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Peter Schneider führt ÖEHV-Team an: „Dürfen uns nicht auf die Vergangenheit verlassen!“

Diesen Freitag startet die WM 2026 in Zürich und Fribourg. Österreich trifft zum Auftakt am Samstag auf Großbritannien und direkt darauf auf Ungarn. Erstmals wird die ÖEHV-Auswahl bei der WM von Peter Schneider angeführt.

Der 35-Jährige spricht im Interview über dieses Privileg, das Mannschaftsgefüge, wie man erfolgreich sein kann und will und was Österreich in den beiden Auftaktpartien erwartet. Sämtliche Österreich-Partien werden LIVE im ORF übertragen. Die Auftaktpartien gegen Großbritannien und Ungarn, sowie die Duelle gegen Lettland, die Schweiz und die USA auf ORF 1, die übrigen Partien, sowie zahlreiche weitere WM-Spiele, live auf ORF SPORT +. 

Peter, wie stolz macht es dich, das Nationalteam erstmals bei einer WM als Kapitän anzuführen?
Peter Schneider: „Es macht mich unheimlich stolz, dass ich die Jungs anführen kann bei dieser WM. Ich hoffe, ich kann meine Erfahrungen aus den letzten Weltmeisterschaften weitergeben, vor allem an die jungen Spieler die erstmals dabei sind. Ein Großereignis ist immer ein bisschen anders als Vorbereitungsspiele. Da müssen wir richtig eingestellt sein.“

Ist es eine besondere WM für dich, da du Österreich als Kapitän anführst?
Peter Schneider: „Ich messe meine Karriere nicht daran, welchen Letter ich auf meinem Jersey trage, sondern an den Erfolgen, die wir gemeinsam haben.“

In den vergangenen Jahren, trug stets Thomas Raffl das C auf der Brust. Da ihr auch Teamkollegen bei Red Bull Salzburg seid, gab es diesbezüglich einen Austausch zwischen euch?
Peter Schneider: „Ich hab das Privileg gehabt, dass ich einige Jahre von ihm lernen konnte. Man muss dazu sagen, dass wir unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Gewisse Elemente, die er sehr gut macht, wie bspw. diese Ruhe die er ausstrahlt aufs Team, das versuche ich mitzunehmen und ich hoffe, dass ich den richtigen Mix finde, um die Mannschaft auf das richtige Level zu bringen.“

Die Stimmung im Team ist sehr gut. Ihr nehmt die jungen, teils neuen Spieler gut mit. Wie viel Spaß macht auch das?
Peter Schneider: „Sehr viel. Man muss ihnen auch zugutehalten, dass sich alle super integriert haben. Jeder kämpft um seinen Platz. Wir haben eine super Stimmung in der Kabine. Wir verstehen uns alle gut. Es kann jeder in der Kabine sprechen und sagen, wenn ihm was am Herzen liegt. Das ist uns immer wichtig gewesen. Das wollen wir auch bei der WM beibehalten.“

Du bist für dich ungewohnt früh in die Vorbereitung eingestiegen. Wie hast du die letzten Wochen erlebt? Wie WM-bereit ist man?
Peter Schneider: „Wir haben sehr hart trainiert, was auch so sein soll, damit wir vor allem auch physisch bereit sind. Vom physischen Level her sind wir schon sehr gut dabei. Taktisch haben wir uns auch ordentlich weiterentwickelt und setzen die Dinge von Woche zu Woche besser um die Roger von uns will. Ein paar Tage sind noch Zeit und ich bin zuversichtlich, dass es gut hinhaut.“

Worauf wird es bei der WM ankommen, um am Ende wieder sagen zu können, es war eine erfolgreiche Weltmeisterschaft?
Peter Schneider: „Das Allerwichtigste ist der Teamzusammenhalt, egal mit welchem Kader wir am Eis stehen. Dass wir füreinander spielen, dass wir diese Drecksarbeit am Eis machen füreinander. Wenn wir so spielen, dann können wir auch die großen Nationen ärgern. Wichtig ist jetzt ein guter Start in die WM und darauf liegt der volle Fokus.“

Man hat sich in den vergangenen Jahren viel Respekt erarbeitet. Was hört man so aus dem Ausland, bzw. von außerhalb? Wie wird über Österreich gesprochen?
Peter Schneider: „Viele gute Dinge. Wir hatten eine gute Entwicklung in den vergangenen Jahren, darauf können wir stolz sein. Es ist allerdings vollkommen egal was wir in der Vergangenheit erreicht haben, es fängt alles wieder bei null an. Man ist immer nur so gut wie beim nächsten Spiel und das müssen wir beweisen, dass wir das Zeug dazu haben.“

Habt ihr selbst im Team eine gewisse Erwartungshaltung?
Peter Schneider: „Es ist sehr wichtig den Fokus klein zu halten, dass man sich auf den nächsten Shift konzentriert und auf die nächste Aktion. Wenn was Gutes passiert schnell abhaken, genauso wenn was Schlechtes passiert schnell abhaken. Das gilt auch für uns als Mannschaft. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken, wenn wir Erfolg haben wollen. Wenn man beginnt zu denken, was letztes Jahr war, ist das nicht gut. Der Fokus muss darauf liegen was vor einem liegt und so werden wir das angehen.“

Was nimmt man aus den Erfolgen der letzten Jahre mit?
Peter Schneider: „Wir haben gelernt, dass wir mit einer speziellen Spielweise, die wir angewandt haben in den letzten WMs, etwas erreichen können, was uns niemand zutraut. Und wir haben unglaublich viel Selbstvertrauen getankt. Aber wir dürfen uns nicht auf die Vergangenheit verlassen. Es geht im Sport sehr schnell, wenn man zu weit vorausdenkt, wenn man über etwas nachdenkt, wo man noch nicht ist. Daher ist es wichtig den Fokus klein zu halten, das Positive mitzunehmen und daran zu glauben, dass unsere Spielweise zu Erfolgen führen kann.“

In den ersten beiden Partien trifft man auf Großbritannien und Ungarn, jene Gegner, gegen die man frühzeitig das oberste Ziel Klassenerhalt erreichen kann. Ist es kleiner Vorteil, dass das Gros des Nationalteams bereits so lange zusammen ist?
Peter Schneider: „Wir wollen jeden Gegner schlagen, egal gegen wen wir spielen. Es ist ein Vorteil, wenn man den Großteil der Mannschaft frühzeitig dabei hat, dass sich gewisse Dinge einspielen, dass man auf demselben Tempo ist. Wir trainieren mit hohem Tempo, da das auch bei der WM so sein wird. Auch in den ersten beiden Spielen. Es wird ein Dogfight werden. Wir werden wahnsinnig hart kämpfen müssen, dass wir diese Spiele gewinnen. Darauf versuchen wir uns auch jetzt im Training schon einzustellen. Wir trainieren sehr körperbetont, sehr schnell und sehr geradlinig. Das müssen wir zur WM mitnehmen.“

eishockey.at , Bild: ÖEHV/Bernd Stefan

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