Nebst der ersten Zürcher Niederlage unter Crawford gegen Ajoie sorgten in den gestrigen NLA-Partien zwei spektakuläre Wendungen und drei Hattrick-Torschützen für Aufsehen.
Der ZSC kassierte im Heimspiel gegen Schlusslicht Ajoie im dritten Spiel unter dem neuen Coach eine 2:3 Niederlage. Dieser Fehltritt der Zürcher hatte sich nicht abgezeichnet. Mit 4:0, 6:3 und 4:2 gewannen die Stadtzürcher die ersten drei Saisonduelle gegen den Tabellenletzten, welcher am Montag mit einem 1:8 in Zug abgefertigt worden wurde. Gestern gegen die Lions in Zürich holten die Ajouluts aus den wenigen Chancen das Maximum heraus, dazu konnten sie im Tor auf einen starken Tim Wolf (44 Paraden) zählen. In einem ereignisreichen Schlussdrittel, als die ZSC Lions den 2:2 Ausgleich erzielten, schoss Thibault Frossard knapp fünf Minuten vor Spielende in Überzahl das 3:2-Siegtor. Für den HC Ajoie war es der dritte Sieg im fünften Spiel unter Interimstrainer und Sportchef Julien Vauclair.
Zwei spektakuläre
Spielwenden mit zwei Hattrick-Torschützen
Spektakulär verliefen die zwei Partien in Biel
und Davos. Dem EHC Biel gelang es gegen den Aufsteiger Kloten einen
1:4-Rückstand aufzuholen und danach noch zu siegen. Das Siegtor der
Seeländer zum 5:4 erzielte Jesper Olofsson in der Verlängerung der
damit zum Hattrick-Torschütze avancierte.
Auch der Rapperswiler Roman Cervenka konnte sich als Dreifach-Torschütze auszeichnen. Der Tscheche hatte am vergangenen Dienstagabend beim 9:0-Kantersieg der Lakers gegen die SCL Tigers bereits mit einem Hattrick geglänzt und liess nun in Davos seinen Dritten auf Schweizer Eis folgen. Zu einem Sieg reichte es den Gästen vom Obersee jedoch nicht, obwohl sie bis zur 54. Minute 4:2 in Front lagen. Michael Fora und Dennis Rasmussen retteten den HCD mit ihren Treffern in die Overtime. Die Entscheidung zugunsten der Davoser fiel erst im zweiten Gang des Penaltyschiessen und Cervenka drei Mal anlief und dreimal vergab.
Ambühl im Rekordspiel der
gefeierte Mann
Zum Matchwinner in Davos avancierte
ausgerechnet Andres Ambühl, der 1004 Partien im HCD-Dress
absolvierte und damit den Rekord von Reto von Arx
egalisierte. Dem Kultstürmer, seit dem vergangenen Jahr
WM-Rekordspieler, behagte die Aufmerksamkeit jedoch nicht
besonders. Die Fankurve widmete ihrer Nummer 10 vor Spielbeginn
dafür eine spezielle Choreografie für die Sich Ambühl auf seine
Weise bedankte, indem er den Treffer zum 2:1 schoss und im
Penaltyschiessen das entscheidende Goal erzielte.
Berner Sieg mit
Seltenheitswert
Ein eher seltener Sieg durfte der SC
Bern feiern und schlugen sie die Bianconeri in Lugano mit 3:0.
Zum ersten Mal nach zuvor fünf Niederlagen verliessen der SCB
zum ersten Mal seit dem 22. Februar 2020 (6:0) die Resega nicht als
Verlierer. Den Grundstein für diesen Sieg mit Seltenheitswert legte
das Team von Toni Söderholm anhand eines Doppelschlags bei
Spielmitte, in dem die Berner dominierten Nationalverteidiger Ramon
Untersander und der Schwede Oscar Lindberg stellten mit ihren
Treffern innerhalb von 70 Sekunden auf 2:0. Das 3:0 durch Topskorer
Chris DiDomenico fiel ins leere Tor.
Ambri nach dem Spengler-Cup
wieder auf dem Boden der Realität, die eklatante Auswärtsschwäche
bleibt bestehen
Die Spengler-Cup-Spiele in Davos
fühlten sich für Ambri wegen der vielen Leventiner Fans beinahe wie
Heimspiele an und rauschten zum ersten Klubtitel seit 23 Jahren.
