Nach weiterhin anhaltenden Verletzungsproblemen und zuletzt wenig verfügbaren Spielern hat sich der Vorstand um Sportdirektor Wilfried Wetzl und Präsident Volker Zeh entschieden, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.
Mit sofortiger Wirkung wird der russische Flügelspieler Kirill Maksimov verpflichtet. Der 26-jährige gebürtige Moskauer soll die Mannschaft in einer aktuell schwierigen Phase unterstützen und mit seiner Erfahrung neuer Führungsspieler werden. Sportdirektor Wetzl zeigte sich nach dem gelungenen Wechsel sehr erfreut und kann es gar nicht mehr abwarten, den ehemaligen 146. Draftpick der Edmonton Oilers für Kitzbühel spielen zu sehen.
Zuletzt hat Maksimov in seiner Heimat Russland Eishockey gespielt, seine Karriere begann allerdings in Kanada in der Jugend der Toronto Canadiens, ehe er 2017 in der fünften Runde von den Edmonton Oilers gedraftet wurde. Ein Bewerbsspiel absolvierte er allerdings keines. Er spielte danach drei Jahre in der OHL für die Niagara IceDogs und eine Saison für die Bakersfield Condors in der AHL, ehe er zurück nach Russland kehrte und auch einen Abstecher in die finnische Liga zu Mikkelin Jukurit wagte. Nun unterschreibt er bei den Adlern Stadtwerke Kitzbühel und wird bereits am heutigen Donnerstag in Zell am See beim Derby gegen die Eisbären zum ersten Mal auflaufen.
Wir haben ihn im Rahmen seiner Ankunft zum Interview getroffen, um den Neuzugang etwas besser kennenzulernen:
Interview mit Neuzugang Kirill Maksimov
Hallo Kirill, schön, dass
du bei uns in Kitzbühel bist. Wie groß ist deine Vorfreude, in
Österreich zu sein und ein neues Kapitel deiner Karriere in
Kitzbühel zu beginnen? Warst du schon einmal hier und wie sind
deine ersten Eindrücke?
Kirill Maksimov: Vielen Dank für diese wunderbare Gelegenheit. Ich
freue mich wirklich sehr, in Österreich zu sein und dieses neue
Kapitel mit Kitzbühel zu beginnen. Ich hatte bisher nicht die
Möglichkeit, Österreich richtig zu besuchen, war aber einmal auf
der Durchreise, als ich nach einem Jugendturnier in Italien mit
meiner Jugendmannschaft von CSKA Moskau von Italien nach
Deutschland gereist bin.
Meine ersten Eindrücke sind durchweg positiv: Die Landschaft ist
atemberaubend und die Menschen sind unglaublich freundlich. Vom
Teamstaff bis hin zu den Einheimischen haben mich alle sofort
herzlich aufgenommen. Die Stadt ist klein und gemütlich, aber
gleichzeitig voller Energie, besonders rund um die Eishalle.
Natürlich gibt es eine gewisse Eingewöhnungsphase: eine neue Sprache, neue Gewohnheiten und andere Eisflächen. Aber genau diese Herausforderungen machen eine neue Erfahrung spannend. Insgesamt bin ich voll motiviert, mein Bestes für Kitzbühel zu geben, aus diesem Umfeld zu lernen und zum Erfolg der Mannschaft beizutragen.
Wenn du auf deine bisherige
Karriere zurückblickst – wie würdest du deinen bisherigen Weg
beschreiben? Ist alles so verlaufen, wie du es erwartet
hast?
Kirill Maksimov: Rückblickend war meine Karriere eine Reise des
ständigen Lernens und Anpassens – genau das, was ich mir erhofft
habe, auch wenn der Weg nicht immer geradlinig war.
Ob alles so gekommen ist, wie ich es mir früher vorgestellt habe?
Nicht ganz, und das ist auch gut so. Früher habe ich stark in
Kategorien wie „es in die NHL schaffen“ gedacht. Aber Hockey und
das Leben sind nicht schwarz-weiß. Entwicklung passiert oft an
unerwarteten Orten. Einige meiner größten Fortschritte habe ich in
der AHL (American Hockey League) und später in Europa gemacht,
abseits des Rampenlichts.
Erfolg ist für mich etwas Persönliches. Es geht nicht nur um Titel oder Statistiken, sondern darum, ein verlässlicher Teamkollege zu sein, Verantwortung zu übernehmen und unter Druck Leistung zu bringen. Hockey ist global und jede Liga hat ihren eigenen Charakter.
Ich hätte mir früher nie gedacht, einmal in Österreich zu spielen, aber genau das macht diese Chance so spannend. Heute sehe ich es als perfekten nächsten Schritt, um weiter zu wachsen, eine neue Kultur kennenzulernen und Teil eines ambitionierten Klubs zu sein.
Du bist in Moskau geboren,
hast aber einen großen Teil deiner Karriere in Kanada verbracht.
Wie kam es dazu?
