Für die spusu Vienna Capitals endete die Saison 2018/2019 im 72. Liga-Spiel in Klagenfurt mit einer 2:3-Overtime-Niederlage in der Finalserie gegen den EC-KAC. Mit 49 Partien konnten zwei Drittel aller Duelle in der Erste Bank Eishockey Liga gewonnen werden (Siegquote: 68%). Kein anderes EBEL-Team verließ das Eis somit öfter als Sieger (Klagenfurt: 46 Siege, Graz 41 Siege). Dazu egalisierten die spusu Vienna Capitals nicht nur ihren eigenen Liga-Startrekord, sondern stellten auch in der Pick-Round eine neue Bestmarke auf und qualifizierten sich zum sechsten Mal in Folge für die prestigeträchtige Champions Hockey League. 222 Tage, vom Saisonstart in Linz am 14. September 2018, bis zur finalen Niederlage in Klagenfurt am 24. April 2019, im Rückspiegel.
Eigenen Startrekord
eingestellt
Die Bundeshauptstädter begannen die
Liga-Saison Mitte September standesgemäß mit einem Sieg. Der
umjubelte 3:2-Auswärtserfolg nach Penalty-Schießen bei den Black
Wings Linz brachte nicht nur die ersten zwei Punkte, sondern war
auch ein Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Monaten folgen
sollte. Der Caps-Tanker nahm vom ersten Hafen weg volle Fahrt auf
und dampfte mit Neo-Head-Coach Dave Cameron an der Kommandobrücke
quer durch die Liga von Sieg zu Sieg. Die Teufel aus Szekesfehervar
wurden mit 4:2 nach Hause geschickt, den Innsbrucker Haien beim
8:2-Schützenfest in der Erste Bank Arena die Zähne gezogen. Am
siebenten Spieltag folgte der bis zu diesem Zeitpunkt wohl
emotionalste Sieg. Dank Treffern von Youngstar Benjamin Nissner und
Riley Holzapfel rangen die Capitals Meister HCB Südtirol, in der
letzten Saison verantwortlich für das Aus der Caps im
Play-Off-Halbfinale, mit 2:1 nieder. Der 21. Oktober 2018 war dann
ein Tag für die Geschichtsbücher. Mit dem zwölften Erfolg in Serie
(5:2 zu Hause gegen Linz) egalisierten die spusu Vienna Capitals
ihren im Vorjahr aufgestellten Startrekord.
Stürmische
Zeiten
Ein weiterer Sieg und folglich eine neue
Bestmarke blieb den einsam an der Spitze der Erste Bank Eishockey
Liga dahintuckernden Wienern jedoch verwehrt. Spieltag 13 brachte
nicht nur die erste Niederlage in der laufenden Saison, sondern
auch stürmische Zeiten. Die herbe 2:7-Schlappe beim späteren
Meister EC-KAC am Nationalfeiertag war der Anfang von sechs
„schwarzen“ Wochen. Es folgten vier weitere „Null-Punkter“, mit dem
negativen Höhepunkt am 4. November 2018 im Ost-Derby gegen Znaim.
Das 3:9 in der heimischen Erste Bank Arena bedeutete nicht nur die
höchste Saison-Niederlage, sondern auch den erstmaligen Verlust der
Tabellenführung. „Die Länderspielpause kommt jetzt zur rechten
Zeit. Wir werden unsere Akkus wieder aufladen, den Kopf
freibekommen und dann neu durchstarten“, beruhigte Steuermann
Cameron nach dem Spiel im Media-Room der Erste Bank Arena die
versammelten Journalisten.
Play-Off-Quali als erstes
Team
Der 60-jährige Kanadier, vor seinem Wechsel nach
Wien u.a. Head-Coach bei den Ottawa Senators, sollte Recht
behalten. In den folgenden 16 Partien bis zum Jahreswechsel blieb
Wien nur drei Mal ohne Punkte und übernahm in dieser Zeit,
ausgerechnet in einem historischen Spiel, auch wieder die
Tabellenführung. Taylor Vause erzielte am 7. Dezember 2018, beim
5:0-Heimsieg gegen KHL Medvescak Zagreb, einen Vierer-Pack. Dabei
ließ es der pfeilschnelle Kanadier gleich drei Mal innerhalb von
nur 88 Sekunden krachen – neuer Liga-Rekord! Am Tag vor dem
Heiligen Abend legten die spusu Vienna Capitals ihren Fans, beim
2:1-Auswärtssieg in Klagenfurt, ein verfrühtes Weihnachts-Packerl
unter den Christbaum. Bis auf eine kurze Schieflage (2:5-Niederlage
in Fehervar) fuhr der Caps-Tanker weiterhin in solidem Fahrwasser.
