Noch im vergangenen Jahr schrieb Österreichs Nationalteam bei der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft Geschichte und zog sensationell ins Viertelfinale ein. Die Euphorie war riesig, das Team überraschte ganz Hockey-Österreich. Doch ein Jahr später sind die Voraussetzungen völlig andere.
Für die WM 2026 reist das ÖEHV-Team mit zahlreichen Ausfällen nach Zürich – und plötzlich geht es statt vom Viertelfinale vor allem um eine Frage: Reicht es für den Klassenerhalt?
Die NHL-Stars fehlen
Besonders schmerzhaft sind die Ausfälle der größten österreichischen Hoffnungsträger. Marco Rossi und Marco Kasper stehen dem Team nicht zur Verfügung. Damit fehlen Österreich nicht nur zwei NHL-Spieler, sondern auch die wichtigsten Offensivkräfte.
Auch David Reinbacher fehlt. Der junge Verteidiger galt als Hoffnung für die Defensive und das Powerplay. Ohne ihn fehlt dem Team ein moderner Zwei-Wege-Verteidiger mit NHL-Potenzial.
Dazu kommen weitere Absagen und Verletzungen, die den Kader zusätzlich schwächen.
Die Offensive wird zur großen Baustelle
Vor allem im Angriff fehlt es Österreich heuer an Tiefe. Viele Spieler müssen plötzlich größere Rollen übernehmen als ursprünglich geplant.
Die Verantwortung liegt nun auf erfahrenen Spielern wie Dominic Zwerger, Peter Schneider oder Vinzenz Rohrer. Gerade Rohrer könnte mit seinem Tempo und seiner Energie zu einem Schlüsselspieler werden.
Gleichzeitig erhalten mehrere junge Spieler ihre große Chance auf der WM-Bühne. Talent alleine reicht dort allerdings selten aus – besonders gegen körperlich starke Nationen.
Die Goalies könnten zum Trumpf werden
Eine der größten Hoffnungen liegt im Tor. Mit Atte Tolvanen und David Kickert verfügt Österreich über zwei starke Goalies.
Gerade in engen Spielen gegen direkte Konkurrenten könnten starke Torhüter den Unterschied machen. Wenn Österreich im Turnier bleiben will, braucht das Team mehrere überragende Leistungen zwischen den Pfosten.
Der Klassenerhalt wird zur echten Herausforderung
Im Vergleich zum Vorjahr wirkt der Kader deutlich dünner besetzt. Während 2025 fast alles perfekt lief, müssen heuer viele Dinge zusammenpassen.
Österreich wird defensiv kompakt auftreten müssen, Strafzeiten vermeiden und jede Torchance effizient nutzen. Besonders die Spiele gegen direkte Konkurrenten im Tabellenkeller könnten bereits über den Klassenerhalt entscheiden.
Die Qualität für Überraschungen ist weiterhin vorhanden – doch ohne die Topstars ist die Ausgangslage deutlich schwieriger als noch vor einem Jahr.
Chance für die Zukunft?
Trotz aller Probleme könnte das Turnier langfristig wichtig werden. Zahlreiche junge Spieler bekommen nun früher Verantwortung und internationale Erfahrung.
Vielleicht entsteht genau daraus die nächste Generation des österreichischen Eishockeys. Kurzfristig aber zählt vor allem eines: der Verbleib in der A-Gruppe.
Pic: ÖEHV/Joe Dorner