Bei den Auswärtsspielen in der Meisterschaft bekunden die Biancoblu
derzeit jedoch grösste Mühe. Vier Tage nach der 2:4 Niederlage in
Bern mussten sie sich mit 1:6 auch gegen Fribourg-Gottéron
geschlagen geben, die bereits zehnte Niederlage aus den letzten elf
Auswärtsspielen für die Leventiner die um den Anschluss an die
Pre-Playoff-Plätze kämpfen müssen. Matchwinner für Gottéron war der
Schwede Jacob de la Rose dank seinem ersten Hattrick auf Schweizer
Eis, dem dritten an diesem Abend.
Genéve-Servette als
Powerplaykönige
Genève-Servette thront auch nach dem
Dreikönigstag an der Spitze der NLA. Sie behaupten sich dank dem
4:2-Sieg im Léman-Derby gegen Lausanne als Leader. Nach den letzten
drei Niederlagen hintereinander fanden die Servettiens im
Léman-Derby zum Erfolg zurück. Das 4:2 vor eigenem Publikum gegen
Lausanne war für die Genfer bereits der fünfte Vollerfolg in Serie
gegen den Erzrivalen. Für einen erfolgreichen Abend sorgte einmal
mehr das Powerplay der Grenats. Das 1:0 kurz vor der ersten Pause
und das 3:1 (in der 35.) durch den Doppeltorschützen Josh Jooris in
Überzahl. Für die Genfer waren es die Powerplay-Tore Nummer 30 und
31 in dieser laufenden Saison, was gleichzeitig der Liga-Bestwert
bedeutet.
Telegramme vom 06.01.2023:
Biel – Kloten 5:4 (1:2,
3:2, 0:0, 1:0) n.V.
Tore: 11. Meyer (Kellenberger) 0:1.
17. (16:10) Olofsson (Haas) 1:1. 18. (17:36) Loosli (Randegger,
Ness) 1:2. 26. (25:12) Ekestahl-Jonsson (Aaltonen, Ang/bei 5 gegen
3) 1:3. 27. (26:38) Schreiber (Ruotsalainen,
Ekestahl-Jonsson/Powerplaytor) 1:4. 29. Olofsson
(Rathgeb/Powerplaytor) 2:4. 34. (33:21) Cunti (Künzle, Brunner)
3:4. 34. (33:35) Hofer (Haas) 4:4. 61. (60:44) Olofsson (Haas)
5:4. Bemerkungen:
Biel ohne
Bärtschi, Schneeberger, Sheahan und Säteri (alle verletzt), Kloten
ohne Capaul und Schmaltz (beide verletzt).
Lugano – Bern 0:3 (0:0,
0:2, 0:1)
Tore: 30. (29:31)
Untersander (Baumgartner) 0:1. 31. (30:41) Lindberg (Colin Gerber)
0:2. 60. (59:26) DiDomenico 0:3 (ins leere Tor).
Bemerkungen: Lugano ohne Granlund, Patry und
Walker (alle verletzt), Bern ohne Bärtschi, Gelinas, Mika Henauer,
Kahun, Lehmann und Loeffel (alle verletzt).
Fribourg-Gottéron –
Ambri-Piotta 6:1 (2:0, 2:0, 2:1)
Tore:
6. De la Rose (Sörensen, Seiler) 1:0. 12. Mottet 2:0. 21. (20:11)
Sörensen (Diaz/Powerplaytor) 3:0. 38. De la Rose (Sörensen,
Marchon) 4:0. 46. (45:37) Chlapik (Formenton,
Eggenberger/Powerplaytor) 4:1. 47. (46:11) Jecker (Schmid) 5:1. 53.
De la Rose (Schmid, Bertschy/Powerplaytor) 6:1.
Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Berra,
Sprunger (beide verletzt) und Vainio (überzähliger Ausländer),
Ambri-Piotta ohne Kostner (verletzt) und Spacek (krank).
Davos – Rapperswil-Jona Lakers 5 : 4 (2 :1, 0:3, 2:0, 0:0) n.P.
Genève – Servette – Lausanne 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)
ZSC Lions – Ajoie 2:3 (0:2, 0:0, 2:1)
Bild: Helmut Huppmann









