Peter, wie stolz macht es
dich, das Nationalteam erstmals bei einer WM als Kapitän
anzuführen?
Peter Schneider: „Es macht mich unheimlich stolz,
dass ich die Jungs anführen kann bei dieser WM. Ich hoffe, ich kann
meine Erfahrungen aus den letzten Weltmeisterschaften weitergeben,
vor allem an die jungen Spieler die erstmals dabei sind. Ein
Großereignis ist immer ein bisschen anders als Vorbereitungsspiele.
Da müssen wir richtig eingestellt sein.“
Ist es eine besondere WM
für dich, da du Österreich als Kapitän anführst?
Peter Schneider: „Ich messe meine Karriere nicht
daran, welchen Letter ich auf meinem Jersey trage, sondern an den
Erfolgen, die wir gemeinsam haben.“
In den vergangenen Jahren,
trug stets Thomas Raffl das C auf der Brust. Da ihr auch
Teamkollegen bei Red Bull Salzburg seid, gab es diesbezüglich einen
Austausch zwischen euch?
Peter Schneider: „Ich hab das Privileg gehabt,
dass ich einige Jahre von ihm lernen konnte. Man muss dazu sagen,
dass wir unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Gewisse Elemente,
die er sehr gut macht, wie bspw. diese Ruhe die er ausstrahlt aufs
Team, das versuche ich mitzunehmen und ich hoffe, dass ich den
richtigen Mix finde, um die Mannschaft auf das richtige Level zu
bringen.“
Die Stimmung im Team ist
sehr gut. Ihr nehmt die jungen, teils neuen Spieler gut mit. Wie
viel Spaß macht auch das?
Peter Schneider: „Sehr viel. Man muss ihnen auch
zugutehalten, dass sich alle super integriert haben. Jeder kämpft
um seinen Platz. Wir haben eine super Stimmung in der Kabine. Wir
verstehen uns alle gut. Es kann jeder in der Kabine sprechen und
sagen, wenn ihm was am Herzen liegt. Das ist uns immer wichtig
gewesen. Das wollen wir auch bei der WM beibehalten.“
Du bist für dich ungewohnt
früh in die Vorbereitung eingestiegen. Wie hast du die letzten
Wochen erlebt? Wie WM-bereit ist man?
Peter Schneider: „Wir haben sehr hart trainiert,
was auch so sein soll, damit wir vor allem auch physisch bereit
sind. Vom physischen Level her sind wir schon sehr gut dabei.
Taktisch haben wir uns auch ordentlich weiterentwickelt und setzen
die Dinge von Woche zu Woche besser um die Roger von uns will. Ein
paar Tage sind noch Zeit und ich bin zuversichtlich, dass es gut
hinhaut.“
Worauf wird es bei der WM
ankommen, um am Ende wieder sagen zu können, es war eine
erfolgreiche Weltmeisterschaft?
Peter Schneider: „Das Allerwichtigste ist der
Teamzusammenhalt, egal mit welchem Kader wir am Eis stehen. Dass
wir füreinander spielen, dass wir diese Drecksarbeit am Eis machen
füreinander. Wenn wir so spielen, dann können wir auch die großen
Nationen ärgern. Wichtig ist jetzt ein guter Start in die WM und
darauf liegt der volle Fokus.“
Man hat sich in den
vergangenen Jahren viel Respekt erarbeitet. Was hört man so aus dem
Ausland, bzw. von außerhalb? Wie wird über Österreich
gesprochen?
Peter Schneider: „Viele gute Dinge. Wir hatten
eine gute Entwicklung in den vergangenen Jahren, darauf können wir
stolz sein. Es ist allerdings vollkommen egal was wir in der
Vergangenheit erreicht haben, es fängt alles wieder bei null an.
Man ist immer nur so gut wie beim nächsten Spiel und das müssen wir
beweisen, dass wir das Zeug dazu haben.“
Habt ihr selbst im Team
eine gewisse Erwartungshaltung?
Peter Schneider: „Es ist sehr wichtig den Fokus
klein zu halten, dass man sich auf den nächsten Shift konzentriert
und auf die nächste Aktion. Wenn was Gutes passiert schnell
abhaken, genauso wenn was Schlechtes passiert schnell abhaken. Das
gilt auch für uns als Mannschaft. Wir müssen von Spiel zu Spiel
denken, wenn wir Erfolg haben wollen. Wenn man beginnt zu denken,
was letztes Jahr war, ist das nicht gut. Der Fokus muss darauf
liegen was vor einem liegt und so werden wir das angehen.“
Was nimmt man aus den
Erfolgen der letzten Jahre mit?
Peter Schneider: „Wir haben gelernt, dass wir mit
einer speziellen Spielweise, die wir angewandt haben in den letzten
WMs, etwas erreichen können, was uns niemand zutraut. Und wir haben
unglaublich viel Selbstvertrauen getankt. Aber wir dürfen uns nicht
auf die Vergangenheit verlassen. Es geht im Sport sehr schnell,
wenn man zu weit vorausdenkt, wenn man über etwas nachdenkt, wo man
noch nicht ist. Daher ist es wichtig den Fokus klein zu halten, das
Positive mitzunehmen und daran zu glauben, dass unsere Spielweise
zu Erfolgen führen kann.“
In den ersten beiden
Partien trifft man auf Großbritannien und Ungarn, jene Gegner,
gegen die man frühzeitig das oberste Ziel Klassenerhalt erreichen
kann. Ist es kleiner Vorteil, dass das Gros des Nationalteams
bereits so lange zusammen ist?
Peter Schneider: „Wir wollen jeden Gegner
schlagen, egal gegen wen wir spielen. Es ist ein Vorteil, wenn man
den Großteil der Mannschaft frühzeitig dabei hat, dass sich gewisse
Dinge einspielen, dass man auf demselben Tempo ist. Wir trainieren
mit hohem Tempo, da das auch bei der WM so sein wird. Auch in den
ersten beiden Spielen. Es wird ein Dogfight werden. Wir werden
wahnsinnig hart kämpfen müssen, dass wir diese Spiele gewinnen.
Darauf versuchen wir uns auch jetzt im Training schon einzustellen.
Wir trainieren sehr körperbetont, sehr schnell und sehr geradlinig.
Das müssen wir zur WM mitnehmen.“
eishockey.at , Bild: ÖEHV/Bernd Stefan









