Gratulation
Marco! Zum zweiten Mal nach 2022 wird dir dieser Titel zuteil.
Fühlt es sich anders an als noch vor drei Jahren, zumal du nun in
der NHL Fuß gefasst hast und zu einem Leistungsträger im
Nationalteam gereift bist?
Marco Kasper: „Es ist anders, keine Frage. Seither
ist viel passiert. Ich habe eine gesamte Saison in der AHL
gespielt, meine erste volle Saison in der NHL absolviert. Die
letzte Saison hat großartig aufgehört mit der WM. Das Jahr 2025
selbst dafür etwas schwieriger. Es gibt immer Ups and Downs, aber
das Wichtigste ist, immer sein Bestes zu geben und hart zu
arbeiten.“
Du sprichst es
bereits an: In der laufenden Saison hast du bereits einige Höhen
und Tiefen durchlebt. Wie war speziell die Phase, in der du Geduld
beweisen musstest, bis du wieder einen Treffer erzielen
konntest?
Marco Kasper: „Das war natürlich schwierig. Ich
erwarte von mir selbst sehr viel. Wenn es dann nicht so läuft
offensiv, ist es schwierig. Ich habe in dieser Phase versucht, die
einfachen Dinge richtig gut zu machen, hart zu arbeiten und zu
checken. Es ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt
habe, aber ich habe hart weitergearbeitet, habe immer versucht dem
Team zu helfen, damit wir gewinnen. Das ist bislang ganz gut
gelaufen. Wir haben insgesamt recht viele Siege einfahren können
und wollen so natürlich weitermachen.“
Hattest du in
dieser Zeit auch die passende Unterstützung vom Team und den
Coaches?
Marco Kasper: „Das Wichtigste ist immer die
Familie und die steht immer hinter mir. Man hat einen gewissen
Druck, den man sich oft auch selbst macht. Ich hatte in dieser Zeit
viele Video-Sessions mit den Coaches und wir haben viel geredet.
Die Teammates waren super und das Wichtigste war wie gesagt, dass
wir gewonnen haben, auch wenn es für mich persönlich nicht gut
lief.“
Hat dich das
mental nochmals reifen lassen?
Marco Kasper: „Mental war das durchaus eine
schwierige Zeit. Man hofft, dass man da stärker rauskommt. Es war
zwar nicht das erste Mal, dass ich über eine längere Zeit kein Tor
schieße, oder keinen Punkt mache, aber wie gesagt, man muss einfach
jeden Tag weiter an sich arbeiten.“
Wie weit darf
man über Ziele für diese Saison sprechen?
Marco Kasper: „Ich denke das oberste Ziel von
allen Teams zu Beginn der Saison, ist das Erreichen der Playoffs.
Das ist auch unser Ziel. Wir standen schon länger nicht mehr in den
Playoffs und sind hungrig. Es ist eine sehr enge Division, da ist
es auch schwierig zu sagen, was noch passiert. Wir versuchen weiter
so viele Spiele wie möglich zu gewinnen und in die Playoffs zu
kommen.“
Sollte man in
den Playoffs früh ausscheiden, ist dann die WM ein Thema für
dich?
Marco Kasper: „Die WM ist immer ein Thema. Es
macht richtig Spaß im Nationalteam und für Österreich zu spielen.
Man hat auch letztes Jahr gesehen, dass wir eine super Truppe sind,
die zusammen Spaß hat und richtig gutes Hockey spielt. Es macht
mich stolz für das Nationalteam zu spielen. Ich hoffe in erster
Linie, dass wir mit Detroit die Playoffs erreichen und dann sehen
wir, wie es sich entwickelt.“
Nach dem
Erfolg bei der WM 2025 wurde euch der Titel Team des Jahres bei der
LOTTERIEN Sporthilfe-Gala zuteil. Wie hast du diese Auszeichnung
mitbekommen und was bedeutet sie auch dir persönlich?
Marco Kasper: „Zufälligerweise habe ich mir die
Gala sogar live angesehen. Das war richtig cool. Und es war wichtig
für den Eishockeysport, dass junge Spieler sehen, dass der Sport
einen hohen Stellenwert hat in Österreich. Wir werden alles
versuchen uns weiterzuentwickeln, uns als A-Nation zu etablieren
und weitere Schritte, wie den Einzug ins Viertelfinale, zu
machen.“
Wie sieht es
mit Marco Rossi und David Reinbacher aus? Steht ihr untereinander
in Kontakt, oder ist bei dem dichten Programm dafür keine
Zeit?
Marco Kasper: „Gegen Marco habe ich diese Saison
leider nicht gespielt, da er zunächst gedraftet wurde und dann
verletzt war. Ich hätte gerne wieder gegen ihn gespielt. Letztes
Jahr waren wir vor dem Spiel gemeinsam essen und haben geplaudert.
Mit David schreibe ich immer wieder, aber bei dem dichten Programm,
mit aktuell einem Spiel alle zwei Tage, ist da wenig
Zeit.“D
Ratschlag
kannst du den nachrückenden Talenten mitgeben?
Marco Kasper: „Das Wichtigste ist, einfach Spaß
haben jeden Tag wenn man zum Training geht oder zum Spiel. Dass man
eine Gaudi hat und den Kopf nicht hängen lässt wenn es mal nicht
läuft. Eishockey ist der beste und großartigste Sportart. Wenn man
sich weiterentwickeln will, gilt es hart zu arbeiten. Aber auch das
kann und darf Spaß machen.“
Was bleibt dir
von 2025 besonders in Erinnerung? Unabhängig ob privat, sportlich
oder anderweitig.
Marco Kasper: „Ich muss gestehen, die WM war der
absolute Höhepunkt für mich. Der Spaß den wir hatten, wie gut wir
gespielt haben, das war einfach insgesamt ein super Erlebnis.“
Apropos
privat. Verrate uns ein wenig von dir abseits des Eises. Von
welchen Hobbys, Vorlieben oder welchem Lieblingsessen, weiß
außerhalb deiner Familie und deines Freundeskreises kaum jemand
Bescheid?
Marco Kasper (lacht): „Nichts
außergewöhnliches. Wir Sportler haben oft sehr ähnliche Interessen.
So ist es bei mir auch. Ich spiele gerne Golf, habe im letzten Jahr
sehr viele Bücher gelesen, bin gerne in der Natur und
spazieren.“
eishockey.at , Bild: facebook.com/DETROITREDWINGS