Das regelmäßige Siege- und Punktesammeln brachte den spusu Vienna
Capitals am 13. Jänner 2019 schließlich die vorzeitige
Play-Off-Qualifikation. Krisenklub Medvescak Zagreb wurde auswärts
mit 13:0 deklassiert. Wie schon in den beiden vorangegangenen
Saisonen lösten die Caps damit als erstes Team der Erste Bank
Eishockey Liga das Ticket für die „fünfte Jahreszeit“.
Fernduell um Platz
1
Die finale Grunddurchgangsphase entwickelte sich
dann zum Fernduell mit Graz um die Tabellenspitze. Wien konnte das
Überraschungsteam aus der Steiermark – auch dank des höchsten
Saisonsiegs (9:2 in Dornbirn) – bis zum vorletzten Spieltag in
Schach halten. Im „Showdown um Platz 1“, in einer fast
ausverkauften Erste Bank Arena, musste das Team von Head-Coach Dave
Cameron die 99ers jedoch vorbeiziehen lassen. Auf dem Weg Richtung
„Ziel-Hafen“ machten die spusu Vienna Capitals noch Meter gut. Am
44 und letzten Spieltag fiel die Entscheidung denkbar knapp
zugunsten von Graz. Wien feierte bei den Haien in Innsbruck einen
ungefährdeten 4:1-Auswärtssieg. Die 99ers machten hingegen bei den
Dornbirn Bulldogs Überstunden, sicherten sich schlussendlich doch
noch mit einem Overtime-Erfolg die nötigen zwei Punkte für Platz 1.
Die Steirer qualifizierten sich somit für die Champions Hockey
League. Die mit 87 Zählern punktegleichen Caps mussten sich – nur
aufgrund der verlorenen direkten Duelle – mit Rang zwei begnügen.
Eine Leistung, die in Anbetracht der vielen Verletzungen (zeitweise
musste Head-Coach Dave Cameron auf bis zu fünf Stammkräfte
verzichten), nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Festung Erste Bank
Arena
Das zeigen auch die Statistiken. In der ersten
Phase des Grunddurchgangs war die Erste Bank Arena eine fast
uneinnehmbare Festung. Als stärkstes Heimteam der Liga gewannen die
spusu Vienna Capitals, wie in der letzten Saison, 16 von 22 Partien
(Siegquote: 72 Prozent). In der Auswärtstabelle klassierten sich
die Bundeshauptstädter hinter Graz auf Rang zwei. Mit Peter
Schneider (27 Tore, 31 Assists) und Chris DeSousa (27 Tore, 26
Assists) landeten gleich zwei gelb-schwarze Cracks unter den sechs
besten Scorern der Erste Bank Eishockey Liga. Schneider war in den
44 Spielen als Dritter sogar der mit Abstand punktbeste
Österreicher (Anm.: Salzburgs Thomas Raffl lag als zweitbester erst
auf Rang 17).
Pick-Round: Mit weißer
Weste zum Rekord
Im Gegensatz zum den vergangenen
beiden Jahren war in der Pick-Round schnell klar: Die spusu Vienna
Capitals werden auch zum dritten Mal in Folge als Erster ihren
Gegner im Play-Off-Viertelfinale wählen dürfen. Ausschlaggebend
dafür war ein Siegeszug in der Pick-Round, mit dem das Team von
Head-Coach Dave Cameron auch einen neuen Rekord aufstellte. Nachdem
die Caps den ersten Platz nach der ersten Phase des Grunddurchgangs
nur aufgrund der direkten Duelle mit Graz verpasst hatten, schlug
Wien in der „Aufwärmphase“ für die Play-Offs eindrucksvoll zurück.
Die spusu Vienna Capitals verließen das Eis in allen zehn
Begegnungen als Sieger. Der spätere Meister EC-KAC wurde im Zuge
dessen zwei Mal mit 4:1 in die Schranken gewiesen, Graz mit 4:3
auswärts und einem 8:3-Schützenfest in der Erste Bank Arena
entzaubert. Die spusu Vienna Capitals spielten sich in
Play-Off-Form. Mit 47 Toren und 21 Gegentreffern stellten die
Cameron-Cracks die mit Abstand beste Offensive bzw. rührten in der
Verteidigung Beton an. Am Ende stand somit die sechste
Qualifikation für die Champions Hockey League in Serie, Platz Eins
nach der Pick-Round sowie das erste Pick-Recht für den
Play-Off-Viertelfinale-Gegner.
Play-Off-Viertelfinale:
„Derby-Serie“ gegen Znaim
Dort wählten die spusu
Vienna Capitals mit dem HC Orli Znojmo den nähersten Kontrahenten.
