Goalie Eline Gabriele die Null. Das Match wurde von Minute zu Minute zu einem Geduldsspiel für die Österreicherinnen. Aus dem Nichts lag das Team von Head Coach Alexander Bröms zurück: Nach einem Fehler in der neutralen Zone schnappte sich Savine Wielenga die Scheibe, fuhr alleine auf Selma Luggin, die den ersten Schuss noch parieren konnte, gegen den Rebound hatte Österreichs Goalie keine Chance. Die Niederlande führte komplett entgegen dem Spielverlauf mit 1:0 (28.). Selma Luggin war nach genau 147 Minuten und 23 Sekunden zum ersten Mal bei dieser WM bezwungen. Danach wurde das Spiel noch intensiver, Österreich war nun offensiv gefordert, blieb aber auch im sechsten Überzahlspiel erfolglos. Noch im zweiten Drittel gelang der Ausgleich: Anna Meixner bediente Charlotte Wittich ideal, die weit aufgerückte Verteidigerin traf aus spitzem Winkel zum 1:1 (36.). Wittich hatte kurze Zeit später in Unterzahl nach einem schnellen Konter sogar die Führung auf der Schaufel.

Im letzten Abschnitt zeigten die Niederländerinnen zunächst ein aggressives Forechecking, Österreich hatte in den ersten Minuten Probleme beim Spielaufbau. Angetrieben von Kapitänin Anna Meixner versuchte die ÖEHV-Auswahl, das Match wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Niederländerinnen agierten nun wesentlich disziplinierter als im ersten Drittel. Von Wechsel zu Wechsel wurde die Partie spannender, hatte längst Playoff-Charakter. Spät gingen die Niederlande in Überzahl mit 2:1 in Führung, Bieke van Nes fälschte einen Schuss vor dem Tor ab (56.). Nun musste Österreich aufmachen, um den Ausgleich zu erzielen. Am Ende zog Head Coach Alexander Bröms Torfrau Selma Luggin, der Ausgleich gelang nicht mehr. Österreich verlor das Match gegen die Niederlande mit 1:2 und damit auch die Tabellenführung. Zur Spielerin der Partie wurde bei Österreich Torschützin Charlotte Wittich gewählt.

Stürmerin Marja Linzbichler meinte nach der ersten WM-Niederlage in China: „Dieses Match hat die Tagesverfassung entschieden, wir sind nicht mit dem gleichen Start ins Spiel hineingegangen wie zuvor, wir sind nicht mit der gleichen Speed hineingegangen. Wir haben uns am Anfang ein bisschen an das Tempo der Niederländerinnen, ihrem Spielstil angepasst und haben nicht das gespielt, was wir spielen können. Wir müssen bei jedem Spiel mit der gleichen Mentalität hineingehen, mit mehr Aggressivität. Wir haben heute unseren Plan aus den ersten beiden Spiel, mit Vollgas rein, Schüsse zum Tor bringen, einfach nicht umgesetzt. Wenn wir gegen China und die Slowakei gescheit spielen, wenn wir wieder zurück zu unserem Spiel finden, stehen die Chancen auf den Aufstieg noch immer gut und dann schaffen wir auch den Aufstieg!“

Am Donnerstag wartet Gastgeber China
Für die Österreicherinnen geht’s bereits am Donnerstag weiter, da wartet um 14:00 Uhr das Match gegen Gastgeber China. Die Chinesinnen waren ebenfalls mit zwei Siegen (1:0 gegen die Slowakei und 5:3 gegen Norwegen) in die WM gestartet. Zuvor absolviert das Team vom kanadischen Head Coach Scott Spencer heute noch das Spiel gegen Dänemark. Die Partie gegen China wird auf ORF SPORT + live übertragen wie auch das abschließende Spiel gegen die Slowakei am Samstag ab 07:00 Uhr.

2023 IIHF ICE HOCKEY WOMEN’S WORLD CHAMPIONSHIP DIVISION IA
20. August 2023 – 26. August 2023, Shenzhen (CHN)

Niederlande vs. Österreich 2:1 (0:0,1:1,1:0)
Mi., 23. August 2023, 10:30 Uhr (16:30 Uhr Ortszeit)
Torschützinnen Niederlande: Savine Wielenga (28.), Bieke van Nes (56./PP1)
Torschützin Österreich: Charlotte Wittich (36.)

WEITERER SPIELPLAN:
Datum und Uhrzeit beziehen sich auf unsere heimische Zeitzone, in Klammer ist die Ortszeit angefügt.

Österreich vs. China
Do., 24. August 2023, 14:00 Uhr (20:00 Uhr)
Live auf ORF SPORT +

Slowakei vs. Österreich
Sa., 26. August 2023, 07:00 Uhr (13:00 Uhr)
Live auf ORF SPORT +

Bereits gespielt:
Dänemark vs. Österreich 0:1 (0:0,0:1,0:0)
Mo., 21. August 2023, 07:00 Uhr (13:00 Uhr Ortszeit)
Torschützin Österreich: Anna Meixner (22.)

Österreich vs. Norwegen 4:0 (2:0,2:0,0:0)
So., 20. August 2023, 10:30 Uhr (16:30 Uhr Ortszeit), Shenzhen
Torschützinnen Österreich: Tamara Grascher (8./PP1, 20.), Anna Meixner (32., 40./PP1)

eishockey.at , Bild: Wolfgang Handler

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