Kirill Maksimov: Als ich 13 Jahre alt war, bin ich mit meiner
Familie nach Kanada gezogen, um bessere Hockeymöglichkeiten zu
bekommen. Dadurch hatte ich später die Möglichkeit, als kanadischer
Spieler in die OHL gedraftet zu werden und nicht als Importspieler.
Damit könnte man also auch von einer sportlichen kanadischen
Nationalität sprechen.
Die Entscheidung, nach Kanada zu gehen, wurde von meinen Eltern
getroffen. Das kanadische Nachwuchssystem ist hervorragend
strukturiert, mit ganzjährigem Eis, starken Trainern und sehr
konkurrenzfähigen Ligen. Besonders dankbar bin ich meinen
kanadischen Coaches, die mir Kreativität, Geduld mit der Scheibe
und Teamspiel vermittelt haben.
Wie würdest du dich selbst
als Spieler beschreiben? Was sind deine größten
Stärken?
Kirill Maksimov: Ich sehe mich als vielseitigen, teamorientierten
Spieler, der Hockey-IQ, physische Präsenz und Anpassungsfähigkeit
verbindet. Mein Spiel lebt nicht von spektakulären Einzelaktionen,
sondern davon, in jeder Situation die richtige Entscheidung für das
Team zu treffen.
Ich bin ein kraftvoller Zwei-Wege-Stürmer und versuche, in allen drei Zonen effektiv zu sein. Ich versuche mit aggressivem Forechecking, defensiver Verantwortung und der Fähigkeit, offensive Chancen zu kreieren, der Mannschaft in unterschiedlichen Situationen zu helfen. Kurz gesagt: Ich möchte ein Spieler sein, auf den sich Trainer in wichtigen Momenten verlassen können.
Was erwartest du von der
Alps Hockey League und welche Rolle siehst du für dich bei den
Adlern?
Kirill Maksimov: Auch wenn ich mit der Alps Hockey League noch
nicht sehr vertraut bin, erwarte ich eine ausgeglichene, schnelle
und taktisch anspruchsvolle Liga. Ich sehe meine Rolle als
kräftiger Zwei-Wege-Stürmer, der defensive Stabilität bringt,
Offensivphasen antreibt, mit gutem Beispiel vorangeht und Tore
erzielen kann.
Ich erwarte keine leichte Liga und genau deshalb bin ich hier. Ich möchte mich weiterentwickeln und der Mannschaft helfen, ihre Ziele zu erreichen.
Du kommst in einer
entscheidenden Phase der Saison zur Mannschaft. Wie kannst du dem
Team jetzt helfen, die wichtige Master Round zu
erreichen?
Kirill Maksimov: Mitten in der Saison dazuzustoßen bedeutet für
mich, mich schnell zu integrieren und sofort Wirkung zu zeigen.
Mein Ziel ist es, Stabilität und Energie ins Team zu bringen und
ein Spieler zu sein, auf den man sich verlassen kann, wenn es
darauf ankommt. Ich werde smart und hart spielen und alles dafür
tun, um mit der Mannschaft die Playoffs zu erreichen.
Was machst du gerne abseits
des Eises, um zu entspannen?
Kirill Maksimov: Abseits des Hockeys genieße ich Aktivitäten, die
mir helfen, mental abzuschalten und aktiv zu bleiben. Besonders
gerne bin ich draußen unterwegs beim Radfahren oder langen
Spaziergängen, vor allem an neuen Orten. Die Alpen sind dafür
ideal.
Außerdem spiele ich gerne andere Sportarten, wie Fußball, Tennis
oder zuletzt Padel-Tennis. In der Offseason bin ich meist in Moskau
und verbringe Zeit mit meiner Frau, meiner Familie und Freunden.
Wir laden gerne Gäste ein, spielen Brettspiele oder grillen. Das
gibt mir Energie und hilft mir, mit frischem Kopf aufs Eis
zurückzukehren.
Was ist dein Lieblingsessen
und worauf freust du dich in Österreich abseits des
Hockeys?
Kirill Maksimov: Mein Lieblingsessen ist Pasta, russischer
Borschtsch und Steak mit Gemüse. Auf die österreichische Küche
freue ich mich sehr und habe bereits Wiener Schnitzel probiert –
absolut zu Recht ein Klassiker.
Abseits des Hockeys freue ich mich besonders auf die Berge und das Leben in der Natur. Meine Frau und ich lieben es zu reisen, neue Kulturen kennenzulernen und Sprachen zu lernen. Sie spricht fünf Sprachen. Deutsch ist noch nicht mit dabei, aber wir freuen uns, auch das zu lernen, zumindest ein bisschen.
Zum Abschluss: Welche
Botschaft möchtest du den Fans in Kitzbühel mitgeben?
Kirill Maksimov: Zuallererst Danke. Danke für eure Leidenschaft,
eure Unterstützung und die Energie, die ihr in jedes Spiel bringt.
Ich bin hier, um mein Bestes zu geben – in jedem Wechsel, in jedem
Training und in jedem Spiel. Vielen Dank für den herzlichen
Empfang. Lasst uns diese Saison gemeinsam unvergesslich machen.
dieadler.at , Bild: KEC_Schwaninger