Die „Derby-Serie“ wurde wie erwartet zu einer Härteschlacht. Wien
startete mit einem 7:0-Schützenfest in der Erste Bank Arena, musste
sich jedoch in Spiel 2 in Znaim mit 3:4 geschlagen geben. Nachdem
die Cameron-Cracks sich vor den eigenen Fans die Serienführung
zurückholten, benötigte es in Spiel 4, auswärts in der
tschechischen Grenzstadt, einer Gewaltleistung im letzten Drittel.
Die spusu Vienna Capitals drehten einen 0:2-Rückstand in einen
4:2-Sieg, sicherten sich somit den ersten Matchpuck und
verwandelten diesen souverän in Game 5 mit einem klaren
5:1-Heimerfolg.
Play-Off-Halbfinale:
Thriller-Serie gegen Salzburg
Im Halbfinale prallten
mit den spusu Vienna Capitals und dem EC Red Bull Salzburg die
beiden spielstärksten und offensivkräftigsten Teams aufeinander.
Jedes der sieben Duelle entwickelte sich zum Thriller. Vier davon
wurden erst in der Overtime entschieden. Unvergessen bleibt der
Serienausgleich der Eisbullen in Game 6, 26 Sekunden vor dem Ende
der regulären Spielzeit. Aber auch das Comeback der spusu Vienna
Capitals in Spiel 7, nach frühem Rückstand und einem 3:1-Sieg in
einer bebenden Erste Bank Arena.
Play-Off-Finale: Duell der
Super-Goalies
Spusu Vienna Capitals gegen EC-KAC hieß
der Klassiker der Finalserie 2018/2019. Es war das Duell der besten
Defensive (Klagenfurt) gegen die beste Offensive (Wien) der Liga.
Während Klagenfurt die wenigsten Gegentreffer zuließ (144), netzten
die Wiener 2018/19 am öftesten ein (262x). Zudem stellte der EC-KAC
mit Lars Haugen den Top-Goalie der Liga (Save%: 93.3 und GAA:
1.74), Wiens JP Lamoureux rangierte auf Platz 3 (Save%: 91.9 und
GAA: 2.36). Wien legte in Spiel 1 in Overtime, dank des dritten
OT-Treffers von Sondre Olden in den Play-Offs, vor. Die Rotjacken
zogen jeweils in den ersten beiden Heimspielen gleich. Am fünften
Spieltag gelang dem EC-KAC auf fremdem Eis das entscheidende Break,
welches die Matikainen-Truppe am 24. April 2019, in Game 6 vor den
eigenen Fans bestätigte und somit über den 31. Meistertitel der
Vereinsgeschichte jubelte.
Rekord und
Auszeichnungen
Trotz der Finalniederlage blicken die
spusu Vienna Capitals auf eine herausragende Saison zurück. Mit 49
Partien konnten zwei Drittel aller Duelle in der Erste Bank
Eishockey Liga gewonnen werden (Siegquote: 68%). Kein anderes
EBEL-Team verließ das Eis öfter als Gewinner (Klagenfurt: 46 Siege,
Graz 41 Siege). Dazu egalisierten die spusu Vienna Capitals nicht
nur ihren eigenen Liga-Startrekord, sondern stellten in der
Pick-Round auch eine neue Bestmarke auf und qualifizierten sich
weiters, zum sechsten Mal in Folge, für die prestigeträchtige
Champions Hockey League.
Die Capitals, mit 17 Österreichern, davon 15 Wiener, im Play-Off-Kader, räumten auch bei den Liga-Auszeichnungen ab. Peter Schneider, der mit Abstand beste rot-weiß-rote Scorer (40 Tore, 41 Assists), wurde zum MVP der Erste Bank Eishockey Liga gewählt. Wiens 21-jähriger Eigenbau-Stürmer Benjamin Nissner (14 Tore, 24 Assists) erhielt die Auszeichnung für den „Liga-Youngstar der Saison“. Darüber hinaus setzte sich Chris DeSousa, mit 46 Toren und 37 Assists in 72 Liga-Spielen, die Topscorer-Krone auf.
Die meisten Fans, der
höchste Zuschauerschnitt
Auch beim Fan-Interesse lagen
die spusu Vienna Capitals in der Saison 2018/2019 an der Spitze.
175.216 Zuschauer pilgerten zu den insgesamt 37 Heimspielen in die
Erste Bank Arena. Das macht einen Schnitt von 4.735 Fans pro
Heimspiel (Platz 2: Linz 4.650, Platz 3: EC-KAC 3.791). Damit
brachten die Leistungen der spusu Vienna Capitals in der
abgelaufenen Spielzeit 20.479 Fans mehr in die Erste Bank Arena als
in der Saison 2017/2018 (154.737 in 33 Heimspielen).
www.vienna-capitals.at, Pic: PSR/Leo Vymlatil









