Vom ersten Wechsel an lieferten
sich Österreich – erneut mit Benedikt Oschgan im Tor – und Italien
ein intensives Spiel mit beinharten Zweikämpfen. Gleich zu Beginn
war die Brisanz dieser Partie in der Eishalle Bled zu spüren, die
ersten 20 Minuten entwickelten sich zu einer Nervenschlacht, in der
die Österreicher mit Fortdauer immer mehr die Kontrolle über das
Spiel gewannen.
Mit einem Traumtor ging das Team
von Head Coach Philipp Pinter in Minute neun mit 1:0 in Führung:
Verteidiger Thomas Klassek schickte Paul Noll mit einem herrlich
langen Pass auf die Reise, der Stürmer war von der italienischen
Defensive nicht mehr zu halten und hob die Scheibe mit der Backhand
ins linke Kreuzeck.
Danach agierte Österreich
weiterhin kontrolliert und war leicht überlegen. Gegen Ende des
ersten Abschnitts musste die ÖEHV-Auswahl nach zwei Strafen knapp
hintereinander vier Minuten Unterzahl überstehen und hatte dann in
der letzten Minute selbst ein Überzahl-Spiel, von dem der Großteil
ins zweite Drittel mitgenommen wurde.
Auch im zweiten Drittel blieb das
Match eine enge Kiste, von beiden Teams intensiv geführt. Die
großen Torchancen blieben zunächst auf beiden Seiten
Mangelware.
Je länger der Abschnitt dauerte,
umso näher kam Österreich dem zweiten Treffer. Zunächst wurde ein
Schuss von Luca Kogler vom rechten Bullykreis von einem Italiener
geblockt. Dann prüfte Thomas Klassek in einer Überzahl Italiens
Schlussmann Damian Clara aus kurzer Distanz.
Die beste Chance vergab
Maximilian Schwarz, der den Puck aus kurzer Distanz ganz knapp über
das Tor zirkelte. Hinten strahlte Keeper Oschgan bei den wenigen
Schüssen auf seinen Kasten Ruhe aus, 10:3 lautete schlussendlich
die Torschuss-Statistik im zweiten Drittel für Österreich. Zwei
Sekunden vor der Sirene kassierten die Azzurri eine Strafe.
Das ÖEHV-Team ging mit einer
Überzahl in den Schlussabschnitt, konnte diese aber nicht nützen,
weil Keeper Damian Clara sein Tor verriegelte. Italien war nun
gezwungen, offensiver zu agieren. Österreich schaffte den wichtigen
zweiten Treffer nicht, das Spiel wurde von Minute zu Minute
spannender.
Eine Minute vor Schluss zog
Italien den Torhüter und Österreich nützte die Emptynet-Situation
nach wenigen Sekunden. Alexander Rupnik schoss in Minute 60 die
Scheibe zum 2:0 ins leere Tor. Kurze Zeit später verließ Clara
erneut seinen Kasten und Oliver Lam machte mit dem 3:0 endgültig
den Deckel drauf. Zum Spieler des Abends wurde bei Österreich Paul
Noll, der seinen vierten WM-Treffer markierte, gewählt.
Nach dem nächsten WM-Krimi in
Slowenien geht Österreich als Tabellenführer in den Schlusstag. Am
Sonntag folgt ab 16:00 Uhr der finale WM-Auftritt gegen die
Altersgenossen aus Südkorea. Mit einem Sieg nach 60 Minuten steigt
Österreich in die U18 WM Division I, Gruppe A auf.
Head Coach Philipp
Pinter analysierte die Partie gegen Italien nach der
Schluss-Sirene: „Das Spiel war erneut nichts für schwache Nerven.
Wir sind ein bisschen nervös aus der Kabine gekommen, die Jungs
haben gewusst, was auf dem Spiel steht. Sie sind trotzdem ruhig
geblieben, sind ab dem zweiten Drittel in ihren Rhythmus gekommen.
Wir haben dann deutlich aggressiver gespielt und haben die
Italiener deutlich mehr unter Druck setzen können.
So ein langes 1:0 ist nichts für
unstrukturiertes, undiszipliniertes Eishockey. Also ein irrsinnig
großes Lob an die Mannschaft, wie sie den Gameplan über 60 Minuten
durchgezogen hat, wie sie diszipliniert gefightet hat, die Cracks
haben wieder gefightet wie die Büffel. Nun heißt es sofort wieder
erholen. Für mich ist Südkorea die schnellste und agilste
Mannschaft, für mich der schwierigste Gegner zum Schluss. Das
Schöne daran ist, dass wir es jetzt selbst in der Hand haben, wenn
wir 60 Minuten unser Hockey durchziehen, dann sind wir als gesamte
Mannschaft auch davon überzeugt, dass wir auch den nächsten Kampf
gewinnen werden!“