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ICEHL

ICEHL: Ist Live-Eishockey überhaupt noch leistbar?

2.066 Zuseher in Salzburg, 2.195 in Villach, das sind die überschaubaren Zahlen der beiden gestrigen Semifinal-Spiele der heimischen Eishockeyliga. Warum kämpft die Liga mit so dermaßen niedrigen Zuseher-Zahlen?

In den Salzburger Volksgarten finden bis zu 3.600 Fans Platz, in Villach feuern bei ausverkauftem Haus 3.300 Zuseher die Adler an. Gestern jedoch fanden nur um die 2.000 Zuschauer den Weg in die Halle. Viele Gründe dürften hier wohl zusammenkommen, einer jedoch sticht heraus.

Als erstes und wohl das leidigste Thema ist sicherlich die COVID-Pandemie. Es dürfte wahrscheinlich sein, dass bei der aktuellen Infektionslage einige Fans abgesondert sind und daher nicht in die Halle kommen können.

Ein weiterer Grund könnte auch der Spielplan sein. Donnerstag, Samstag, Montag und Mittwoch, so lauten die Spieltage der ersten vier Halbfinal-Spiele. Zumindest am Samstag waren in Wien rund 4.000 Fans und in Ungarn etwa 2.600 live vor Ort.

Ein viel wahrscheinlicherer Grund jedoch könnten auch die hohen Preise in Kombination mit dem Streaming-Angebot sein. In Wien kostet ein Ticket für Spiel 4 satte 35€, Villach legt mit 38€ sogar noch einen drauf (gegen den KAC wäre es nochmal teurer geworden). In Ungarn kostet das Ticket übrigens 3.500 HUF, das sind umgerechnet 9,34€.

Wir haben hier mal eine Beispielrechnung für ein Play-Off Heimspiel in Villach angelegt (diese Rechnung trifft größtenteils auch auf die anderen österreichischen Eishallen zu).

Teurer Familienausflug
Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern besucht die Stadthalle. Zwei Erwachsene zahlen für die Sitzplatz-Tickets zusammen 76€, die beiden Kinder 56€ (ermäßigt). Zudem werden bei Online-Reservierung noch 3,80€ Gebühr pro Ticket erhoben und das obwohl man das Ticket zuhause selbst ausdruckt. Das ergibt in Summe auch nochmal 15,20€.

Ticket vom gestrigen Halbfinalspiel VSV vs. Fehervar (Eintritt + Bearbeitungsgebühr)

Während des Spiels konsumiert die Familie ein Bier, einen Spritzer, zwei Limonaden, zwei Brezen und einen Hot-Dog, macht gesamt 23,30€. Zusammengefasst bezahlt die vierköpfige Familie für Tickets und eine durchschnittliche Konsumation also 170,50€. Das ist der Betrag für ein einziges Spiel. Schafft ein Verein den Einzug ins Finale würden maximal 12 Heimspiele anstehen.

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Hier sind also sehr große Summen fällig, die in angespannten Zeiten wie diesen, sicherlich nicht für jeden so leicht zu stemmen sind. Die Liga hat mit dem Streaming-Angebot einen wichtigen Schritt in die Zukunftsfähigkeit getan. Der Stream für ein Spiel kostet 6,90€. Natürlich kann dieses Angebot ein Livespiel-Feeling nicht ersetzen, es wäre aber auch nicht überraschend, wenn sich der ein oder andere Fan, ein Spiel eher zu Hause ansieht, als in die Halle zu fahren…

www.hockey-news.info, Bild: VSV/Krammer

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