Mit dem heutigen Tag, 1. Februar 2022, übernimmt Bernhard Friedrich die operativen Agenden des Österreichischen Eishockeyverband als Geschäftsführer. Im Interview gibt der Kärntner einen Einblick in seine gesteckten Ziele und welche Perspektiven er für das österreichische Eishockey sieht.
Wie fällt Ihr erster
Eindruck des Österreichischen Eishockeyverband aus?
Bernhard Friedrich: „Unter meinem Vorgänger Friedrich Nikolaus ist
in den letzten 17 Monaten viel geschehen. Er hat seine
Management-Qualitäten eingebracht und den Verband auf vielen Ebenen
zukunftsfit gemacht. Ich übernehme einen gut strukturierten Verband
mit engagierten Mitarbeitern und freue mich auf die Zusammenarbeit
mit dem Präsidium, den Mitarbeiter:innen, mit Sportdirektor Herren
Roger Bader und seinem Team, General Manager Damen Martin Kogler,
wie auch den Landesverbänden, Ligen und Vereinen.“
Wie sieht ihr
Tätigkeitsfeld im Detail aus?
„Im Wesentlichen beinhaltet dies die wirtschaftlichen, finanziellen
und organisatorischen Belange des ÖEHV. Im Detail die operative
Leitung der Geschäfte des Verbandes, sowie die operative Vertretung
nach Außen, die Durchführung der Beschlüsse des Präsidiums, die
Erstellung eines Gesamtjahresplanes und -budgets, Unterstützung des
Präsidiums in deren Aufgaben, Kommunikation und Zusammenarbeit mit
den Landesverbänden, Ligen und Vereine und vieles mehr.“
Was sind ihre Hauptaufgaben
für die kommenden Monate?
„Ich habe für mich vorläufig zwei Ziele definiert, die sich
natürlich in den kommenden Wochen erweitern oder ergänzen können.
Ziel eins wird sein, Sponsoren zu finden. Ziel zwei lautet, und das
geht ein wenig Hand in Hand mit Ziel eins, eine gute Basis zu
schaffen für die Nationalteams. Und natürlich wollen wir die
Medialisierung und Wahrnehmung steigern.“
Wie wird man das Thema
Vermarktung angehen?
„Dazu gehört, den Markt zu analysieren und ein Produkt zu schaffen,
um zu definieren, was kann der Verband überhaupt verkaufen und
Unternehmen anbieten, das auch in deren Unternehmenskommunikation
passt. Letztlich geht es beim Sponsoring für die Unternehmen darum,
die eigene Zielgruppe zu erreichen. Und genau da müssen wir
definieren, welchen Teil der Eishockeysport als Gesamtes,
Nationalteams wie auch die Ligen, leisten können.“
Sie sprechen die Basis an.
Was ist damit gemeint und was sind Ziele?
„Am liebsten würde ich gleich mehrere Eishallen bauen, um so viele
Kinder und Jugendliche wie möglich überhaupt aufs Eis zu bekommen
und daraus so viele wie möglich für den Eishockeysport zu
begeistern. Wir brauchen einen guten Nachwuchs und über den
Nachwuchs und die Vereine ein starkes Nationalteam. Das eine
funktioniert nicht ohne das andere. Ein Ziel muss sein, dass wir
den jungen Spielern Perspektiven im Eishockeysport bieten und sie
so früh wie möglich in die Kampfmannschaften einbinden. Die
Reduktion der Legionäre ist dabei ein wichtiger Schritt. Wir müssen
es schaffen, keine Talente zu verlieren. Und hier müssen wir als
Verband unser Möglichstes tun.“
Mit Roger Bader steht ihnen
ein Fachmann als Sportdirektor Herren und Head Coach des
A-Nationalteams zur Seite. Was soll im Bereich Nationalteams
geschehen?
„Durch unser oberstes Ziel, neue Partner und Sponsoren für
Eishockey zu begeistern und zu gewinnen, sollen die
wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen werden die man für den
Profisport braucht. Damit sind die Abhaltung von
Trainingslehrgängen, die Beschickung von Nationalteams zu Turnieren
und Großveranstaltungen, etc. über das aktuelle Maß hinaus gemeint.
Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, damit sowohl Roger Bader
bei den Herren, wie auch Martin Kogler bei den Damen, ihre Pläne
für die Nationalteams vollumfänglich umsetzen können.“
Abseits der genannten Ziele
und Aufgaben – wie werden Sie Ihre Tätigkeit in Hinblick auf die
vielen Stakeholder im Eishockey anlegen?
„Es geht immer um das große Ganze. Es geht um dem Eishockeysport.
Wir möchten den eingeschlagenen Weg fortsetzen und dafür werde ich
in Abstimmung mit dem Präsidium unsere Strategie umsetzen.
Gleichzeitig gilt es, die aufgebaute Gesprächsbasis mit der ICE
Hockey League weiter auszubauen. Wir wollen mit der Liga
zusammenarbeiten, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Ein gutes
Nationalteam bedingt heimische Spieler und Talente auf dem
Spielbericht und Eis. Dafür braucht es eine gute Nachwuchsarbeit.
Diese Talente müssen an die Kampfmannschaften herangeführt und dort
integriert werden. Dies schafft zugleich Identität für Fans,
Partner, Sponsoren, den eigenen Nachwuchs mit dem Verein. Eine
Win-Win-Situation für beide Seiten. Es geht darum eine gemeinsame
Lösung zu finden. Dahingehend sehe ich mich auch als Schnittstelle
zwischen Verband, Landesverbänden und Vereinen.“
Zur Person Bernhard Friedrich
- Geboren am 2. Februar 1976
- Geburtsort: Klagenfurt
- Vereine: KAC, WEV, CEW und Wiener Wölfe
- Nationalteam: 1990 – 1994 Teil des Nachwuchs-Nationalteams Jahrgang 1976
Ausbildungen:
- Master of Science in Business and Management Skills
- Diplom der Werbeakademie WIFI Wien
- Immobilienmakler und -verwalter
Berufliche Tätigkeiten:
- 2007 – 2012 ORF Enterprise GmbH & Co KG: Vermarktung der Sportsendeflächen
- 2013 – 2022 MediaCom: Leitung des Bereich „Sport & Entertainment“
www.eishockey.at, Pic: ÖEHV









